Die richtige Ernährung bei Gastritis

Michelle Kröger

Bei einer Gastritis kann die richtige Ernährung den Magen beruhigen – und unangenehme Symptome wie Magenschmerzen, Übelkeit oder Völlegefühl lindern. Eine Gastritis ist eine entzündliche Erkrankung der Magenschleimhaut, die sowohl chronisch als auch akut verlaufen kann. Doch welche Ernährung hilft genau bei Gastritis? Wir erklären es Ihnen.

Junger Mann sitzt vor PC und isst Brokkoli
Lebensmittel mit Antioxidantien, zum Beispiel Brokkoli, sind besonders magenfreundlich Foto:  dima_sidelnikov/iStock
Inhalt
  1. Ausprägungen und Symptome: Chronische vs. akute Gastritis
  2. Wie kann man einer Gastritis gezielt vorbeugen?
  3. Was ist die richtige Ernährung bei einer Gastritis?
  4. Welche Nährstoffe braucht der Körper bei einer Gastritis?
  5. Weitere Ernährungs- und Lebenstipps bei einer Gastritis
 

Ausprägungen und Symptome: Chronische vs. akute Gastritis

Generell wird bei einer Gastritis (auch: Magenschleimhautentzündung) zwischen einem chronischen und akuten Verlauf unterschieden. Eine akute Gastritis tritt meist plötzlich auf. Die Schleimhaut des Magens reagiert auf einen Reiz hin mit einer Überproduktion von Magensäure. Die Folgen: Oberbauchschmerzen, Übelkeit, Magenkrämpfe, Appetitlosigkeit und/oder Völlegefühl. In der Regel verringern sich die Symptome nach einigen Tagen wieder von selbst. Je nach Ausprägung der Gastritis können jedoch auch Medikamente zum Einsatz kommen. Liegt hingegen eine chronische Gastritis vor, so halten die Symptome länger an. Hier lassen sich drei verschiedene Typen unterscheiden, die jeweils eine andere Ursache haben:

  • Typ A: Hier spricht man häufig auch von einer Autoimmungastritis. Das Immunsystem richtet sich gegen körpereigene Zellen in der Magenschleimhaut. Es kommt zu einer autoimmun vermittelten Zerstörung der Magensäure- und Intrinsic Factor-produzierenden Belegzellen.
  • Typ B: Entsteht durch die Infektion mit dem Bakterium Helicobacter pylori, das die Produktion von Magenschleim vermindert. Somit kann die Magenschleimhaut nicht ausreichend vor den Folgen der Magensäure geschützt werden.
  • Typ C: Schädigende (chemische) Noxen wie Alkohol, Medikamente oder Gallerückfluss sind die Ursache einer Typ C-Gastritis.

Sobald eine akute Gastritis nicht vollständig abheilt, besteht die Möglichkeit, dass sie in eine chronische Magenschleimhautentzündung übergeht. Die Begleiterscheinungen sind meistens viel unauffälliger. Zeitlich versetzt kommt es immer wieder zu Sodbrennen, leichter Übelkeit, leichten Magenschmerzen oder Appetitlosigkeit. Auch wenn sich die Symptome weniger stark äußern als bei einer akuten Gastritis, besteht ein großes Risiko: Durch die durchgängige Reizung der Magenwand des Betroffenen können etwa Magen- oder Darmgeschwüre gefördert werden. Außerdem kann es zu einem gefährlichen Magendurchbruch kommen.

 

Wie kann man einer Gastritis gezielt vorbeugen?

In den meisten Fällen heilt eine Gastritis wieder von selbst ab. Wenn der Betroffene seinen Magen schont und auf einen gesunden Lebensstil achtet, sind die Heilungschancen sehr gut. Damit es nicht zu einer erneuten Erkrankung der Magenschleimhaut kommt, sollten die Ursachen bekämpft werden. Betroffene sollten nicht nur etwas zum Schutz der Magenschleimhaut unternehmen, nein, sie sollten auch etwa Stress reduzieren. Denn eine Gastritis ist oftmals auch ein Hilfeschrei der menschlichen Psyche.

 

Was ist die richtige Ernährung bei einer Gastritis?

Betroffene sollten auf eine magenschonende Ernährung Wert legen und zudem Nikotin, Alkohol und Kaffee meiden. Auch auf fettige, stark gewürzte oder scharfe Speisen sollte lieber nicht verzehrt werden. Eine genaue Anleitung für die richtige Ernährung bei einer Magenschleimhautentzündung gibt es nicht. Jedoch sollte die Nahrung nicht reizend wirken und den Magen nicht zusätzlich belasten. Am besten entlasten Betroffene ihren Magen, indem sie zu leicht verdaulicher Schonkost greifen. Dazu zählen kohlenhydratreiche, protein- und fettarme Speisen sowie gedünstetes Gemüse, mageres Geflügel, Hafer oder milde Obstsorten ohne viel Säure. Die Mahlzeiten sollten mild gewürzt werden und nach Möglichkeit über den Tag verteilt, in kleineren Portionen, verzehrt werden.

 

Welche Nährstoffe braucht der Körper bei einer Gastritis?

Die Medikamenteneinnahme (z.B. gegen Magensäure) sollten Sie am besten vermeiden. Achten Sie lieber auf die ausreichende Aufnahme verschiedener Vitamine und Vitalstoffe – zum Schutz Ihres Magens und Ihrer Magenschleimhaut. Wichtig sind zum Beispiel:

 

Weitere Ernährungs- und Lebenstipps bei einer Gastritis

  • Frische Küche: Bereiten Sie Ihre Speisen immer frisch zu und meiden Sie Fertiggerichte. Diese enthalten meist versteckten Zucker, Fett oder Salz.
  • Zeit lassen: Genießen Sie Ihr Essen und nehmen Sie sich viel Zeit dafür. Zelebrieren Sie auch das Kochen. 
  • Antioxidantien: Greifen Sie zu Lebensmitteln, die reich an Antioxidantien sind. Dazu gehören viele Gemüse- und Obstsorten. Besonders zu empfehlen: Brokkoli.
  • Milchprodukte meiden: Milch kann Beschwerden zwar kurzzeitig mindern, jedoch erhöht sie auch die Produktion der Magensäure.
  • Stressbewältigung: Wer starken privaten oder beruflichen Stress hat, der schon länger anhält, sollte diesen versuchen zu vermeiden. Denken Sie an Ihre Gesundheit.
  • Bewegung: Um den allgemeinen Gesundheitszustand zu verbessern,  integrieren Sie kleine Spaziergänge in Ihren Alltag und/oder sportliche Aktivitäten.
  • Medikamente meiden: Tablette gegen Kopfschmerzen? Muss nicht sein. Da Medikamente die Magenschleimhaut reizen, sollten Sie diese nur, wenn es wirklich nötig ist, einnehmen.

Brokkoli
Service Beste Zubereitung: So ist Brokkoli am gesündesten

Ernährungsberatung in Betracht ziehen

Wer von einer Gastritis betroffen ist, der weiß mitunter nicht mehr wirklich, was ihm gut tut und was nicht. Deshalb empfehlen viele Ärzte eine professionelle Ernährungsberatung. Ein Experte arbeitet auf Grundlage der individuellen Diagnose und Ausprägung der Erkrankung einen auf den Patienten zugeschnittenen Ernährungsplan aus – und gibt hilfreiche Tipps. Viele Betroffene fühlen sich nach einer solchen Beratung viel sicherer im Umgang mit Speisen und Getränken.

 
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