"Die Schwindelambulanz hat mir endlich geholfen"

Frau mit Mann und Fahrrad
Erst in der Schwindelambulanz konnte Rita Pittrich geholfen und der lästige Schwindel ausgeschaltet werden © Fotolia

Es fühlt sich an, als würde man in einem Lift stehen, der schnell nach unten fährt. Oder auf einem stark schwankenden Schiff. Beinahe jeder Dritte leidet unter Schwindelanfällen, die Gefühle von Angst und Unsicherheit auslösen. Wie bei Rita Pittrich (62). Lesen Sie hier ihre spannende Geschichte.

 

Alles drehte sich plötzlich

Ob Wandern, Schwimmen oder Fahrradfahren – in meiner Freizeit hat Bewegung immer schon eine große Rolle gespielt. Dazu habe ich jede freie Minute genutzt. Bis zu jenem Tag vor zwei Jahren, als morgens die Welt für mich zu schwanken begann. Mehrere Minuten lang schienen die Wände zu wackeln, sodass ich beinahe hinfiel. Nachdem sich das im Laufe des Tages dreimal wiederholt hatte, fuhr mich mein Mann zum Arzt. Der vermutete ein Kreislaufproblem, verordnete mir ein leichtes Mittel gegen meinen niedrigen Blutdruck und sagte mir, ich solle mir keine Sorgen machen. Das tat ich auch nicht – bis ein paar Wochen später die nächste Attacke kam.

 

Die Anfälle kamen immer wieder

Dieses Mal dauerte es mehrere Stunden. Und abgesehen von dem Schwindel hörte ich plötzlich auch schlecht auf dem rechten Ohr. Es war ein Gefühl, als wäre Watte darin. "Ein Hörsturz", meinte der HNO-Arzt, den ich als nächstes aufsuchte. Er verordnete mir entsprechende Tabletten. Doch auch die halfen nicht. Die Anfälle kamen immer wieder, ich war verzweifelt. Mein HNO-Arzt äußerte schließlich den Verdacht auf "Morbus Menière" – eine Erkrankung des Innenohrs, die schwer zu diagnostizieren ist. Daher überwies er mich zur genauen Abklärung zu den Spezialisten der Schwindelambulanz Lübeck (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein). Sie entdeckten zunächst, dass der Hörnerv an meinem rechten Ohr nicht intakt war.

 

Schuld war ein Überdruck im Ohr

Ein weiteres wichtiges Ergebnis brachte ein rotierender "Drehstuhl", der künstlich Schwindel erzeugt. Während ich darauf saß, wurden meine Augenbewegungen aufgezeichnet. Und tatsächlich zeigte sich, dass meine Gleichgewichtsfunktion auf der rechten Seite eingeschränkt war. Zusammen mit dem Hörschaden und meinen sonstigen Symptomen deute tatsächlich alles auf Morbus Menière hin, erklärte mir Prof. Günter Helmchen, der Leiter des Schwindelambulanz. Zunächst bekam ich ein Medikament, das gezielt die Ursache der Erkrankung bekämpft: den Überdruck im Innenohr, der dort durch ein Übermaß an Flüssigkeit ("Endolymphe") entsteht. Leider brachte es aber bei mir nur wenig Besserung. Deshalb empfahl mir Dr. Henning Frenzel, der HNO-Arzt der Ambulanz, ein anderes Verfahren – die "Labyrinth-Anästhesie".

 

Nach zwei Tagen beschwerdefrei

Dabei wird ein Betäubungsmittel durch das Trommelfell ins Innenohr gespritzt, um das Gleichgewichtsorgan dauerhaft zu beruhigen. "Die Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent und die kleine Wunde ist innerhalb weniger Stunden verheilt", versicherte mir Dr. Frenzel. Und: "Die Methode hat kaum Nebenwirkungen, gefährdet also nicht das Hörvermögen." Das überzeugte mich. Und da der Mini-Eingriff unter lokaler Betäubung stattfand, war er sogar völlig schmerzfrei. Ich musste für zwei Nächte in der Klinik bleiben. Am Tag der Behandlung hatte ich noch einen Schwindelanfall, was direkt danach normal ist.

Doch in den nächsten Wochen zeigte sich: Das "Karussell" in meinem Kopf war verschwunden, der Besuch in der Schwindelambulanz war ein voller Erfolg. Ich konnte mich endlich wieder frei bewegen und nutze wieder dankbar jedes Frühlingswochenende – für ausgedehnte Fahrradtouren mit meinem Mann.

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