Die richtige Ambroxol-Dosierung

Kapitel
  1. 1. Ambroxol – Wirkstoff-Guide
  2. 2. Die 10 häufigsten Fragen
  3. 3. Nebenwirkungen
  4. 4. Dosierung
  5. 5. Medikamente

Was von alleine kommt, geht auch wieder von selbst. Diese zweifelhafte Weisheit wird vor allem bei Erkältungskrankheiten gerne hervorgeholt. Dabei kann die insbesondere bei Husten sehr gefährlich werden.

Denn: regelmäßiger, verschleimter Husten kann ein erster Hinweis auf eine Bronchitis oder sogar auf eine chronische Erkrankung, wie die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD), sein.

 

Ambroxol als guter Hustenlöser

Der Wirkstoff Ambroxol ist der Experte, wenn es um verschleimten Husten geht. Er löst zähen Hustenschleim, befreit die Atemwege und schützt vor neuen Schleimansammlungen. So wird die Hustenfrequenz effektiv verringert.

 

Darreichungsform von Ambroxol

Meist wird der Wirkstoff Ambroxol in Tabletten- oder Kapselform eingenommen. Sollten Patienten Schwierigkeiten mit der Einnahme von Tabletten oder Kapseln haben, können sie auch auf folgende Darreichungsformen von Ambroxol zurückgreifen:

  • Saft
  • Brausetablette
  • Inhalationslösung
  • Zäpfchen
  • Lutschpastille
Der Wirkstoff Ambroxol kann auch als Brausetablette eingenommen werden
Der Wirkstoff Ambroxol kann auch als Brausetablette eingenommen werden© Fotolia

Egal um welche Darreichungsform es sich handelt, Arzneimittel mit dem Wirkstoff Ambroxol sollten stets nach dem Essen eingenommen werden.

 

Dosierung bei Erwachsenen und Jugendlichen (ab 12 Jahren)

Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren nehmen täglich etwa 75 mg des Wirkstoffs oral ein.

Wie oft der Wirkstoff am Tag eingenommen werden muss, ist ganz davon abhängig, welche Darreichungsform und die darin enthaltene Wirkstoffmenge verabreicht wird.

Die schleimlösende Wirkung des Arzneimittels wird durch Flüssigkeitszufuhr verbessert.

Der Wirkstoff sollte ohne ärztlichen Rat nicht länger als 4-5 Tage eingenommen werden. Wenn nach dieser Zeit keine Besserung eintritt oder sich das Krankheitsbild verschlimmert, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

 

Was tun bei einer Überdosierung?

Schwerwiegende Vergiftungserscheinungen sind bei Überdosierung von Ambroxol nicht beobachtet worden. Es wurde über kurzzeitige Unruhe und Durchfall berichtet. Bei versehentlicher oder beabsichtigter extremer Überdosierung können vermehrte Speichelsekretion, Würgereiz, Erbrechen und Blutdruckabfall auftreten.

Prof. Dr. Hartmut Göbel
Experte Prof. Dr. Göbel: "Schwere Vergiftungserscheinungen sind bei einer Ambroxol-Überdosierung bislang nicht beobachtet worden."© privat

Falls der Wirkstoff in zu großen Mengen eingenommen wurde, sollte der Betroffene sich mit einem Arzt in Verbindung setzen. Akutmaßnahmen, wie Auslösen von Erbrechen und Magenspülung, sind nicht generell angezeigt und nur bei extremer Überdosierung zu erwägen.

 

Dosierung bei Kindern

Zur richtigen Dosierung von Ambroxol bei Kindern kann keine allgemeingültige Dosierungsformel genannt werden, da die Dosierung bei Kindern von zwei Faktoren abhängt: die Darreichungsform und die in dem Arzneimittel enthaltene Wirkstoffmenge.

Grundsätzlich dürfen aber auch Kinder unter zwei Jahren schon mit dem Wirkstoff behandelt werden, jedoch immer vorausgesetzt, der Arzt hat die Behandlung mit diesem Wirkstoff angeordnet.

Für Kinder bis zum zwölften Lebensjahr empfiehlt sich die Behandlung von Ambroxol in Saft- oder Tropfenform, da diese meist niedriger dosiert sind. Hinzu kommt, dass bei diesen Darreichungsformen sowohl die richtige Dosierung als auch die Medikamentengabe für Eltern wesentlich einfacher ist, als bei einer Tablettengabe.

 

Dosierung bei Schwangeren

Obwohl bekannt ist, dass Ambroxol die Plazentaschranke passiert, gibt es keine ausreichenden Informationen oder Studien darüber, ob eine Einnahme des Wirkstoffs während der Schwangerschaft oder der Stillzeit für das Baby ungefährlich ist. Aus diesem Grund sollte besser auf die Einnahme von Ambroxol verzichtet werden oder nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden.

Interessanterweise wird Ambroxol aber intravenös zur Behandlung vom Atemnotssyndrom bei drohenden Frühgeburten eingesetzt. Bei Babys, die zu früh zur Welt kommen, ist ein großes Problem die noch nicht vollständig ausgereifte Lunge. Die Atmung funktioniert bei ihnen noch nicht von alleine, weil die Lungenbläschen noch nicht genügend sogenanntes Surfactant gebildet haben. Um diese Atemprobleme bei Frühchen zu verhindern, kann die werdende Mutter bei einer drohenden Frühgeburt über fünf Tage lang intravenös mit hochdosiertem Ambroxol versorgt werden. Mit diesem Vorgang soll eine Surfactant-Stimulation über den Blutkreislauf der Mutter herbeigeführt werden. Diese Dosis ist um das 16fache höher als eine normale Tagedosis, die zur Behandlung von erkältungsbedingtem Husten angewendet wird.

Bis zum zwölften Lebensjahr wird Kindern der Wirkstoff Ambroxol meist in Saft- oder Tropfenform verabreicht
Bis zum zwölften Lebensjahr wird Kindern der Wirkstoff Ambroxol meist in Saft- oder Tropfenform verabreicht© Fotolia
 

Wie wirkt Ambroxol?

Wie genau Ambroxol auf den Schleim wirkt, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Forscher vermuten, dass der Wirkstoff körpereigene Eiweiße aktiviert, die dann bestimmte Schleimbestandteile, sogenannte saure Mucopolysaccharide, spalten und abbauen. Gleichzeitig kann sich der zähe Schleim nicht mehr an den Lungenwänden halten, da vermehrt Surfactant gebildet wird. Das der Patient nun leichter Abhusten kann liegt zudem daran, dass Ambroxol für eine schnellere Bewegung der Flimmerhärchen sorgt, die für den Abtransport von Schmutzpartikeln aus den Bronchien verantwortlich sind. je schneller sich die Flimmerhärchen bewegen, desto schneller wird auch der Schleim abtransportiert und der Husten lässt langsam nach.

Medikamente
Themen
Copyright 2018 praxisvita.de. All rights reserved.