Die Versteifung der Wirbelsäule

Gelenkschmerzen bei Morbus Bechterew
Bei Morbus Bechterew kommt es zu einer allmählichen Versteifung der Wirbelsäule © Shutterstock

Morbus Bechterew ist eine rheumatische Krankheit, die im schlimmsten Fall zur vollständigen Versteifung der Wirbelsäule führen kann. So verläuft die Erkrankung.

Den Namen „Morbus Bechterew“ erhielt die Erkrankung von dem russischen Arzt Wladimir von Bechterew, der sie erstmals Ende des 19. Jahrhunderts beschrieb. Frauen sind von diesem Leiden fast genausooft betroffen wie Männer, nur verläuft sie bei ihnen langsamer. In der Regel beginnt Morbus Bechterew zwischen dem 18. und 30. Lebensjahr. Der Grundprozess ist eine die gesamte Wirbelsäule angreifende Entzündung mit einer starken Tendenz zur Knochenbildung, Verknöcherung und Versteifung der Wirbelsäule.

 

Erste Symptome von Morbus Bechterew sind unspezifisch

Die ersten Anzeichen sind unspezifisch: Flüchtige Schmerzen im Rücken und im Kreuz, die vor allem nachts sowie in den frühen Morgenstunden auftreten und bis ins Gesäß ausstrahlen können. Bei etwa einem Drittel der Betroffenen kommt es zu Schmerzen im Bereich der Knie- und der Sprunggelenke, die nach einiger Zeit wieder verschwinden. Typisches Symptom bei Morbus Bechterew sind auch Augenentzündungen. Diese unklaren Symptome erschweren eine frühzeitige Diagnose und führen häufig zu Fehlurteilen. Dabei entscheidet der Zeitpunkt der Diagnose über den Schweregrad des Krankheitsverlaufes.

 

Schubweise Versteifung der Wirbelsäule

Nach den ersten wechselnden und flüchtigen Anzeichen, die der charakteristischen Versteifung der Wirbelsäule zum Teil um Jahre vorauseilen, befällt die Entzündung das Kreuzbein-Darmbein-Gelenk, die Verbindung zwischen der Wirbelsäulenbasis und dem Becken. Von hier aus greift der Bechterew schubweise auf die höher liegenden Wirbelsäulenabschnitte über. Die Wirbelkörper, Zwischenwirbelgelenke, Bandscheiben und sämtliche Bänder verwachsen zu einem blockartigen Gebilde. Betroffene können sich nur noch eingeschränkt bewegen. Nach und nach versteift der gesamte obere Bewegungsapparat in einem Zeitraum von 20 bis 30 Jahren. Eine Prognose über den Verlauf ist schwierig – nicht nur, weil Morbus Bechterew in unregelmäßigen Schüben verläuft, sondern auch, weil die Krankheit in jedem Stadium zum Stillstand kommen kann.

 

Therapie bei Morbus Bechterew

Die Therapie stützt sich auf die medikamentöse, die physikalische und die psychotherapeutische Behandlung. Als Medikamente werden nicht-cortisonhaltige Rheumamittel eingesetzt, in akuten Schmerzphasen reine Analgetika. Im Mittelpunkt der physikalischen Therapie steht eine spezielle Krankengymnastik, die der Patient zu Hause machen sollte. Heute ist man davon überzeugt, dass nur regelmäßige Bewegung einer Versteifung der Wirbelsäule entgegenwirken kann. Wichtig ist auch psychotherapeutische Betreuung der Patienten, denn man glaubt, dass nur eine entspannte Psyche erneute Schübe der Krankheit verhindern oder ihren Verlauf zumindest positiv beeinflussen kann.

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