Die richtige Omeprazol-Dosierung

Kapitel
  1. 1. Omeprazol – Wirkstoff-Guide
  2. 2. Die 10 häufigsten Fragen
  3. 3. Nebenwirkungen
  4. 4. Dosierung
  5. 5. Medikamente

Wer öfter unter Sodbrennen leidet, das länger als einen Tag lang anhält, sollte mit Medikamenten gegensteuern. Experten empfehlen in diesen Fällen sogenannte Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol.

Rezeptfreie Präparate müssen in der Regel nur einmal täglich genommen werden. Mithilfe dieser Medikamente bildet der Magen weniger Säure. Wichtig: Dauerbeschwerden sind Sache des Arztes.

 

Omeprazol als "Prodrug"

Der Wirkstoff Omeprazol gilt auch als sogenannte „Prodrug“. Das bedeutet, dass der Wirkstoff sich erst an seinem Wirkungsort in seine aktive Form wandelt. Dadurch kann sichergestellt werden, dass der Wirkstoff auch erst an dieser exakten Stelle wirkt und keine Nachbarzellen beeinflusst.

 

Darreichungsform von Omeprazol

Der Wirkstoff Omeprazol ist als Tablette, Hartkapsel oder als Infusionslösung erhältlich. Sowohl bei der Tablette als auch den Kapseln handelt es sich um magensaftresistente Darreichungsformen, die erst im Dünndarm ihre Wirkung abgeben und dann über die Blutbahn aufgenommen werden und schließlich im Magen ihre Wirkung entfalten.

Magenschleimhaut
Aufgrund ihrer magensaftresitenten Galenik gelangen Arzneimittel mit dem Wirkstoff Omeprazol über den Dünndarm und schließlich über die Blutbahn an die Belegzellen der Magenschleimhaut© Fotolia

Für eine bestmögliche Aufnahme von Omeprazol empfiehlt es sich, die Tablette oder Kapsel etwa 30 Minuten vor dem frühstück auf nüchternen Magen einzunehmen.

 

Dosierung bei Erwachsenen

Im Normalfall nehmen Erwachsene zur Behandlung einmal täglich etwa 20 mg des Wirkstoffs ein. Diese Menge ist auch gleichzeitig die maximal empfohlene Tageshöchstdosis.

Da Präparate mit diesem Wirkstoff nicht länger als 14 Tage in Folge eingenommen werden sollen, sind die meisten rezeptfreien Varianten mit einer Packungsgröße von 14 Tabletten auch auf diese Einnahmedauer ausgelegt.

Es ist nicht selten, dass auch Dosen von 40-60 mg des Wirkstoffs zur täglichen Behandlung eingesetzt werden. In diesen Fällen muss der Wirkstoff aber vom Arzt verschrieben werden, da der Wirkstoff ab einer Menge von mehr als 20 mg pro Tablette als verschreibungspflichtig gilt.

Bessern sich die Beschwerden nach zweiwöchiger Selbstmedikation nicht, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

 

Dosierung bei Kindern

Bei Kindern, die älter als ein Jahr sind und mehr als zehn Kilogramm wiegen, wird Omeprazol zur Behandlung einer schweren Entzündung der Speiseröhre durch Rückfluss von Magensaft (Refluxösophagitis) angewendet.

Für Kinder unter einem Jahr ist der Wirkstoff nicht geeignet und darf nicht verordnet werden.

Die Dosis wird vom behandelnden Arzt festgelegt und richtet sich nach dem Gewicht des Kindes.

 

Dosierung bei Schwangeren

Es herrschen zwei Meinungen zu dem Thema Omeprazol in der Schwangerschaft vor. Die Vertreter der einen Gruppe sagen ganz klar, das während der gesamten Schwangerschaft auf die Einnahme von Omeprazol verzichtet werden sollte. Die andere Gruppe orientiert sich an der Studienlage. Denn bislang haben Studien belegt, dass die Einnahme des Wirkstoffs Omeprazol in der Früh- und in der Spätschwangerschaft, ebenso kurz vor der Geburt keine Fehlbildungen, Frühgeburten oder sogenannte Spontanaborte verursacht.

Wenn sich eine schwangere Frau dazu entschließt Omeprazol einzunehmen, dann sollte sie dies immer nur auf ärztlichen Rat hin und zur Behandlung einer ernsten Erkrankung tun. 

Mütter sollten während der Stillzeit besser auf die Einnahme des Wirkstoffs Omeprazol verzichten
Mütter sollten während der Stillzeit besser auf die Einnahme des Wirkstoffs Omeprazol verzichten© Fotolia

Da für die Stillzeit wenig bis keine aussagekräftigen Daten vorliegen, sollte die Gabe von Omeprazol auch hier nur bei einer eindeutigen Erkrankung und auf ärztlichen Rat hin gegeben werden.

 

Wie wirkt Omeprazol?

Der Wirkstoff Omeprazol gehört zur Gruppe der sogenannten Protonenpumpenhemmer. Er wird oral, entweder in Form von Tabletten oder Kapseln, eingenommen und durch seine magensaftresistente Galenik erst im Dünndarm aufgenommen. Von da gelangt der Wirkstoff über die Blutbahn zu den sogenannten Belegzellen der Magenschleimhaut. An dieser Stelle erfüllt der Wirkstoff seinen eigentlichen Zweck, denn die Belegzellen sind für die Magensäureproduktion zuständig. Omeprazol sorgt nun dafür, dass ein bestimmtes Enzym, das als Protonenpumpe bezeichnet wird, blockiert wird. Die Folge: Die Säureproduktion im Magen wird irreversibel gehemmt. Wie stark die Säureproduktion gehemmt wird, liegt an der verabreichten Omeprazol-Dosis.

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