Die U11-Untersuchung als Gesundheitsvorsorge bei Schulkindern

Michael van den Heuvel Medizin- und Wissenschaftsjournalist

Die U11-Untersuchung ist die letzte U-Vorsorgeuntersuchung für Kinder. Vorgesehen ist sie zwischen dem neunten und zehnten Lebensjahr. Dabei geht es auch um schulische Leistungen und um mögliche Ursachen bei Problemen. Der Schutz durch Impfungen wird ebenfalls erweitert.

Über die Entwicklung vom Baby und Kleinkind zum Schulkind ist bis zur U11-Untersuchung etwa ein Jahrzehnt vergangen. Mit zunehmendem Alter sollen Schulkinder lernen, Verantwortung für ihr Leben zu übernehmen, etwa durch eine vernünftige Ernährung, durch viel Bewegung und durch einen maßvollen Medienkonsum. Um diese Themen geht es bei der U11, der letzten Vorsorgeuntersuchung beim Kind.

 

Wann ist die U11-Untersuchung?

Die U11-Untersuchung ist zwischen dem neunten und zehnten Lebensjahr geplant. In diesem Lebensabschnitt geht es unter anderem um die Frage, welche weiterführende Schule ein Kind besuchen soll – eventuelle Lernschwierigkeiten haben vielleicht gesundheitliche Ursachen. Und die Pubertät steht bevor. Der Zeitpunkt dieser U-Untersuchung ist daher bewusst so gewählt worden, um in dieser Phase das Schulkind und seine Eltern zu unterstützen. Anders als die Vorsorgeuntersuchung beim Baby und Kleinkind übernehmen hier nicht alle gesetzlichen Krankenkassen die Kosten. Eltern sollten sich daher vorab informieren.

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Was ist die U11-Untersuchung?

Bei der U11 untersucht der Arzt das Schulkind umfassend. Er bestimmt die Größe, das Gewicht und hört innere Organe ab. Eltern kennen dies bereits von der Untersuchung beim Baby oder beim Kleinkind. Anhand seiner Aufzeichnungen kann er die Entwicklung vom Baby zum Schulkind nachvollziehen und erkennen, wo es vielleicht schon früher gesundheitliche Probleme gegeben hat. Die Zähne und der Kiefer werden ebenfalls unter die Lupe genommen. Im Gespräch mit den Eltern und dem Kind versucht der Arzt außerdem, Stress, Probleme in der Schule, Aufmerksamkeitsdefizite oder Verhaltensauffälligkeiten zu erkennen. Hinzu kommen Tests, bei denen es darum geht, sich eine gewisse Zeit zu konzentrieren und einen altersgerechten Text zu verstehen.

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Welche Informationen erhalten Eltern bei der U11-Untersuchung?

Bei der U11-Untersuchung befinden sich Kinder im Übergang zur Pubertät. Darauf geht der Arzt in seinem Gespräch ein, um belastenden Situationen vorzubeugen. Er berät auch zur gesunden Ernährung, zum sinnvollen Umgang mit digitalen Medien und zur Notwendigkeit, sich regelmäßig zu bewegen. Weitere Tipps betreffen die Vermeidung von Hautkrebs durch Sonnenschutz im Freien. Das Kind und seine Eltern erfahren auch Wissenswertes zur Suchtprävention, Stichwort Alkohol, und zur Gewaltprävention.

 

Gegen welche Krankheiten impft der Arzt bei der U11-Untersuchung?

Die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut empfiehlt zwischen dem neunten und 16. Lebensjahr mehrere Auffrischungsimpfungen, nämlich gegen Wundstarrkrampf (Tetanus), Diphtherie, Keuchhusten (Pertussis) und Kinderlähmung (Poliomyelitis). Außerdem haben sowohl Mädchen als auch Jungen zwischen dem neunten und 14. Lebensjahr Anspruch auf zwei Grundimmunisierungen gegen Humane Papillomviren (HPV). Diese können unter anderem Krebs am Gebärmutterhals, am After und am Penis auslösen. 

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Quellen:

  • Illing, Stephan; Claßen, Martin (2017): Klinikleitfaden Pädiatrie, München: Elsevier/Urban&Fischer.
  • Speer, Christian P. et al. (2018): Pädiatrie, Berlin: Springer-Verlag.
  • Empfehlungen der Ständigen Impfkommission in: www.rki.de (Robert Koch-Institut)
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