Hollywood-Hormon: Diät mit HCG – kann das funktionieren?

Redaktion PraxisVITA

Endlich die Problemzonen loswerden? Das soll das „Hollywood-Hormon“ HCG ermöglichen. Der Hollywood-Diät wird nachgesagt, unter Prominenten in Amerika beliebt zu sein. Zeigt diese Diät tatsächlich Erfolge oder ist sie gar gefährlich?

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Da trainieren wir regelmäßig, ernähren uns gesund, trinken viel Wasser – doch die letzten Pölsterchen wie Hüftspeck oder Reiterhosen bleiben uns treu! Dagegen soll das sogenannte Hollywood-Hormon helfen. Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich das Hormon HCG (Humanes Choriongonadotropin), das in der Schwangerschaft gebildet wird.

Die Hollywood-Diät lockt mit einem großen Erfolgsversprechen: In 30 Tagen soll man sechs bis zehn Prozent des Gewichts verlieren können. Nicht, wie bei anderen Kilo-weg-Aktionen, zuerst im Gesicht und an der Oberweite, sondern direkt an den Problemzonen. Und das alles ohne Hungergefühl. Das klingt zu gut um wahr sein – oder kann das tatsächlich funktionieren?

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Hollywood-Hormon – was ist HCG und wie wird es verwendet?

Weil die Diät bei vielen amerikanischen Prominenten beliebt sein soll, wird HCG oft als „Hollywood-Hormon“ bezeichnet. HCG wird in der Plazenta der Gebärmutter gebildet. Es hat die Funktion, die Schwangerschaft zu erhalten. Im Rahmen der Diät kann das Hormon auf drei verschiedene Arten zum Einsatz kommen – entweder wird echtes HCG gespritzt oder man nimmt die homöopathische Variante als Tropfen oder Globuli ein.

Globuli: enthalten die homöopathische Information des HCG-Hormons. Viermal täglich werden fünf Kügelchen eingenommen. Kosten: etwa 17 Euro für das 10-Gramm-Fläschchen. Das reicht für die 30 Tage.

Tropfen: wirken wie die Globuli – sind also hormonfrei. Es werden drei mal zehn Tropfen täglich eingenommen. Gesamtkosten: etwa 30 Euro für das 50-Milliliter-Fläschchen.

Spritzen: sind verschreibungspflichtig, da sie das reale Hormon enthalten. Der Arzt zeigt, wie und wo man sich die Tagesdosis selber setzt. Kosten für vier Wochen: etwa 600 Euro (inklusive Beratung).

Die homöopathischen Varianten gelten als gesundheitlich unbedenklich. Vor echtem HCG warnen Experten hingegen, da es zu sehr in den Hormonhaushalt eingreift.

 

Welche Wirkung soll die HCG-Diät haben?

Für eine optimale Gewichtsabnahme sind im Rahmen der Hollywood-Diät täglich nicht mehr als 500 bis 600 Kalorien erlaubt. Und diese soll man aus Gemüse und Eiweißquellen beziehen. Die extrem reduzierte Kalorienmenge und die Ernährungsumstellung sollen jedoch nicht die einzigen Gründe dafür sein, warum man mit der Diät Pfunde verliert: HCG soll in den Stoffwechsel eingreifen und die Fettverbrennungsabläufe verbessern. Sogenanntes abnormales Fett, also genau das an den unliebsamen Problemzonen, soll abgebaut werden. Außerdem könne das „Hollywood-Hormon“ das Hungergefühl hemmen.

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Nach der HCG-Diät folgt eine zweiwöchige Stabilisierungsphase, in der man den Körper langsam an eine erhöhte Kalorienzufuhr gewöhnt. In der ersten Woche sollte die Kalorienanzahl noch auf 800 bis 1000 beschränkt werden. Dabei wird die Energieaufnahme in den ersten drei Tagen um jeweils 100 bis 150 Kalorien erhöht. In der zweiten Woche nähert man sich dann jeden Tag – am besten auch mit 100 Kalorien –  seinem Tagesbedarf.

 

Hollywood-Diät: Experten warnen!

Die Hollywood-Diät hat ihren Ursprung in den 1920er Jahren und ist seitdem immer wieder im Trend. Erstaunlich, denn noch fehlen medizinische Beweis dafür, dass das Abnehmen durch HCG beschleunigt wird, wie die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) auf ihrer Seite schreibt.

Jedoch gilt die Diät aufgrund mangelnder wissenschaftlicher Beweise nicht nur für unwirksam, sondern auch für potentiell gefährlich. Nebenwirkungen, wie Regelstörungen, Ödeme, Zysten und Depressionen seien möglich, so die DGE. Auch ein Fall von Thrombose sei im Zusammenhang mit der Diät bekannt. Daneben könne HCG die Wirkung der Pille ausschalten. Die DGE rät daher dringend von der Hollywood-Diät ab. Die amerikanische Food and Drug Administration (FDA) warnt sogar davor. Denn es ist nicht ausreichend geklärt, welche Folgen HCG tatsächlich auf den Körper hat. 

Fazit: Auch wenn die Bezeichnung „Hollywood-Hormon“ harmlos klingt, sollte man von der Diät lieber die Finger lassen.

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Quellen:

Die HCG-Diät, in: dge.de (Deutsche Gesellschaft für Ernährung)

Avoid Dangerous HCG Diet Products, in: fda.gov (U.S Food and Drug Administration)

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