Die größte Seuche der Welt: Sieg im Kampf gegen Malaria

Ein Kind wird geimpft
Noch in diesem Jahr soll der erste Impfstoff gegen Malaria zugelassen werden – er könnte Millionen Kindern in betroffenen Regionen das Leben retten © Corbis

Hunderttausende Todesopfer fordert Malaria jährlich – und die Wirkung vorhandener Medikamente lässt immer mehr nach. Jetzt ist Medizinern ein Durchbruch in der Bekämpfung der Krankheit gelungen.

Mehr als eine halbe Million Menschen sterben laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jährlich an Malaria. Die Tropenkrankheit gilt als eine der tödlichsten Infektionen weltweit – besonders bei Kindern kann sie schnell zum Tod führen. Ein großes Problem stellt die mangelhafte Gesundheitsversorgung in betroffenen Regionen dar. Mediziner suchen darum seit langem nach einem Malaria-Impfstoff, um die Ausbreitung der Krankheit einzudämmen.

 

Malaria-Impfstoff an Kindern getestet

Dabei ist Wissenschaftlern jetzt ein Durchbruch gelungen: Das Mittel RTS,S zeigte in einer Langzeitstudie vielversprechende Ergebnisse. In der letzten Testphase wurde der Impfstoff 15.000 Kindern aus sieben afrikanischen Ländern (Kenia, Ghana, Tansania, Mozambik, Burkina Faso, Gabon und Malawi) verabreicht.

Die Probanden wurden in zwei Altersklassen eingeteilt: 6 bis zwölf Wochen und fünf bis 17 Monate. Innerhalb eines Monats wurden die Kinder dreimal mit dem neuen Mittel geimpft. Nach 18 Monaten erhielten kleine Gruppen beider Alterskategorien eine vierte Dosis.

Das Ergebnis: RTS,S schützte die Kinder vor Malaria, der Wirksamkeit variierte jedoch je nach Alter der Kinder und ließ mit der Zeit nach. Die durchschnittliche Wirksamkeit in dem vierjährigen Studienzeitraum lag zwischen 26 und 36 Prozent. Kinder, die vier Impfdosen erhalten hatten, waren besser geschützt als Kinder mit nur drei Impfungen. Nebenwirkungen zeigten sich selten und verschwanden stets spätestens nach einer Woche wieder.

 

So wirkt der Malaria-Impfstoff

Malaria wird durch die sogenannte Anopheles-Mücke übertragen. Bei einem Stich einer infizierten Mücke gelangt der Erreger in die Blutbahn, wandert zur Leber und breitet sich von dort im ganzen Körper aus. Der Impfstoff RTS,S verhindert das: Er attackiert den Erreger sobald er ins Blut des Menschen gelangt und macht ihn unschädlich.

Die Forscher betonen, dass RTS,S trotz seiner nachlassenden Wirksamkeit Millionen Kindern das Leben retten könnte. Die Zulassung des neuen Malaria-Impfstoffs ist noch für dieses Jahr geplant.

Hamburg, 27. April 2015  

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