Die Pest der Moderne – psychische Krankheiten tödlicher als Kettenrauchen

Redaktion PraxisVITA
Tod durch psychische Krankheit
Wissenschaftler der Universität Oxford fanden heraus, dass psychische Erkrankungen das Leben weitaus mehr verkürzen als starkes Rauchen © Fotolia

Psychische Erkrankungen reduzieren die menschliche Lebensdauer weitaus mehr als starkes Rauchen. Eine Meta-Studie der Universität Oxford zeigt, dass ein psychisches Leiden – wie eine Depression, Zwangsstörung oder ein Angstzustand – die Lebenserwartung eines Menschen durchschnittlich um bis zu 24 Jahre verkürzen kann. Praxisvita hat für Sie die Fakten.

Forscher der Universität Oxford fanden in einer am 23. Mai veröffentlichten Meta-Studie heraus, dass Kettenraucher durchschnittlich länger leben, als Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen. Psychische Krankheiten zählen damit nachweislich zu den tödlichsten Leiden der modernen Menschheit. Besonders betroffen von der psychisch bedingten Verkürzung der Lebensdauer sind Menschen mit Depressionen, bipolaren Störungen, Angstzuständen, Zwangsneurosen und Schizophrenie.

Unter Berücksichtigung aller relevanten Umstände – wie z.B. die konkrete Diagnose, die Lebensart oder das Einkommen – verringert sich durch eine psychische Krankheit die menschliche Lebenserwartung durchschnittlich um sieben bis 24 Jahre. Starkes Rauchen – gemäß der Studie etwa 20 Zigaretten am Tag – verkürzt das Leben eines Menschen im Schnitt und unter Berücksichtigung aller relevanten Umstände nur um 8 bis 10 Jahre.

 

Genauso viel Raucher wie psychisch Kranke

Vorausgegangene Studien haben gezeigt, dass es in westlichen Ländern – wie Großbritannien und den USA – in etwa so viele Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen gibt wie Raucher. Das Forscherteam der Universität Oxford hatte in einer sehr breit angelegten Studie 1,7 Millionen Patientenakten mit 250.000 Todesfällen untersucht und dabei nach dem Zusammenhang von psychischen Erkrankungen und der durchschnittlichen Lebenserwartung gesucht.

 

Ursachen der tödlichen Folge psychischer Krankheiten

„Es gibt wahrscheinlich sehr viele Gründe“ für die Verringerung der Lebenserwartung aufgrund psychischer Leiden, erklärte der Studienleiter Professor Seena Fazel in einer Pressemitteilung. Neben einem symptomatischen Hochrisikoverhalten und der Neigung zu Drogen- und Alkoholmissbrauch der Betroffenen könne auch von einer „Stigmatisierung“ psychisch Kranker ausgegangen werden. Das schlage sich bei diesen Patienten in einer nicht angemessenen Behandlung durch Ärzte sowie der im Schnitt schlechteren Versicherungslage nieder. Zudem beeinflussten psychische Erkrankungen auch die physische Gesundheit. Nach Aussagen der Forscher erhöhe sich durch seelische Leiden und die damit verbundene Desensibilisierung für die eigene Gesundheit die Gefahr für Herzkrankheiten, Diabetes und Krebs deutlich.

Hamburg, 24. Mai 2014

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