Die Sehnenformel – Wieso Verletzungen an Sehnen, Muskeln und Knochen bald der Vergangenheit angehören könnten

Verletzungen vorhersagen mit der Sehnenformel
Forscher können mit der Sehenformel einen Verletzungsverlauf errechnen und ihn bildlich darstellen © Fotolia

Unfälle können immer passieren und zu Sehnenrissen, Muskelverletzungen oder Knochenbrüche führen. In den meisten Fällen gehen solche Schäden aber auf Gewebeüberlastungen zurück. Forscher haben nun einen Weg gefunden solche Verletzungen zu erkennen – bevor sie auftreten. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Durch die tägliche Inanspruchnahme werden unsere Sehnen, Muskeln und Knochen enorm belastet. Die Folgen können kleinste Anrisse oder Haarbrüche im Gewebe sein. Solche Belastungsschäden verursachen in diesem frühen Stadium keine Beschwerden, bleiben aber oft unbemerkt und führen schließlich zu ernsthaften Verletzungen – wie Knochenbrüche, Sehnenrisse oder Muskelverletzungen.

 

Schäden sollen vorhersehbar sein

US-amerikanische Forscher der Washington University haben nun in einer aktuellen Studie ein Verfahren vorgestellt, bei dem die Struktur von Körpergewebe analysiert, unentdeckte Belastungsschäden erkannt und der weitere Verletzungsverlauf bildlich dargestellt werden kann.

Dafür kombinierte das Team um Professor Stavros Thomopoulos Erkenntnisse aus der Materialforschung, der wissenschaftlichen Bildanalyse sowie Medizin und entwickelten einen Algorithmus, mit dem sich zukünftige Gewebeverletzungen nach Belastungsschäden vorhersagen lassen.

 

Die Entwicklung der Sehnenformel

Der Algorithmus berücksichtigt zur Bestimmung von Schwachstellen theoretische Werte über die Eigenschaften des jeweiligen Materials. Professor Thomopoulos  erklärt in diesem Zusammenhang, dass es für die Formel „nicht wichtig ist, ob es sich um das Material einer Brücke oder einer Sehne handelt.“ Entscheidend sei viel mehr, dass möglichst vielen Informationen über das zu untersuchende Material zur Verfügung stehen. Je mehr Informationen in den Algorithmus mit einfließen, desto präziser sei die Vorhersage über vorhandene Materialschwächen und – im Fall von Körpergewebe – die weitere Entwicklung von Verletzungen.

 

Vorhersagen visualisieren

Die Sehnenformel ist darüberhinaus nicht nur in der Lage Belastungsschwächen im Gewebe und einen daraus entstehenden Verletzungsverlauf der Knochen, Sehnen oder Muskeln theoretisch zu bestimmen, sondern auch bildlich darzustellen. Dafür bedienen sich die Forscher hochauflösender Bilder des zu untersuchenden Gewebes, die zuvor mithilfe von Magnetresonanztomographen (MRT) oder Ultraschallgeräten aufgenommen wurden. Ausgehend von den theoretischen Werten der  Materialbeschaffenheit und unter Berücksichtigung definierten Belastungseinwirkungen auf das Gewebe lässt sich so der Fortlauf eines Belastungsschadens exakt simulieren. 

Hamburg, 28. August 2014

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