Zecken-Saison 2018 – so schützen Sie sich

Verena Elson Medizinredakteurin
Eine Zecke sitzt auf einem Zweig
In diesem Jahr gibt es besonders viele Zecken, warnen Experten © Fotolia

Experten rechnen mit einem Rekord-Zeckenjahr: 2018 haben wir demnach mehr Zecken als in den vorherigen zehn Jahren. Mit der Anzahl der Zecken steigt auch das Infektionsrisiko – so schützen Sie sich.

„In diesem Jahr ist das Risiko insgesamt besonders hoch“, so Privatdozent Dr. Gerhard Dobler. „Wir werden die höchste Zahn an Zecken in den letzten zehn Jahren haben.“ Dr. Dobler ist Wissenschaftler am Deutschen Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Mit seinem Team am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr erforscht er seit 2009 die Ausbreitung und Aktivität des sogenannten FSME-Virus in Deutschland.

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis ist ein von Zecken übertragenes Virus, dass zu Entzündungen von Hirnhaut, Gehirn und Rückenmark führen kann. Sie kommt gehäuft in Risikogebieten in Süddeutschland vor. Es gibt eine Impfung gegen FSME – die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt sie Bewohnern von Risikogebieten und Menschen, die in betroffenen Regionen Urlaub machen. Welche Landkreise zu den FSME-Risikogebieten gehören, können Sie der Risiko-Karte des Robert-Koch-Instituts entnehmen.

 

Borreliose: auch in Norddeutschland eine Gefahr

Deutlich häufiger kommt es bei Zeckenstichen zur Übertragung der sogenannten Borreliose – eine Infektion mit Borrelien genannten Bakterien, die Haut, Nervensystem und Gelenke befallen kann. Sie ist bundesweit verbreitet, in Deutschland sind jährlich rund 60.000 Menschen betroffen. Expertenschätzungen zufolge ist etwa jede fünfte Zecke Träger der Bakterien. Gegen Borreliose existiert keine Impfung, doch anders als bei FSME gibt es eine wirksame Behandlung. Diese besteht in der Einnahme bestimmter Antibiotika.

 

Zecken-Alarm: So schützen Sie sich

Beim Aufenthalt im Wald und in hohem Gras sollten Spaziergänger lange Hosen und Schuhe mit hohem Schaft tragen. Vorteilhaft ist außerdem helle Kleidung – darauf sind Zecken besser zu erkennen und können gegebenenfalls entdeckt werden, bevor sie zustechen. Nach dem Aufenthalt in der Natur sollten Körper und Kleidung gründlich nach Zecken abgesucht werden. Wird dabei tatsächlich eine Zecke entdeckt, sollte diese schnellstmöglich entfernt werden. Damit kann die Übertragung der Borreliose noch verhinert werden, denn diese erfolgt häufig erst nach mehr als 24 Stunden (Anders ist das bei FSME – das Virus wird sofort mit dem Speichel der Zecke übertragen). Hier erfahren Sie, wie Sie Zecken Schritt für Schritt sicher entfernen.

 

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