Die Lungenentzündung aus der Dusche

Das Wasser einmal pro Woche auf über 70 Grad erhitzen
Das Wasser einmal pro Woche so heiß wie möglich erhitzen (etwa 70 Grad) um eine Ansteckung mit Legionellen zu verhindern © Fotolia

Duschen gehört für viele Menschen zum täglichen Reinigungsritual. Was jedoch nicht jeder weiß: Das Warmwasser aus der Leitung zu Hause kann eine heimliche Gefahrenquelle sein! Denn häufig tummeln sich darin die Erreger der Legionärskrankheit.

Die Legionärskrankheit wurde vor 38 Jahren erstmals beschrieben, nachdem es nach einem Treffen amerikanischer Veteranen 1976 in einem Hotel in Philadelphia zu einer Epidemie mit 180 Erkrankungen und 29 Todesfällen gekommen war. Seither sorgt sie immer wieder für Schlagzeilen.

Diese bakterielle Infektion wird als so gefährlich eingeschätzt, dass sie seit Anfang dieses Jahres sogar unter die meldepflichtigen Erkrankungen, wie z. B. Tuberkulose und Aids, fällt.

 

Ansteckung mit Legionellen

Bei den Erregern handelt es sich um die Bakterienart Legionella pneumophila. Sie können praktisch überall da vorhanden sein, wo es Wasser im Temperaturbereich zwischen 20 und 50 Grad gibt, also in Warmwasserleitungen zu Hause, im Whirlpool oder in der Sauna. Die Ansteckung erfolgt jedoch nicht über direkten Hautkontakt mit von Legionellen durchsetztem Wasser, sondern aerogen; das heißt, durch Einatmen des Wassernebels samt den Bakterien. Mit der Atemluft geraten sie über die Bronchien bis in die Lunge. Hat man sich eine solche Tröpfcheninfektion geholt, dauert es zwischen zwei und zehn Tagen (Inkubationszeit), bis die Erkrankung ausbricht. Die Symptome sind zunächst grippeähnlich: Müdigkeit, Schwindelgefühle, Kopf- und Muskelschmerzen, Husten, Schüttelfrost, Fieber. Darüber hinaus kann es zu Durchfällen und Verwirrtheit sowie letztlich zu einer schweren Lungenentzündung und Nierenversagen kommen. Die Therapie wird mit starken Antibiotika durchgeführt. Dennoch: Bei 15 bis 20 Prozent der Fälle nimmt die Infektion einen tödlichen Verlauf.

 

Wie kann man gegen Legionellen vorbeugen?

Fast ein Drittel der Patienten, die hier zu Lande mit schwerer Lungenentzündung ins Krankenhaus kommen, sind nach Schätzungen von Experten mit Legionellen infiziert.

Wie kann man gegen die Bakterien vorbeugen? Filter in den Zuleitungen halten oft nur die Schwemm- und Schwebeteile zurück. Hingegen hat es sich als wirkungsvoll erwiesen, wenn das Warmwasser einmal pro Woche durch das Heizungssystem auf mehr als 70 Grad erhitzt wird, und zwar mindestens 15 Minuten, am besten über die Nachtstunden. Vor Benutzung der Dusche – ob zu Hause oder im Hotel – sollte man das Warmwasser großzügig ablaufen lassen.

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