Die Nägel – unsere schönste Visitenkarte

Nagelbettentzündung durch Kontakt mit Putzmittel
Um das Risiko einer Nagelbettentzündung zu mindern, vermeiden Sie direkten Kontakt mit Spül- und Lösungsmitteln © Fotolia

Gesunde, kräftige Nägel signalisieren Vitalität und Gesundheit. Zugleich schützen sie die empfindlichen Fingerkuppen und Zehen.

Sie bestehen aus aufeinander gepressten, verhornten Zellen der Oberhaut, die ganz dicht aneinander liegen. Die Nagelplatte ist der sichtbare Teil des Nagels. Er ist durchsichtig. Seine zarte rosa Farbe hat er von den Blutkapillaren des Nagelbettes, die unter dem Nagel liegen und durch ihn hindurchscheinen. Der weiße, wie ein Halbmond geformte Bereich des Nagels wird Lunula oder Nagelmond (Möndchen) genannt.

 

Funktion

1. Der Nagel bietet den Finger- und Fußkuppen einen gewissen Schutz vor Verletzungen. Außerdem erleichtern die Fingernägel das Greifen kleiner Gegenstände.

2. Form, Aussehen und Beschaffenheit sind für einen Hautarzt wichtige diagnostische Hilfen. So haben Neurodermitis-Patienten häufig stark glänzende Nägel. Auch das Nagelhäutchen zeigt klare Signale. Ist das Immunsystem geschwächt, wird das Nagelhäutchen leicht von Pilzen befallen.

 

Gefahren

Die häufigste Erkrankung, die einen Nagel befallen kann, ist die akute Nagelbettentzündung (Paronychie). Sie entsteht meist als Folge einer Verletzung des Nagelhäutchens oder des Nagelfalzes, zum Beispiel durch einen Holzsplitter. Durch die kleine Verletzungswunde können Bakterien in das Gewebe gelangen. Das sind meist so genannte Streptokokken oder Staphylokokken. Sie verursachen Entzündungen, Schwellungen und oft auch Eiterbildung. Eine ähnliche schmerzhafte Entzündung kann durch einen eingewachsenen Nagel ausgelöst werden. Die häufigste Ursache sind unbequeme, einengende Schuhe. Dabei wird der Nagelfalz an den Nagelrändern gereizt und entzündet sich. Ältere Menschen mit Durchblutungs- oder Sensibilitätsstörungen in den Füßen, wie sie zum Beispiel bei Diabetes vorkommen, sind besonders gefährdet.

 

Therapie

Die wirksamste Therapie bei Nagelbettentzündungen ist die Behandlung mit Antibiotika und antibiotischen Salben. Eitert der Nagel sehr, kann der Eiter vom Arzt durch einen Einstich abgelassen werden. In besonders schweren Fällen kann der Chirurg den Nagel samt Nagelwurzel entfernen. Dieser ambulante Eingriff wird unter lokaler Betäubung vorgenommen und dauert zwischen 15 und 35 Minuten.

 

Vorsorge

Grundsätzlich gilt: Regelmäßige Nagelpflege ist das A & O in der Vorsorge. Nägel sollten nach Möglichkeit kurz sein. Dabei dürfen die Seiten aber nicht so geschnitten werden, dass sie in die Haut einwachsen können. Tägliches Eincremen am Abend fördert die Vitalität der Nägel. Dazu können Sie milde Fettcremes oder ein Hautöl verwenden. Menschen mit Diabetes mellitus sollten die Nagelmaniküre an Händen und Füßen von einem Spezialisten machen lassen. Ganz wichtig: Meiden Sie den häufigen Kontakt mit Spül- und Lösungsmitteln, sie laugen die Nägel besonders aus.

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