Die U4-Untersuchung des Baby: Körperliche Reife und Impfschutz

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Die U4-Untersuchung ist zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat als vierte von elf Vorsorgeuntersuchungen beim Kind angesetzt. Der Kinderarzt begutachtet nicht nur die bisherige Entwicklung des Babys, sondern impft gegen mehrere Infektionskrankheiten, beziehungsweise frischt Impfungen auf.

In Deutschland haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf elf Untersuchungen ihres Babys beziehungsweise Kleinkinds. Die U4 ist die vierte U-Untersuchung, daher der Name. Der Kinderarzt beurteilt vor allem die körperliche Reife, die Haltung und die Koordination. Er impft auch, wie bei früheren U-Untersuchungen, gegen Kinderkrankheiten. 

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Wann ist die U4-Untersuchung?

Kinderärzte planen die U4-Untersuchung als Vorsorgeuntersuchung fürs Baby zwischen dem dritten und vierten Lebensmonat ein. Das Kind ist schon einige Zeit zu Hause und hat sich weiterentwickelt. Es gibt vielleicht Anhaltspunkte auf Erkrankungen oder Entwicklungsstörungen aus früheren U-Untersuchungen, die weiter zu verfolgen sind. Aber selbst bei gesunden Babys ist es wichtig, das weitere Wachstum, die Motorik und die Koordination in Augenschein zu nehmen.

 

Was ist die U4-Untersuchung?

Zu Beginn der U4-Untersuchung steht ein Gespräch mit den Eltern: Was hat sich seit dem letzten Termin verändert? Wie ist die Entwicklung des Babys? Trinkt es gut? Dann folgen verschiedene Tests, um die Motorik und die Sinne zu beurteilen: Reagiert das Baby auf Reize wie ein Spielzeug oder ein Geräusch altersgemäß? Wie ist die Koordination, kann der Kopf in Bauchlage schon von selbst gehalten werden? Beginnt das Baby bereits, Laute von sich zu geben? Außerdem werden, wie bei den bisherigen Vorsorgeuntersuchungen des Babys, die inneren Organe von außen abgetastet und mit dem Stethoskop abgehört. Diese Untersuchung liefert Hinweise auf mögliche Erkrankungen.

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Was erfahren Eltern bei der U4-Untersuchung?

Bei der U4 geht es aber nicht nur um die Untersuchung selbst. Mit zunehmendem Alter beginnt das Kind, sich mehr zu bewegen. Das bedeutet auch, dass im Alltag zusätzliche Gefahren drohen: ein wichtiger Aspekt, über den Kinderärzte die Eltern informieren. So kann der Sturz vom Wickeltisch zu schweren Unfällen führen – das Kind sollte ständig beaufsichtigt werden. Und kleine Gegenstände, die achtlos am Tisch liegen, wecken das Interesse. Beim Verschlucken kann es zu Atemnot oder gar zum Ersticken kommen. Eltern, die bereits Kinder haben, kennen diese Gefahrenquellen.

 

Welche Impfungen werden bei der U4-Untersuchung empfohlen?

Auch die Vorsorge vor Infektionskrankheiten ist Thema der U4-Untersuchung. Die Ständige Impfkommission (STIKO) am Robert Koch-Institut rät zu mehreren Auffrischungsimpfungen. Die erste Dosis wurde bereits bei der U3-Untersuchung verabreicht. Im dritten Lebensmonat erhalten Babys erneut Impfungen gegen Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis), Hepatitis B, einen Grippevirus (Haemophilus influenzae Typ b), und Kinderlähmung (Polio). Um Babys möglichst wenig zu belasten, ist dies bei der U4-Untersuchung in Form einer einzigen Spritze, sprich als Sechsfachimpfung, möglich. 

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Quellen:

  • Illing, Stephan; Claßen, Martin (2017): Klinikleitfaden Pädiatrie, München: Elsevier/Urban&Fischer.
  • Speer, Christian P. et al. (2018): Pädiatrie, Berlin: Springer-Verlag.
  • Empfehlungen der Ständigen Impfkommission, in: Robert Koch-Institut (https://www.rki.de/DE/Content/Kommissionen/STIKO/Empfehlungen/Impfempfehlungen_node.html)
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