Diese 5 Medikamente haben Sie immer falsch eingenommen

Redaktion PraxisVITA
Frau nimmt Augentropfen
Augentropfen fließen meist sofort durch die Tränenkanäle ab – ein einfacher Trick kann das verhindern © Fotolia

Neue Studien zeigen: Fast die Hälfte aller Medikamente werden falsch eingenommen. Oft mit fatalen Folgen. Wir haben die fünf häufigsten Fehler für Sie gesammelt und aufgeschrieben, wie Sie sie vermeiden können.

Ob ein Medikament seine volle Wirkung entfalten kann, hängt von vielen Faktoren ab – und selbst Ärzte kennen nicht alle. Manche Pillen wirken zum Beispiel nur, wenn wir sie zur richtigen Zeit einnehmen. Oft sind es kleine Details, die den Ausschlag geben. Sie sind leicht beim Arzt zu überhören, im Beipackzettel zu überlesen oder fallen komplett unter den Tisch.

Die britische Arzneimittelbehörde NICE hat in einem vor kurzem aktualisierten Report untersucht, wie viele Medikamente richtig eingenommen werden. Mit einem besorgniserregenden Ergebnis: So werden zum Beispiel nur knapp die Hälfte aller Medikamente gegen chronische Krankheiten korrekt angewendet.

 

Gefährliche Fehler

Wie gefährlich solche Fehler sein können, zeigt eine Studie, die jetzt in der Fachzeitschrift Allergy veröffentlicht wurde. Wissenschaftler baten 158 Mütter von Kindern mit schweren Allergien, einen sogenannten EpiPen anzuwenden. Das ist eine Art Einwegspritze, die eine Dosis Adrenalin enthält. Das Hormon schwächt die Reaktion des Körpers bei einem Allergischenschock weit genug ab, um ihn unter Kontrolle zu halten, bis der Notarzt eintrifft. Alle Mütter waren ein halbes Jahr zuvor im Umgang mit solchen EpiPens geschult worden – trotzdem setzte weniger als die Hälfte sie richtig ein. Manche drückten mit der falschen Seite des Stifts, andere vergaßen die Sicherheitskappe abzunehmen. Im Notfall ein lebensgefährlicher Fehler!

Wir haben für Sie bei fünf wichtigen Medikamenten die häufigsten Anwendungsfehler gesammelt, die zu einem Wirkungsverlust führen. Die gute Nachricht dabei: Sie lassen sich leicht vermeiden.

 

Augentropfen

Der größte Fehler, den viele Menschen machen, wenn Sie Augentropfen nehmen, ist, dass sie ihren Tränenkanal offen lassen. Das führt dazu, dass die Tropfen oft sofort aus dem Auge abfließen und über den Tränenkanal im Rachen landen. Studien konnten zeigen, dass  zum Beispiel bei der Behandlung von Glaukomen bis zu 70 Prozent der Nebenwirkungen auf diese falsche Anwendung zurückzuführen sind. Ein einfacher Trick, um das zu verhindern: Drücken Sie, sofort nachdem Sie die Augentropfen genommen haben, mit Daumen und Zeigefinger an den Seiten der Nasenwurzel auf die Augen – mindestens für zwei Minuten. So bleibt das Medikament dort, wo es sein soll.

 

Ibuprofen

Viele Menschen greifen nach Ibuprofen, wenn sie akut Kopf- oder Rückenschmerzen haben. Nach den offiziellen Anweisungen sollten Sie die Tabletten zum Essen einnehmen – so steht es in der Packungsbeilage. Das wird empfohlen, um bei einer regelmäßigen Einnahme Verletzungen der Magenschleimhaut vorzubeugen. Nur verlangsamt das auch die Aufnahme des Wirkstoffs um bis zu 45 Minuten. Bei akuten Schmerzen eine unnötige Sicherheitsmaßnahme. Wer also nur gelegentlich eine Ibuprofen einnimmt, der kann sie guten Gewissens auf nüchternen Magen schlucken und spürt innerhalb von 15 Minuten die Wirkung.

 

Nasenspray

Viele Menschen ziehen instinktiv ihre Nase hoch, nachdem sie Nasenspray eingenommen haben. Genau das ist aber falsch. Denn so landet ein großer Teil des Sprays im Rachen und bleibt wirkungslos. Da eine laufende Nase oft durch Entzündungen in den weichen, äußeren Schleimhäuten der Nase entsteht, muss dort auch das Spray ansetzen. Dazu verwenden Sie folgende Technik: Nehmen Sie das Fläschchen in die rechte Hand und sprühen Sie damit in Ihr linkes Nasenloch. So zielen Sie automatisch etwas nach außen. Dabei sollten Sie darauf achten, den Kopf leicht gesenkt zu halten, so als würden Sie ein Buch lesen. Atmen Sie danach einfach normal weiter.

 

Schmerz-Gel

Schmerzstillende Salben können eine sinnvolle Ergänzung bei chronischen Gelenkschmerzen oder Sportverletzungen sein. Doch damit sie ihre volle Wirkung entfalten können, müssen die Cremes nicht nur aufgetragen, sondern einmassiert werden. Die Reibung führt zu einer erhöhten Blutzirkulation an der betroffenen Stelle. So können die Inhaltsstoffe besser durch die Haut gelangen. Sie wirken schneller und besser.

 

Asthmaspray

Leider lassen sich etliche Ärzte von ihren Asthmapatienten nicht vorführen, wie sie den Inhalator anwenden. Darum passieren auch bei dieser lebenswichtigen Prozedur viele Fehler. Entscheidend ist dabei die Art des Medikaments. Grundsätzlich sollten Patienten vor der Verwendung so lange und tief wie möglich ausatmen. Bei einem Pulverinhalator müssen sie dann schnell und kräftig einatmen. Haben sie dagegen ein sogenannten Dosieraerosol, sollten sie langsam, ruhig und ganz tief einatmen. In jedem Fall sollten Patienten danach kurz die Luft anhalten.

Erfahren Sie hier, welche Medikamente Sie niemals miteinander kombinieren sollten!

Hamburg, 21. Oktober 2015

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