Diese 3 Fehler verringern die Wirkung der Grippeimpfung!

Verena Elson Medizinredakteurin

Jetzt beginnt wieder die Zeit der Grippeschutzimpfung. Wie gut die Impfung wirkt, können wir selbst teilweise selbst beeinflussen – wenn wir diese drei Fehler vermeiden!

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Die Wirkung der Grippeschutzimpfung kann stark variieren – dabei spielen Faktoren wie das Alter des Impflings eine Rolle, aber vor allem die Frage, wie gut die Zusammensetzung des Impfstoffs in der aktuellen Influenzasaison zu den dominierenden Virustypen passt. Wie verlässlich die Impfung tatsächlich schützt, ist also zu einem großen Teil Glückssache – zum Teil können es Impflinge aber auch mit ihrem Verhalten selbst beeinflussen.

In jedem Fall gilt: Selbst, wer durch seine Grippeschutzimpfung nicht zu hundert Prozent vor einer Ansteckung geschützt ist, hat ein deutlich verringertes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf mit Klinikaufenthalt. Typisch ist bei einer Infektion trotz Impfung ein milder Verlauf, wie bei einer leichten Erkältung. Folgende Faktoren können die Wirkung der Grippeschutzimpfungen verringern:

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1. Die falsche Tageszeit

Bereits beim Vereinbaren des Impftermins können Sie die Wirkung der Schutzimpfung beeinflussen: Eine britische Forschungsarbeit ergab 2016, dass ältere Proband:innen, die vormittags zwischen neun und elf Uhr gegen Grippe geimpft wurden, erheblich besser geschützt waren als Testpersonen, die nachmittags zwischen 15 und 17 Uhr geimpft wurden. Die Studie wurde im Fachmagazin „Vaccine“ veröffentlicht.

 

2. Schlecht gelaunt zur Impfung

Eine 2018 veröffentlichte Studie kam zu dem Ergebnis, dass gute Laune am Impftag die Grippeimpfung effektiver macht. Die 138 Proband:innen im Alter von 65 bis 85 Jahren hatten vier und 16 Wochen nach der Impfung deutlich mehr Grippe-Antikörper im Blut, wenn sie mit guter Stimmung zur Impfung erschienen.

Bereits frühere Studien wiesen auf einen positiven Effekt guter Laune auf das Immunsystem hin. Denn sie konnten zeigen, dass beim Lachen ausgeschüttete Hormone die Abwehrkräfte stärken. Bei Testteilnehmer:innen, die ein lustiges Video angesehen hatten, stieg das Level der immunstärkenden Hormone nach rund 20 Minuten um bis zu 87 Prozent an.

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3. Zu wenig Schlaf

In der Nacht nach der Impfung ist ausreichender Schlaf (also sieben bis acht Stunden) besonders wichtig. Denn Mediziner:innen haben herausgefunden, dass sich Schlafmangel negativ auf das „Gedächtnis“ des Immunsystems auswirkt. Das bedeutet: Die sogenannten T-Zellen, die an der Immunreaktion beteiligt sind, merken sich weniger gut, auf welche Viren und Bakterien sie reagieren sollen. So konnten Wissenschaftler:innen der Universität Pittsburgh 2015 zeigen, dass die Hepatitis-B-Impfung weniger effektiv ist, wenn Impflinge nachts im Schnitt weniger als sechs Stunden schlafen – und diese Beobachtung lässt sich aus Sicht der Studienautor:innen auch auf andere Impfstoffe übertragen.

Wer diese Faktoren beachtet, kann die Wirkung der Grippeschutzimpfung zumindest teilweise positiv beeinflussen.

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Quellen:

Long, Joanna E., et al. (2016): Morning vaccination enhances antibody response over afternoon vaccination: a cluster-randomised trial, in: Vaccine

Ayling, Kieran, et al. (2018): Positive mood on the day of influenza vaccination predicts vaccine effectiveness: A prospective observational cohort study, in: Brain, behavior, and immunity

Westermann, Jürgen, et al. (2015): System consolidation during sleep–a common principle underlying psychological and immunological memory formation, in: Trends in neurosciences

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