Die Zukunft ist heute: Bionisches Auge lässt Blinden wieder sehen

Bionisches Auge lässt Blinde wieder sehen
Larry Hester ist der erste Mensch, dem das neuartige Augen-Implantat eingesetzt wurde und der auf diese Weise nach 33 Jahren wieder sehen kann © Duke Medicine

Was sich nach Science Fiction anhört, wurde in den USA nun Realität: Ein Forscherteam konstruierte und implantierte erstmals ein künstliches Auge. Und plötzlich kann ein Mann – der zuvor 33 Jahre blind gewesen war – wieder sehen.

Das am Duke Eye Center in New York entwickelte „Bionic Eye“ ist im Grunde eine kleine Kamera, die mithilfe einer Sensorik Licht erfasst und in elektrische Signale umwandelt. Das Herzstück der Konstruktion ist nach Aussagen der Forscher ein kleines Retina-Implantat, das direkt in das Auge gesetzt wird. Von der Netzhaut aus ist es über 60 Elektroden mit dem Sehnerv verbunden, der die empfangenen Signale an das Gehirn überträgt.

 

Mann kann nach Jahrzehnten wieder sehen

Entwickelt wurde die sogenannte „Argus II Netzhautprothese“ für Patienten, die an einer irreversiblen Retinadegeneration (z.B. Retinitis Pigmentosa) leiden, also einer fortschreitenden, nichttherapierbaren Erkrankung der Netzhaut, bei der ein Sehnerv intakt ist. Mehrere Millionen Menschen verlieren auf diese Weise weltweit ihr Augenlicht. Einem ersten Patienten konnte nun geholfen werden.

Forscher haben das bionische Auge – nach Abschluss der klinischen Studienphase – nun erstmals einem Mann aus North Carolina eingesetzt. Larry Hester ist für diese Behandlung „Patient Zero“ – ein Mann, der aufgrund einer Retinitis Pigmentosa Erkrankung seit 33 Jahren blind war. Nachdem ihm die Ärzte das Implantat eingesetzt hatten, nahm Larry ein paar Tage später in derselben Klinik auf einem Stuhl Platz, wurde über einen Computer an eine auf ihn zugeschnittene Spezial-Software angeschlossen, die das Implantat aktiviert und tatsächlich – Larry Hester kann wieder sehen.

 

Hoffnung für Sehbehinderte

Zurzeit ermöglicht das Implantat zwar nur ein eingeschränktes Sehen, doch in Zukunft soll die Technik dabei helfen, Sehbehinderungen vollständig zu heilen.

Hamburg, 14. Oktober 2014

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