Die Todesmaus aus dem Garten

Stephanie Pingel
Hantaviren können beim Menschen Infektionen unterschiedlicher Ausprägung hervorrufen. Überträger sind infizierte Tiere, z.B. Rotelmäuse
Hantaviren können beim Menschen Infektionen unterschiedlicher Ausprägung hervorrufen. Überträger sind infizierte Tiere, z.B. Rotelmäuse © iStock/CreativeNature_nl

2017 gab es einen deutlichen Anstieg der Infektionszahlen bei dem sogenannten Hantavirus, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtet. Der Überträger der Krankheit, die bei Menschen unter anderem zu Nierenversagen führen kann, ist ein unscheinbarer kleiner Wald- und Gartenbewohner.

"Rötelmaus" heißt der kleine Nager, der im vergangenen Jahr die Hantavirus-Infektionen in die Höhe trieb. Das Virus kann unter anderem grippeähnliche Symptome und lebensbedrohliche Nierenfunktionsstörungen sowie –versagen auslösen. In einem aktuellen Bericht meldet das RKI 1.713 Neuinfektionen im Jahr 2017. Zum Vergleich: 2016 wurden lediglich 282 Erkrankungen registriert. Gleichzeitig weist das RKI allerdings darauf hin, dass die Zahl der Infizierten jährlich stark schwankt. 2018 gab es demnach bisher lediglich 53 Neuinfektionen.

 

Wie wird das Hantavirus übertragen?

Die Rötelmaus ernährt sich vor allem von Bucheckern – die es 2016 reichlich gab. Daher konnten sich die Tiere, die in Wäldern sowie waldnahen Gärten, Schuppen und Scheunen leben, stark vermehren. Die Erreger des Hantavirus überleben mehrere Tage lang in den Ausscheidungen wie Speichel, Kot oder Urin der Rötelmaus und können ohne direkten Kontakt vom Menschen eingeatmet werden. Aber auch durch einen Biss des Nagetiers oder über bestehende Hautverletzungen gelangt das Virus in den Körper. Von Mensch zu Mensch findet keine Übertragung statt. Zwei bis vier Wochen nach der Ansteckung kann es zu plötzlichem Fieber, zu Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, sowie zu einer erhöhten Lichtempfindlichkeit kommen. Nach ein paar Tagen treten außerdem häufig starke Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall auf. Auch Kreislaufprobleme sind möglich.

Wer unter diesen Anzeichen der Krankheit leidet, sollte möglichst schnell einen Arzt aufsuchen und ihn auch auf eine eventuelle Infektion hinweisen. Behandelt werden die Symptome des Hantavirus, das in der Regel folgenlos abheilt. Es gibt keine vorbeugende Impfung – mit ein paar Tricks kann man das Risiko einer Ansteckung aber vermindern. Wer beispielsweise viel draußen im Garten arbeitet, sollte sich anschließend stets die Hände desinfizieren. Finden Sie Spuren von Mäusen im Haus oder im Garten, sollten die Tiere bekämpft werden. Achten Sie außerdem darauf, Mäuse nicht versehentlich anzulocken, indem Sie beispielsweise Abfall nur in verschlossenen Tonnen lagern und Essensreste nicht auf dem Hauskompost entsorgen.

Themen
Das könnte Sie auch interessieren
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.