Die Zahl der Blutspender fällt

Blutkonserve
Sollte es zu einem Mangel an Spenderblut kommen, dann hat das drastische Folgen für Kranke und Verletzte © Fotolia

In Deutschland sind immer weniger Menschen bereit, Blut zu spenden. Experten warnen darum vor Versorgungslücken. Besonders Schwerkranke sind davon betroffen. Außerdem: Blutspenden ist auch gesund für den Spender.

Diese negativen Ergebnisse veröffentlichte der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes gestern. Das größte Problem: Erstspender kehren nicht wieder. Lediglich 20 Prozent der Menschen, die 2011 zum ersten Mal Blut spendeten, sind drei Jahre später immer noch dazu bereit. Das Statistische Landesamt Bayern schätzt, dass sich bis 2031 die Zahl der Blutspender etwa um 12 Prozent verringert. Ein ähnlicher Trend lässt sich auch für andere Teile Deutschlands erkennen.

Generell besteht eine große Lücke zwischen Spendern und Empfängern: Rund 80 Prozent der Deutschen sind einmal im Leben auf Spenderblut angewiesen – nur drei Prozent spenden selber.

Doch die Folgen eines Blut-Mangels wären fatal: Besonders nach Verkehrsunfällen brauchen Menschen Spenderblut – manchmal bis zu 25 Liter. Aber auch Krankheiten, wie zum Beispiel Krebs, können eine Blutspende notwendig machen.

 

Wer kann Blut spenden?

Die einzige Voraussetzung: Sie müssen zwischen 18 und 68 Jahre alt sein und mindestens 50 kg wiegen. Anders als bei Blutentnahmen beim Hausarzt müssen Sie bei einer Blutspende nicht nüchtern sein. Es ist von Vorteil, wenn Sie normal gegessen und mind. 1,5 l Flüssigkeit getrunken haben.

 

Die Untersuchung

Vor jeder Spende überprüft ein Arzt Blutdruck und Puls. Ihr Blut wird nach der Entnahme im Labor untersucht. Sollten dabei auffällige Befunde auftreten, werden Sie sofort informiert. Zudem erfahren Sie Ihre Blutgruppe.

 

Der Ablauf

Die etwa 10-minütige Blutentnahme geschieht in liegender Position. Die Venen selbst haben keine Schmerzsensoren und so spüren Sie nur den kleinen Piks, wenn die Nadel durch die Haut dringt. Danach ist die Spende schmerzfrei.

 

Nach der Spende

Gönnen Sie sich nach der Entnahme 30 Minuten Ruhe, um den Kreislauf zu stabilisieren. Als Dankeschön steht ein kostenloser Imbiss bereit.

Hier finden sie die nächste Blutspendenstation in ihrer Umgebung.

 

Blutspenden – gut für die Gesundheit

In einer Studie zeigten Berliner Mediziner: Eine Blutspende senkt den Blutdruck im Schnitt um 16 mmHg. Die Teilnehmer hatten dabei einen leichten Hochdruck (oberer Wert zwischen 140 mmHg und 160 mmHg). Binnen vier Wochen wurde ihnen zweimal bis zu 500 ml Blut abgenommen - wie bei einer üblichen Spende.

Das Ergebnis überraschte selbst die Ärzte: Die Spende senkt den Blutdruck nicht nur stärker als gängige Medikamente, er blieb auch über mehrere Wochen niedrig. Außerdem verbesserten sich die Blutfett-Werte der Teilnehmer.

Hamburg, 22. April 2015

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