Die unterschätzte Gefahr – Körper-Feind Kälte

Wenn es kalt ist, muss unser Körper Schwerstarbeit verrichten. Denn nur wenn er die Körpertemperatur von 37 Grad aufrechterhält, können die Organe optimal arbeiten. Dazu verlangsamt der Organismus die Durchblutung der Extremitäten, wir beginnen zu zittern.

Grund: Blut transportiert Wärme. Je weniger davon durch Hände und Füße fließt, desto besser werden die Organe mit Wärme versorgt.

 

Warum die Abwehr Sonne liebt

Bei Kälte verengen sich die Blutgefäße, der Stoffwechsel wird verlangsamt, die Abwehr arbeitet weniger effektiv. Dabei wird die Abkühlung draußen vom Körper oft zu spät bemerkt, und wir kühlen aus. Folge: Das Immunsystem wird gedrosselt, Viren und Bakterien haben leichtes Spiel. Studien zeigen, dass Vitamin D unsere Abwehr winterfest macht. Es wandelt die harmlosen Immunzellen in aktive Killerzellen um, die Angreifer unschädlich machen. Da der Stoff durch Sonnenlicht gebildet wird, sollten wir uns im Winter täglich 30 Minuten im Hellen aufhalten.

 

Hautschutz-Formel

Bei Kälte wird die Talg-Produktion der Haut reduziert. Fettender Talg aber dient als Schutzfilm. Zudem führt der Wechsel zwischen warmer Luft drinnen und kalter Luft draußen zum Austrocknen der Haut. Deshalb: Nicht zu viel heißes Wasser verwenden, es lässt die Haut aufquellen, sie verliert Feuchtigkeit. Wenig Seife nehmen, sie spült schützende Lipide (Fette) aus der Oberhaut. Fetthaltige Cremes nutzen, am besten mit Aloe vera.

 

Der Atem-Coach

Kalte Luft kann weniger Feuchtigkeit speichern als warme und ist deshalb trockener. Der Mix aus Kälte und Trockenheit strapaziert die Schleimhäute und Atemwege, die Bronchien ziehen sich zusammen. Und je tiefer die Atmung, desto angestrengter sind die Atemwege. Ab minus acht Grad sollte auf körperliche Anstrengung verzichtet werden, um Entzündungen in der Lunge zu vermeiden. Der Sportmediziner Dr. Markus Klingenberg rät: Mund zu! Durch die Nase eingeatmet, kann die Luft angewärmt und angefeuchtet werden.

 

Vorsicht, Thrombose-Gefahr

Kälte stimuliert die Ausschüttung von Stresshormonen - das Herz muss mehr arbeiten. Das Adrenalin sorgt dafür, dass der Blutdruck steigt und sich die Herzfrequenz erhöht. Wenn die Körpertemperatur um ein halbes Grad sinkt, erhöhen sich zudem die Anzahl der roten Blutkörperchen und die Cholesterin-Konzentration – das Blut wird dicker, und es kann zu einem Blutgerinnsel kommen. Menschen mit einer Neigung zu Thrombosen und Frauen in der Schwangerschaft sollten große Kälte deshalb meiden.

 

Kälte-Schutz durch richtige Ernährung

Suppen und Eintöpfe geben dem Körper Energie und innere Wärme. Mit Gewürzen wie Chili, Nelken, Lorbeerblättern und Paprika wird der Körper ebenfalls vor Kälte geschützt. Auch kalzium- und magnesiumreiches Obst wie Johannisbeeren, getrocknete Feigen, Bananen, Kiwis oder getrocknete Datteln ist gut bei Kälte. Rohkost kühlt den Körper dagegen eher aus.

 

Genug und das richtige trinken

Empfohlen werden 2 Liter Wasser oder Kräutertee pro Tag, denn das schützt die Schleimhäute vor dem Austrocknen. Ideal für die Abwehrkräfte ist Holundertee, die Eiweißstoffe aus dem Holunder fangen die Krankheitserreger ab. Von kalten oder zuckerhaltigen Getränken sollten Sie hingegen die Finger lassen. Und vom Alkohol: Er weitet die Blutbahnen, dadurch wird es einem kurzfristig schön warm. Allerdings fehlt diese Wärme für die Versorgung der inneren Organe, und es droht eine Unterkühlung.

 

Die richtige Kleidung gegen Kälte

Zehn Prozent der Gesamtkörperwärme verlieren wir über den Kopf. Aber auch über den Hals und die Hände verschwindet Körperwärme. Bedecken Sie die freien Hautstellen mit Mütze, Schal und Handschuhen. Fäustlinge wärmen besser als Fingerhandschuhe.

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