Die richtige Gabapentin-Dosierung

Kapitel
  1. 1. Gabapentin – Wirkstoff-Guide
  2. 2. Die 10 häufigsten Fragen
  3. 3. Nebenwirkungen
  4. 4. Dosierung
  5. 5. Medikamente

Gabapentin wird zu Beginn der Therapie schleichend dosiert. Das bedeutet, dass der Arzt die Dosis schrittweise erhöht und schaut, wie der Patient auf die Gabe des Wirkstoffs reagiert.

Durch diese Herangehenweise findet der Arzt die richtige Dosierung mit möglichst wenigen Nebenwirkungen für den Patienten. Diese sogenannte Titration kann durchaus einige Wochen lang andauern.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass die Höhe der Dosierung von Gabapentin von verschiedenen Faktoren abhängig ist, wie z.B. Gewicht und Alter des Patienten, Art der zu behandelnden Krankheit, bekannte Vorerkrankungen, etc.

 

Darreichungsform von Gabapentin

Bei Gabapentin handelt es sich um einen verschreibungspflichtigen Arzneiwirkstoff. Er ist in Form von Filmtabletten, Kapseln oder als Lösung erhältlich. Die Dosierungshöhe reicht von 50 mg bis hin zu 800 mg pro Tablette oder Kapsel.

Gabapentin kann mit oder ohne Nahrung gegeben werden und sollte unzerkaut mit einem großen Glas eingenommen werden.

Darreichungsformen von Gabapentin
Gabapentin gibt es in den Darreichungsformen Filmtablette, Kapsel und als Lösung© Fotolia

Wenn der Patient höhere Dosen als empfohlen eingenommen hat, kann dies zu einem vermehrten Auftreten von Nebenwirkungen führen, einschließlich Bewusstlosigkeit, Schwindelgefühl, Doppeltsehen, Sprachstörungen, Benommenheit und Durchfall. In diesem Fall sollte sofort ein Arzt oder ein Krankenhaus aufgesucht werden, um möglichen Vergiftungserscheinung entgegenzuwirken.

Wenn die Einnahme des Arzneimittels mit Gabapentin vergessen wurde, sollte diese nachgeholt werden, sobald das Auslassen bemerkt wurde. Ausgenommen, es ist Zeit für die nächste Einnahme. Es sollte niemals die doppelte Dosis auf einmal eingenommen werden, um die vergessene Einnahme auszugleichen.

Die Einnahme des Wirkstoffs sollte nie eigenhändig und vor allem nie abrupt beendet werden. Sie sollte immer nach ärztlicher Absprache erfolgen und ebenso schleichend beendet werden, wie sie auch angefangen wurde. Wird die Einnahme abrupt beendet oder ohne Anweisung Ihres Arztes abgebrochen, erhöht sich das Risiko für einen Epilepsie-Anfall.

 

Dosierung bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 12 Jahren)

Im Normalfall wird die Anfangsdosis zwischen 300 mg und 900 mg pro Tag liegen. Danach kann die Menge wie vom Arzt verordnet bis zu einer Höchstdosis von 3.600 mg pro Tag erhöht werden. Meist wird die Einnahme in drei Einzeldosen verordnet, das bedeutet, dass morgens, nachmittags und abends jeweils eine Tablette im möglichst gleichen Zeitabstand eingenommen wird.

Kind nimmt Tablette ein
Kinder unter drei Jahren dürfen keine Arzneimittel mit dem Wirkstoff Gabapentin einnehmen© Fotolia
 

Dosierung bei Kindern (unter 12 Jahren)

Gabapentin darf bei Kindern nur zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden. Zur Behandlung von Nervenschmerzen ist Gabapentin bei Kindern nicht erlaubt. 

Kinder, die jünger als drei Jahre sind, dürfen Gabapentin nicht verordnet bekommen. Zudem darf der Wirkstoff bei Kindern zwischen drei bis zwölf Jahren nur in Kombination mit anderen Antiepileptika gegeben werden. Gabapentin wirkt hier als Zusatztherapie.

Die Gabapentin-Dosierung wird anhand des Körpergewichts des Kindes berechnet. Die übliche Tagesdosis zur Behandlung von Epilepsie beträgt 25-35 mg pro kg Körpergewicht. Sie wird ebenfalls in drei Einzelgaben (morgens, mittags, abends) unterteilt.

 

Dosierung bei Schwangeren

Wenn eine Frau während der Behandlung mit dem Wirkstoff Gabapentin schwanger wird oder schwanger werden möchte, sollte sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

Bislang wurden keine speziellen Studien zur Anwendung des Wirkstoffs Gabapentin bei schwangeren Frauen durchgeführt. Da aber bei anderen Arzneimitteln und -wirkstoffen zur Behandlung von Epilepsie ein erhöhtes Auftreten von Fehlbildungen beobachtet wurde, insbesondere dann, wenn mehr als ein Antiepileptikum gleichzeitig eingenommen wurde, sollte nach Möglichkeit und nur nach ausdrücklicher Anweisung eines Arztes versucht werden, während einer Schwangerschaft nur ein Antiepileptikum einzunehmen.

Prof. Dr. Hartmut Göbel
Experte Prof. Dr. Göbel: "Es können bis zu zwei Wochen vergehen, bis das Gabapentin Wirkung zeigt."© privat

Auch sollte die Behandlung mit Gabapentin keinesfalls plötzlich beendet werden, da dies zu Krampfanfällen als Folge der Wirkstoffabnahme im Körper führen könnte, mit möglicherweise ernsthaften Folgen für die werdende Mutter und das ungeborene Kind.

Gabapentin tritt in die Muttermilch über. Da die Auswirkungen des Wirkstoffs auf den Säugling nicht bekannt sind, sollte die Mutter ihr Kind nicht stillen, solange sie mit dem Wirkstoff behandelt wird.

 

Wie wirkt Gabapentin?

Gabapentin wirkt im Körper so, dass eine Reizweiterleitung an den Nervenbahnen verhindert wird. Das geschieht zum einen dadurch, dass der Wirkstoff die Aktivierung von bestimmten Botenstoffe hemmt. Zum anderen sorgt Gabapentin dafür, dass bereits aktivierte Botenstoffe abgebaut werden und sie zudem nicht mehr an ihre Rezeptoren andocken können. Dadurch werden Schmerzen gestoppt, Spannungsgefühle lassen nach und Epilepsie-Anfälle können vorgebeut werden.

Bis das Gabapentin seine volle Wirkung im Körper entfaltet, können jedoch zwei Wochen vergehen.

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