Die richtige Loperamid-Dosierung

Kapitel
  1. 1. Loperamid – Wirkstoff Guide
  2. 2. Die 10 häufigsten Fragen
  3. 3. Nebenwirkungen
  4. 4. Dosierung
  5. 5. Medikamente

Aufruhr im Bauch – das ist doch normal, oder? Darüber lässt sich streiten. Wenn auch nur ein bisschen nicht stimmt – mit der Nahrung, durch Erreger –, gerät die Verdauung aus der Balance.

Ist denn das normal? Ja – weil das komplizierte Körperversorgungssystem sehr sensibel ist. Das muss es aber auch sein. Denn beim Essen und Trinken kann einiges in den Körper gelangen, das krank machen könnte. Und das muss schnell wieder heraus.

Spezielle Nerven wachen aufmerksam darüber – unser Bauchhirn. Und das kann schon mal irritiert werden, was etwa Verstopfung oder Durchfall auslöst. Auch das ist normal, solange die Beschwerden eine gewisse Stärke und Dauer nicht überschreiten. Wenn der Durchfall doch stärker ist, können Wirkstoffe wie Loperamid den Durchfall stoppen.

 

Darreichungsform von Loperamid

Der Wirkstoff Loperamid ist als Tablette, Kapsel, Brausetablette oder als Schmelzplättchen erhältlich. Die Kapseln oder Tabletten mit Loperamid werden mit etwas Flüssigkeit eingenommen, die Brausetablette wird einfach in Wasser aufgelöst. Die Schmelzplättchen kann man einfach im Mund zergehen lassen. Sie sind besonders für Reisen geeignet, wenn man gerade kein Wasser zur Hand hat.

Zu Beginn der Durchfall-Behandlung werden bei der ersten Dosierung meist zwei Tabletten oder Kapseln mit dem Wirkstoff Loperamid eingenommen
Zu Beginn der Durchfall-Behandlung werden bei der ersten Dosierung meist zwei Tabletten oder Kapseln mit dem Wirkstoff Loperamid eingenommen© Fotolia
 

Dosierung bei Erwachsenen

Die Tageshöchstdosis für Erwachsene beträgt 12 mg. Zu Beginn der Behandlung werden vier mg, das entspricht zwei Tabletten oder Kapseln, eingenommen. Nach jedem weiteren ungeformten Stuhl wird eine Folgetablette oder Kapsel (zwei mg) eingenommen, jedoch nicht mehr als sechs Tabletten oder Kapseln pro Tag.

Der Wirkstoff Loperamid sollte nicht länger als zwei Tage in Folge eingenommen werden. Sollte der Betroffene nach dieser Zeit noch unter Durchfall leiden, sollte der Wirkstoff unbedingt abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden.

 

Dosierung bei Kindern

Kinder unter zwei Jahren dürfen nicht mit dem Wirkstoff Loperamid behandelt werden.

Ab einem Alter von zwei Jahren verordnet der behandelnde Arzt nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung den Wirkstoff und legt die passende Dosierung und ebenso die Darreichungsform für das Kind fest. Eltern sollten ihren Kindern auf keinen Fall ohne ärztliche Anordnung den Wirkstoff verabreichen, da die in den Kapseln oder Tabletten enthaltene Wirkstoffmenge für Kinder meist zu hoch dosiert ist.

Kinder über zwölf Jahren dürfen pro Einnahme maximal zwei mg einnehmen. Die Tageshöchstdosis sollte bei ihnen die Menge von acht mg nicht überschreiten, das entspricht etwa vier Tabletten oder Kapseln.

 

Dosierung bei Schwangeren

Vor der Einnahme von Medikamenten während der Schwangerschaft sollte immer der behandelnde Arzt befragt werden. Dieser rät dann nach einer Nutzen-Risiko-Abwägung entweder zur Einnahme des Wirkstoffs oder er rät davon ab.

Der Wirkstoff Loperamid verlangsamt die Darmbewegung. Dadurch kann der Verdauungsbrei eindicken und der Durchfall stoppt
Der Wirkstoff Loperamid verlangsamt die Darmbewegung. Dadurch kann der Verdauungsbrei eindicken und der Durchfall stoppt© Fotolia

Da es bislang nicht genügend Studien und Erfahrungsberichte dazu gibt, wie Loperamid auf das ungeborene Kind wirkt, sollte auf die Einnahme des Wirkstoffs während der Schwangerschaft besser verzichtet werden.

Da geringe Mengen des Wirkstoffes in die Muttermilch übergehen können, sollte der Arzneiwirkstoff in der Stillzeit nicht angewendet werden.

 

Wie wirkt Loperamid?

Loperamid zählt zur Wirkungsgruppe der Opioide. Anders als andere Wirkstoffe dieser Gruppe, entfaltet Loperamid seine Wirkung nicht im zentralen Nervensystem, sondern im Darm. Aus diesem Grund wird Loperamid hauptsächlich zur Behandlung von akuten oder chronischen Durchfallerkrankungen verwendet.

Loperamid hemmt die Darmbewegung und bekämpft nicht die Ursache des Durchfalls. Der Wirkstoff kann als Durchfallstopper funktionieren, weil er sich an sogenannten Opioid-Rezeptoren im Darm heftet und dadurch die Darmbewegung verlangsamt wird. Bewegt sich der Darm nun kaum mehr, kann mehr Wasser aus der Verdauung aufgenommen werden. Die Folge: Der Verdauungsbrei dickt ein und der Durchfall hört auf.

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