Die Operation ist beim Leistenbruch die beste Therapie

Kapitel
  1. 1. Übersicht
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei allen Arten von Leistenbruch gilt: Eine Operation (OP) ist die einzige sichere Therapie.

Suchen Sie daher immer einen Arzt auf, wenn Sie einen Leistenbruch bemerken. Dabei richtet sich der OP-Termin nach der Dringlichkeit: Bei wenig Beschwerden und einer beweglichen (reponierbaren) Hernie kann eine Leistenbruch-Operation noch einige Tage bis Wochen warten. Sobald sich Darm im Leistenkanal so eingeklemmt hat (Inkarzeration), dass der Darm entweder verschlossen ist (Ileus), abzusterben droht oder sich entzündet hat, ist eine sofortige Operation notwendig.

Abgesehen vom Notfall wird der Arzt Ihnen bei einem Leistenbruch in Ruhe die verschiedenen OP-Techniken erläutern und erklären, welche Art von Operation für Ihren Fall am geeignetsten ist. Die klassischen Naht-Verfahren bedeuten, dass der Chirurg einen Schnitt an der Leiste setzt („offene Operation“) und hierüber den Bruchinhalt in den Bauchraum zurückschiebt. Dabei entfernt er das überschüssige Gewebe des Bruchsacks. Er verstärkt und vernäht den Leistenkanal. Auch verkleinert er den Leistenring – welcher ja die Öffnung zum Bauchraum darstellt.

Bei einer Leistenbruch-Operation kann sich der Arzt auch für ein sogenanntes Netz-Verfahren entscheiden. Dabei setzt er ein künstliches Netz ein, das den Leistenkanal verstärken soll. Der Vorteil ist, dass keine Nähte und damit keine Spannungen entstehen. Ein solches Netz ist derart beschaffen, dass es vom Körper nicht als fremd erkannt und abgestoßen wird. Bei einer Leistenbruch-Operation kann es über ein offenes Naht-Verfahren (nach Lichtenstein) eingebracht werden. Möglich sind hier auch endoskopische OP-Techniken, die als TAPP (transabdominelle präperitoneale Hernioplastik) und TEP (total extraperitoneale Hernioplastik) bezeichnet werden. Hierfür ist nur ein sehr kleiner Schnitt erforderlich.

Sollten Sie sich über ein OP-Verfahren informieren und unsicher sein, empfehlen sich folgende Fragen an den Arzt:

  • Welche Art von Leistenbruch habe ich? Können Sie das beschreiben?
  • Gibt es ein Verfahren, das sich bei meinem Leistenbruch ganz besonders empfiehlt? Warum?
  • Was sind die Vorteile der jeweiligen Methode?
  • Welche Komplikationen sind möglich und mit welcher Wahrscheinlichkeit?
  • Wie lange dauert die Heilung nach der Operation?
  • Besteht das Risiko, dass der Leistenbruch nach der Operation erneut auftritt? Wie wahrscheinlich ist dies?
  • Ab wann darf ich mich wieder belasten und z. B. Sport treiben?
Vorbeugung
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