Die Zwei-Minuten-Regel, die Ihr Leben verändert

Stephanie Pingel Medizinredakteurin
Prokrastination
Leiden Sie auch an Prokrastination? Die Zwei-Minuten-Regel hilft! © iStock

Wer ständig Dinge bis zur letzten Minute aufschiebt, setzt sich damit meist selbst unter großen Druck. Mit der praktischen Zwei-Minuten-Regel können Sie der sogenannten Prokrastination aber endlich einen Riegel vorschieben! PraxisVITA erklärt, wie das funktioniert.

Der Wäsche stapelt sich, im Kühlschrank herrscht gähnende Leere und die Präsentation für den Chef ist auch immer noch nicht fertig – wer unter sogenannter Prokrastination leidet, tendiert dazu, einfach alles bis zum letzten Moment aufzuschieben. Typisch für diese „Arbeitsstörung“: Man kann sich einfach nicht dazu überwinden, loszulegen. Und wenn man sich dann endlich aufgerafft hat, geht die Arbeit zwar von der Hand – wird aber schlimmstenfalls nicht mehr rechtzeitig fertig. Das sorgt für Stress und Ärger.

 

Die Zwei-Minuten-Regel für ein einfacheres Leben

Prokrastination beginnt oft bereits im Teenageralter und zieht sich dann durch das ganze Leben. Doch wie bezwinge ich den inneren Drang, alles auf die lange Bank zu schieben? Dafür empfehlen Experten die im Alltag leicht umzusetzende Zwei-Minuten-Regel. Sie besteht konkret aus zwei Teilen. Erstens: Alles, was Sie innerhalb von zwei Minuten erledigen könnten, sollten Sie sofort tun. Schreiben Sie beispielsweise endlich die E-Mail zur Terminabstimmung, die Sie schon die ganze Woche vor sich herschieben! Eine Aufgabe, die so schnell erledigt ist, verschafft Zufriedenheit – und Sie haben sofort den Kopf frei für andere Dinge. Hier ein paar Beispiele für weitere Kleinigkeiten, die in kürzester Zeit erledigt sein können:

  • Räumen Sie den Geschirrspüler direkt nach dem Essen ein
  • Denken Sie bereits während der Tasse Kaffee am Morgen nach, welche Aufgaben an diesem Tag anstehen
  • Räumen Sie Ihren Arbeitsplatz vor Feierabend von erledigten Papieren etc. frei
  • Tätigen Sie wichtige Anrufe sofort
  • Machen Sie direkt nach dem Aufstehen Ihr Bett
  • Nehmen Sie morgens auf dem Weg zur Arbeit den Müll mit nach draußen

Die Idee hinter der Regel: Wenn wir die vielen kleinen Aufgaben, die in zwei Minuten erledigt sein könnten, immer aufschieben, wird die Liste endlos. Also müssen wir unser Gehirn mit einem einfachen Kniff umprogrammieren: Sagen Sie sich nicht „Ich kann die E-Mail auch später schreiben“, sondern „Ich mache das eben, es dauert ja nur zwei Minuten.“ Was anfangs vielleicht ungewohnt ist, wird schnell zur Gewohnheit – und lässt sich so simpel umsetzen, dass Prokrastination schlicht kein Problem mehr darstellt.

 

Hilfe, das dauert ja ewig!

Was aber tun, wenn die Aufgabe deutlich mehr Zeit verlangt als zwei Minuten? Dann greift der zweite Teil der Zwei-Minuten-Regel: Zerlegen Sie die Aufgabe in ihre Einzelteile und arbeiten Sie diese nach und nach ab. Ein Beispiel: Der Wohnungsputz, der wirklich überfällig ist, lässt sich in viele einzelne Teilabschnitte gliedern:

  • Entstauben Sie das Bücherregal
  • Saugen Sie das Sofa ab
  • Räumen Sie den Couchtisch frei
  • Werfen Sie die Waschmaschine an

Wenn diese einzelnen Aspekte auch noch zu lange dauern, zerlegen Sie sie nochmals in ihre Einzelteile: Vielleicht können Sie in zwei Minuten nicht alle Bücherregale abstauben, aber zumindest eins. Wichtig ist ja in erster Linie, dass Sie überhaupt anfangen! Und genau dafür ist der zweite Teil der Zwei-Minuten-Regel gut, denn er bedient sich eines einfachen psychologischen Kniffs: Wer einmal angefangen hat, bleibt meist am Ball. Und laut Studien wird dieses Verhalten innerhalb von 20 bis höchstens 90 Tagen zu einer echten Gewohnheit.

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