Zeckensaison 2019 – gefährliche Zeckenarten auf dem Vormarsch

Verena Elson

In Deutschland werden vermehrt sogenannte Bunt- oder Auwaldzecken sowie Zecken der Gattung Hyalomma gesichtet. Wie gefährlich sind sie?

Hyalomma
Zecken der Gattung Hyalomma sind auffällig groß und gut an ihren gestreiften Beinen zu erkennen Foto:  digitalg/iStock

In Hannover wurde erstmals die sogenannte Bunt- oder Auwaldzecke nachgewiesen. Diese Zeckenart ist vor allem für Hunde gefährlich – bei den Tieren kann sie die sogenannte Hundebabesiose auslösen, bei der die roten Blutkörperchen des Hundes zerstört werden.

 

Buntzecken und Hyalomma: Zecken-Experten bitten um Mithilfe

Bereits im Jahr 2018 wurden vereinzelt Zecken der Gattung Hyalomma gesichtet, die hierzulande normalerweise nicht vorkommen. Besonders häufig wurden sie auf Pferden gefunden. Hyalomma-Arten können unter anderem das Krim-Kongo-Virus sowie Bakterien der Gattung Rickettsia übertragen. Beide Erreger können beim Menschen schwere fieberhafte Erkrankungen auslösen.

Die Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) bittet Spaziergänger und Tierhalter in einer Mitteilung um Mithilfe: „Wir bitten für unser Forschungsprojekt darum, uns Hyalomma- oder Bunt-Zecken mit Angabe des Fundortes zuzusenden", so Institutsleiterin Professorin Dr. Christina Strube. "Der Fundort kann entweder mit der Postleitzahl oder mit GPS-Daten angegeben werden. Falls die Zecken auf einem Tier gefunden wurden, bitten wir auch darum, uns die Tierart zu nennen.“ Der Körper von Buntzecken ist emailleartig marmoriert. Zecken der Gattung Hyalomma sind auffällig groß und gut an ihren gestreiften Beinen zu erkennen.

 

+++19.02.2019: Neue FSME-Risikogebiete in der Zeckensaison 2019+++

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Zahl der FSME-Risikogebiete um fünf Landkreise auf 161 gestiegen. Mit dem Emsland gehört erstmals auch ein norddeutscher Landkreis zu den Risikogebieten. Die vier weiteren neuen Risikogebiete sind die Landkreise Garmisch-Partenkirchen, Landsberg am Lech und der Stadtkreis Kaufbeuren in Bayern sowie der Landkreis Sächsische Schweiz in Sachsen.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist ein von Zecken übertragenes Virus, dass zu Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn und Rückenmark führen kann. Es gibt eine Impfung gegen FSME – die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie Bewohnern von Risikogebieten und Menschen, die in betroffenen Regionen Urlaub machen. Welche Landkreise zu den FSME-Risikogebieten gehören, können Sie der Risiko-Karte des Robert-Koch-Instituts entnehmen.

Nach Spaziergang in Zeckengebieten den Körper sofort auf Zecken untersuchen
Service Was tun bei einem Zeckenbiss?

 

Borreliose: bundesweit eine Gefahr

Deutlich häufiger kommt es bei Zeckenstichen zur Übertragung der sogenannten Borreliose – eine Infektion mit Borrelien genannten Bakterien, die Haut, Nervensystem und Gelenke befallen kann. Sie ist bundesweit verbreitet, in Deutschland sind jährlich rund 60.000 Menschen betroffen. Expertenschätzungen zufolge ist etwa jede fünfte Zecke Träger der Bakterien. Gegen Borreliose existiert keine Impfung, doch anders als bei FSME gibt es eine wirksame Behandlung. Diese besteht in der Einnahme bestimmter Antibiotika.

 

Zecken-Alarm: So schützen Sie sich

Beim Aufenthalt im Wald und in hohem Gras sollten Spaziergänger lange Hosen und Schuhe mit hohem Schaft tragen. Vorteilhaft ist außerdem helle Kleidung – darauf sind Zecken besser zu erkennen und können gegebenenfalls entdeckt werden, bevor sie zustechen. Nach dem Aufenthalt in der Natur sollten Körper und Kleidung gründlich nach Zecken abgesucht werden. Wird dabei tatsächlich eine Zecke entdeckt, sollte diese schnellstmöglich entfernt werden. Damit kann die Übertragung der Borreliose noch verhinert werden, denn diese erfolgt häufig erst nach mehr als 24 Stunden (Anders ist das bei FSME – das Virus wird sofort mit dem Speichel der Zecke übertragen). Hier erfahren Sie, wie Sie Zecken Schritt für Schritt sicher entfernen.

 

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