Die Heilkraft des Sauerstoffs

Eine Frau trägt eine Sauerstoffmaske
Hochkonzentrierter Sauerstoff hat eine heilsame Wirkung – verschiedene Studien bestätigen das © Shutterstock

Hochkonzentrierter Sauerstoff lässt Krebstumoren schrumpfen, zeigt eine neue US-Studie. Praxisvita verrät, bei welchen Beschwerden Sauerstoff außerdem heilsam wirkt.

Die Behandlung mit Sauerstoff kommt dann zum Einsatz, wenn eine Erkrankung mit Sauerstoffmangel einhergeht wie beispielsweise die chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD). Sie beruht im wesentlichen darauf, dem Betroffenen zusätzlichen Sauerstoff zuzuführen, meist mit einer Sauerstoffmaske über mehrere Stunden pro Tag. Doch es gibt auch andere Krankheitsbilder, bei denen Sauerstoff eine heilende Wirkung hat.

 

Sauerstoff in der Krebstherapie

In einer kürzlich veröffentlichten Studie erprobten Wissenschaftler der Northeastern University in Boston die Wirksamkeit von hochkonzentriertem Sauerstoff in der sogenannten Immuntherapie. Diese Sparte der Krebsforschung beschäftigt sich damit, das Immunsystem mit dem Einsatz von Medikamenten zu einer Abwehrreaktion gegen Tumoren zu animieren.

Die Bostoner Wissenschaftler zeigten nun in einem Tierexperiment, dass das Einatmen von Sauerstoff in 40- bis 60-prozentiger Konzentration (normale Atemluft enthält 21 Prozent Sauerstoff) eine medikamentös herbeigeführte Abwehrreaktion des Immunsystems noch verstärken kann. Der hochkonzentrierte Sauerstoff schwächte im Versuch das Schutzschild von Lungentumoren und aktivierte gleichzeitig Immunzellen, die in die Tumoren eindrangen und begannen, sie zu bekämpfen. Die Folge: Die Tumoren schrumpften. Dieses Verfahren funktioniere allerdings nur, wenn bereits Antikörper gegen den Tumor vorhanden seien, betonen die Studienleiter.

 

Sauerstofftherapie gegen Clusterkopfschmerzen

Patienten mit Clusterkopfschmerzen leiden an extrem starken, einseitigen Schmerzattacken, gegen die herkömmliche Schmerzmittel unwirksam sind. Als wirksamste und zuverlässigste Maßnahme zur Schmerzsenkung gilt das Einatmen von reinem Sauerstoff über eine Maske. Betroffene können die Behandlung zu Hause durchführen und sie ist frei von Nebenwirkungen.

 

Sauerstoff heilt chronische Wunden

Rund vier Millionen Menschen in Deutschland leiden an chronischen Wunden wie diabetischen Fußgeschwüren oder schlecht heilenden Operationswunden. Als chronisch gilt eine Wunde, die nach sechs Wochen noch nicht selbstständig abgeheilt ist. Ein Grund dafür ist häufig fehlender Sauerstoff: Die Wunde wird von innen aufgrund mangelnder Durchblutung nicht mehr mit Sauerstoff versorgt, von außen kann wenig Sauerstoff zur Wunde gelangen, weil das Wundsekret eine Barriere bildet.

Deswegen hat sich auch hier die Sauerstofftherapie bewährt: Der Patient atmet in 15 bis 40 Sitzungen mindestens 90 Minuten lang 100 Prozent reinen Sauerstoff ein. Auf diese Weise ist die Sauerstoffaufnahme rund 15-mal höher als unter normalen Druckbedingungen. So werden auch schlecht durchblutete Körperregionen – beispielsweise die Füße – ausreichend mit Sauerstoff versorgt und die Wundheilung wird angekurbelt.

Hamburg, 5. März 2015

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