Die Rücken-Revolution

Rückenschmerzen
Rückenschmerzen treten oft ohne erkennbare Ursache auf. Oft ist negativer Stress eine Ursache © Fotolia

Was hilft meinem Rücken wirklich? Deutschlands führender Experte Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer sagt, was wir bei Rückenschmerzen selbst tun können.

Rückenschmerzen bleiben trotz aller Fortschritte der Medizin ein rätselhaftes Symptom, für das sich in 80 bis 90 Prozent aller Fälle keine körperlichen Ursachen finden lassen“, sagt Prof. Dr. Dietrich Grönemeyer, Leiter des Instituts für Mikrotherapie in Bochum.

Prof. Dr. Grönemeyer rät zu mehr Bewegung bei Rückenproblemen

Trotzdem werden jährlich rund 100 000 Menschen an den Bandscheiben operiert. Mehr als die Hälfte dieser Eingriffe ist sinnlos. „Negativer Stress macht uns auf Dauer krank und ist verantwortlich für die Mehrzahl der Rückenschmerzen“, sagt Grönemeyer. Aber: „Es gibt einen einfachen Test, um herauszufinden, ob man locker oder angespannt ist. Legen Sie ein kleines Sofakissen auf den Boden, und stellen Sie sich barfuß darauf. Beginnen Sie, langsam auf dieser Stelle zu laufen.“ Nach ein paar Minuten fühlt man sich locker – aber nur, wenn man innerlich entspannt ist.

Wer unter Anspannung steht, beginnt automatisch zu kippeln. Denn: Unsere Wirbelsäule ist eine Art Alarmanlage der Psyche, die sich mit Schmerzen meldet, wenn Körper, Geist und Seele die notwendige Balance fehlt. Was hilft? „Bewegung. Sie könnte 90 Prozent aller Rückenprobleme verhindern“, antwortet Grönemeyer. Dabei bauen wir Stresshormone ab – und beugen so Verspannungen vor. „Tabu sind Sportarten, die ruckartige Bewegungen erfordern. Viele Ballsportarten wie Tennis und auch Joggen können die Probleme noch verschlimmern“, warnt Prof. Grönemeyer.

Ansonsten gilt: „Vorsichtig bewegen, auch wenn es wehtut. Es sollten jedoch keine ausstrahlenden Schmerzen oder Empfindungsstörungen in Armen oder Beinen vorliegen. Bei akutem Schmerz bremst Kälte den Stoffwechsel, entzündliche Reizzustände und Schmerzen werden gehemmt.“ Einfach im Zwei-Stunden-Takt ein Coolpack auf die schmerzende Region legen. Bei chronischem Schmerz weitet Wärme die Blutgefäße, fördert die Durchblutung und regt den Stoffwechsel an. Optimal ist ein Bad mit Moorzusatz, Melisse, Baldrian oder Hopfen oder eine heiße Dusche. Auch Kirschkernkissen, Wärmflaschen und Infrarotlampen heizen dem Schmerz ein. Und Sie, Herr Grönemeyer? „Ich selbst praktiziere regelmäßig Yoga und halte mich an mein Motto: Turne bis zur Urne.“

Das könnte Sie auch interessieren
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.