Die Panik besiegen: Was tun gegen Flugangst?

Redaktion PraxisVITA
Mit den Nerven am Ende bei Flugangst
Feuchte Hände, Herzrasen und mit den Nerven am Ende: Fliegen ist für viele Menschen der blanke Horror © Fotolia

Viele Menschen steigen mit Panikgefühlen in den Flieger. Doch was tun gegen Flugangst? Mit den zwei zuverlässigen Methoden unseres Psychotherapeuten heben Sie in Zukunft ganz entspannt ab.

Woher kommt die Panik vorm Fliegen? Und was tun gegen Flugangst? Wir haben bei Psychotherapeut Dr. Rolf Merkle mal genauer nachgefragt.

 

Wie entsteht Flugangst denn überhaupt?

Dr. Merkle: Natürlich kann sie zum einen durch eine negative Erfahrung ausgelöst werden. Oft kommt sie aber auch plötzlich und scheinbar grundlos. Menschen mit Flugangst haben das Gefühl, der Situation auf Gedeih und Verderb ausgeliefert zu sein. Meist fehlt ihnen auch das Vertrauen in den Piloten und in die Technik. Viele befürchten, die Maschine würde abstürzen – der ideale Nährboden für Flugangst. Doch was tun gegen Flugangst? Die gute Nachricht lautet: Weil die Angst gewissermaßen selbst gemacht ist, kann man sie auch eigenständig wieder abbauen.

 

Und wie geht das konkret?

Fragen Sie sich zunächst, warum Sie Panik haben. Und warum Sie das Fliegen als etwas Lebensbedrohliches betrachten. Hilfreich ist auch, sich klar zu machen, dass man hingegen beim Autofahren keinen einzigen Gedanken an einen Unfall verschwendet. Das ist schon paradox. Schließlich ist das Risiko, auf deutschen Straßen zu verunglücken, statistisch gesehen deutlich höher als beim Fliegen. Warum also haben die Menschen trotzdem keine Angst vorm Autofahren – egal ob sie selbst hinterm Steuer sitzen oder als Beifahrer? Die Antwort lautet: Sie vertrauen einfach darauf, dass nichts passiert. Und Vertrauen fassen ist auch das Wichtigste, um im Flieger entspannt zu bleiben.

Flugangst
Was tun gegen Flugangst? Eine Hypnose kann helfen, die Angst zu überwinden© iStock
 

Weitere Tipps: Was tun gegen Flugangst?

Lassen Sie die Tage vor der Reise ruhig angehen, damit Sie nicht schon mit einem erhöhten Stress-Level ins Flugzeug steigen. Über den Wolken kann Ablenkung helfen: lesen, einen Film sehen oder Musik hören. Auch gezielte Relaxübungen sind ein probates Mittel. Etwa die Muskelentspannung nach Jacobson. Oder probieren Sie mal eine Sonderform dieser Methode, die Ampelübung: dazu alle Muskeln an Händen, Armen, Schultern, im Gesicht, an den Füßen, den Beinen und am Po gleichzeitig für etwa fünf Sekunden anspannen. Locker lassen und auf die Entspannung, die sich im Körper ausbreitet, konzentrieren. Alles drei- bis fünfmal wiederholen. Mein Tipp: Üben Sie zunächst am besten zu Hause. Dann können Sie das entspannte Gefühl während eines Flugs schneller abrufen.Wenn Sie sich fragen: „Was tun gegen Flugangst?“ ist die Antwort also, dass es hilft, sich vor dem Flug vorzubereiten.

 

Die Panik vorm Fliegen vom Kopf her besiegen

In speziellen Seminaren kann man seine Flugangst quasi übers Wochenende überwinden. In den meist zweitägigen Gruppenkursen lernen Betroffene von Psychologen, wie sie ihre Angstzustände mit Entspannungstechniken, neuen Wahrnehmungs- und Gedankenmustern bewältigen können. Außerdem erklärt ein Pilot alles über die Technik des Fliegens. Meist folgt ein gemeinsamer Abschlussflug – mit psychologischer Begleitung. Gruppenseminare gegen Flugangst entstehen oft in Zusammenarbeit mit Fluggesellschaften.

 

Neue Ruhe finden im Unterbewusstsein und Flugangst überwinden

Was tun gegen Flugangst? Bei der medizinischen Hypnose werden die Panikgefühle dort gepackt, wo sie entstehen – auf einer tieferen Bewusstseinsebene. "Denn sehr oft wird die Flugangst durch eine falsche Programmierung im Unterbewusstsein unterhalten", erklärt Dr. Reza Schirmohammadi. "Der Patient wird bei der Hypnose in einen schlafähnlichen, entspannten Zustand versetzt. Er hört und versteht alles. Gegen seinen Willen kann nichts passieren", sagt der Mediziner. "Jetzt kann der Mensch therapeutisch beeinflusst werden: Blockaden werden beseitigt und falsche durch positive Programme ersetzt. Oft reichen schon eine bis zwei Behandlungen."

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