Die häufigsten Sportverletzungen

Kühlung bei Sportverletzung
Die Prellung ist eine der häufigsten Sportverletzungen. Die beste erste Hilfe ist die Kühlung, zum Beispiel mit Eispackungen © Istockphoto

Sport ist Mord? Naja, das nun nicht, aber wer sich körperlich fit hält, trägt schon mal die eine oder andere kleine Blessur davon. Mit unseren Erste-Hilfe-Tipps ist alles halb so wild.

Beim Joggen umgeknickt, und schon schwillt der Knöchel dick an. Oder mit dem Oberschenkel an eine Kante geprallt, und ein Bluterguss zeichnet sich ab. Zwei häufige Sportverletzungen, die in der Regel keine bleibenden Schäden hinterlassen. Wir sagen Ihnen, was Sie zur Erstversorgung selbst tun können – und wann Sie doch besser einen Arzt aufsuchen.

 

Bluterguss

Er entsteht, wenn Blut aus den Blutgefäßen ins umliegende Gewebe austritt. Ursache ist meist eine Verletzung einer Vene oder Arterie. Je tiefer die Einblutung liegt, desto weniger sieht man von außen. Dennoch sind auch solche Hämatome sehr schmerzhaft. In der Regel beschränkt sich die Erstversorgung auf lokale Kühlung. Wenn möglich sollte die verletzte Stelle hochgelagert werden. Dadurch verringert sich der Blutfluss, sodass die Ausbreitung des Hämatoms reduziert oder gestoppt werden kann.

Wichtig: Sich schnell ausbreitende, große Blutergüsse sollten ärztlich versorgt werden, weil der Verdacht auf eine Verletzung größerer Blutgefäße besteht. Treten Hämatome immer wieder ohne ersichtlichen Grund auf, kann eine Blutgerinnungsstörung dahinterstecken.

 

Prellung

Sie ist äußerst schmerzhaft. Typisch beim Sport sind Muskel-, Gelenk- und Knochenprellungen. Zusätzlich kann ein Bluterguss entstehen, je nach Lage zwischen den Muskelfasern oder direkt im Gelenk. Zur Akutbehandlung empfiehlt sich eine Kühlung, zum Beispiel mit Eispackungen. Schmerzlindernd wirkt ein Kompressionsverband.

Wichtig: Auch wenn die Schmerzen schnell abklingen, sollten Sie zunächst auf Sport verzichten. Durch die gesteigerte Durchblutung kann es zu Schwellung und Gefäßschäden kommen.

 

Fersensporn

Fersensporn tritt häufig bei Personen auf, die regelmäßig joggen oder walken. Ursache ist ein Absinken des Fußgewölbes, das auf falsche Schuhe zurückgehen kann. Dadurch werden die Sehnen stark gespannt. Die Folge: Der Sehnenansatz an der Ferse entzündet sich und tut weh. Außerdem führt der ständige Zug dieser Sehnen dazu, dass sich ein knöcherner Fortsatz bildet, der Fersensporn. Ihn kann nur ein Arzt behandeln. Am wirksamsten ist derzeit die Stoßwellentherapie.

Wichtig: Lassen Sie sich beim Kauf neuer Laufschuhe unbedingt vom Fachmann beraten.

 

Muskelkater

Gerade bei Einsteigern ist Muskelkater ein sicheres Zeichen dafür, dass sie sich zu viel zugemutet haben. Durch die Überanspruchung kommt es zu winzigen Rissen im Muskelgewebe. Es werden Entzündungsstoffe freigesetzt, Lymphflüssigkeit kann durch die Risse ins Gewebe fließen. Dort sammelt es sich, und langsam schwellen die Muskelfasern an. Der Dehnungsschmerz ist also das, was man Muskelkater nennt. Im Akutfall helfen Ruhe, ein warmes Bad und sanfte Massagen. Zur Vorbeugung schwören manche auf Sauerkirschsaft oder das Einreiben (nicht trinken!) mit Arnikaschnaps.

Wichtig: Wer sich erst mal eine Pause gönnt, wird Muskelkater schneller und weniger schmerzhaft los als die „Harten", die sofort weitertrainieren.

 

Verstauchung

Eine ganz typische Sportverletzung. Sie entsteht, wenn Kapseln und Bänder eines Gelenks durch Umknicken oder Verdrehen verletzt werden. Die das Gelenk umgebenden Muskeln, Bänder und Sehnen werden dabei überdehnt, das Gelenk bleibt aber stabil. Typische Symptome: sofort auftretende Schmerzen, auffällige Schwellung des Gelenks und ein Bluterguss. Die Funktion des Gelenks ist eingeschränkt. Die Erstversorgung sollte nach der PECHRegel erfolgen: P wie Pause; E wie Eis zur Kühlung; C wie Kompressionsverband und H wie Hochlagern. Eine einfache Verstauchung ist meist in ein bis zwei Wochen ausgeheilt.

Wichtig: Zur Vorbeugung sollten Sie sich gründlich aufwärmen. Deshalb gehören Dehnen und Stretchen sowohl in die Vorbereitungs- als auch in die Abkühlphase.

 

Muskelriss

Ob bei einer Muskelverletzung einzelne Fasern oder ein ganzer Muskelstrang gerissen ist, lässt sich erst nach einer ärztlichen Untersuchung sagen. Die betroffene Stelle wird zunächst abgetastet und auf eventuelle Dellen untersucht. Kleinere Dellen weisen auf einen Muskelfaserriss hin, größere, auch äußerlich sichtbare Einbuchtungen auf einen Riss des Muskelstrangs. Eine Ultraschalluntersuchung bringt letzte Klarheit. Bei kleineren Verletzungen helfen Kühlung, entzündungshemmende Medikamente, Ruhigstellung der Muskulatur und Tape-Verbände. Später kommt meist eine Reizstrombehandlung hinzu. Bei großen Verletzungen ist eine OP nötig.

Wichtig: Mit dem Training ganz langsam beginnen, bei Schmerzen sofort stoppen. Auf keinen Fall auf das Aufwärmen verzichten.

 

Schienbeinschmerzen

Treten beim Laufen die Schmerzen auf der inneren unteren Hälfte des Unterschenkels auf, handelt es sich meist um das Schienbeinkantensyndrom. Die Muskeln sind verhärtet und tun höllisch weh. Die Beschwerden entstehen, wenn die Füße beim Laufen nach außen drehen. Dadurch werden die Wadenmuskeln falsch belastet, und das führt im Bereich des Unterschenkels zu Sehnenentzündungen, Knochenhautreizungen oder verhärteten Muskelzonen. Möglich ist auch eine Stressfraktur, wenn durch eine Fehlstellung Schien- und Wadenbein stärker zueinander verdreht werden. Mikrobrüche können per Szintigrafie oder Computer-Tomografie aufgedeckt werden. Die Behandlung ist konservativ, also einige Tage Laufpause und Schmerzmittel.

Wichtig: Laufschuhe müssen optimal gedämpft und an die Füße angepasst sein. Fehlstellungen sollten durch Einlagen ausgeglichen werden.

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