Die unbewusste Gefahr von Schlaftabletten

Rieke Heinze

Schlafmangel und dauerhafte Erschöpfung können zu extremen Belastungen werden. Betroffene sind gereizt und leiden unter leichten bis schweren Konzentrationsstörungen. Um endlich wieder zu schlafen und die Batterien aufzuladen, greifen viele zu Schlafmitteln. Diese bergen aber ungeahnte Risiken. Eine neuer Wirkstoff könnte Abhilfe schaffen. 

Frau schläft durch
Foto:  iStock/agrobacter

Wer kennt es nicht? Eine Nacht nicht richtig durchgeschlafen und schon können wir uns am nächsten Tag nur schwer konzentrieren, die Gedanken driften ab und wir fühlen uns schlapp und erschöpft. Um wieder einen erholsamen Schlaf zu haben, greifen viele zu Schlafmitteln, besonders zu Schlaftabletten. Doch was einige nicht wissen: der Inhaltsstoff Benzodiazepin lässt uns zwar leichter einschlafen und sorgt für einen durchgängigen Schlaf - gleichzeitig reduziert er aber auch die Fähigkeit des Gehirns drastisch, auf Gefahren zu reagieren.

 

Benzodiazepine in Schlafmitteln

Auch während des Schlafens registriert das Gehirn alle sensorischen Informationen um uns herum. Dazu zählen Geräusche, Gerüche und auch Bewegungen. Registriert es eine sich anbahnende Gefahr, wie zum Beispiel den Geruch von Verbranntem oder auch ein lautes Geräusch, weckt es uns notfalls auch aus dem Tiefschlaf, damit wir uns in Sicherheit begeben können. Benzodiazepine reduzieren diese lebenswichtige Funktion und gefährden damit unsere Sicherheit. 

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DORA als alternatives Schlafmittel getestet

Duale Orexin-Rezeptor-Antagonisten (DORA) versprechen einen Ausweg. Getestet wurde der neue Wirkstoff an Mäusen. Vergleichsgruppen erhielten ein Benzodiazepin-Präparat sowie einen Placebo. Die Mäuse, die DORA erhielten, wachten bei einer simulierten Gefahrenquelle genauso schnell auf wie die Placebo-Gruppe, konnten aber nachdem die Gefahr vorüber war, auch wieder sehr schnell einschlafen. DORA soll außerdem nicht über die natürliche Schlafdauer hinaus wirken - Schläfrigkeit am Tag nach der Einnahme eines Schlafmittels kann so nicht entstehen. Damit erfüllt der Wirkstoff die Auflagen eines Schlafmittels, gewährleistet dabei jedoch mehr Sicherheit und Verträglichkeit für den Konsumenten. Tests werden noch zeigen müssen, ob die Wirkung sich auch beim Menschen bestätigt. 

Neben medikamentöser Behandlung können auch Hausmittel, homöopathische Mittel oder Entspannungstechniken einen gesunden Schlaf fördern und Schlafprobleme beseitigen.

Quelle

Frontiers. "Millions on prescription sleeping pills would sleep through a fire alarm." ScienceDaily. ScienceDaily, 11 January 2019. 

Shouhei Iwakawa, Yuichi Kanmura, Tomoyuki Kuwaki. Orexin Receptor Blockade-Induced Sleep Preserves the Ability to Wake in the Presence of Threat in Mice. Frontiers in Behavioral Neuroscience, 2019

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