Die Gesundgeheimnisse der Höhenluft

Eine Frau steht auf einem Berg
Höhenluft schützt vor Lungenkrebs – das hat eine aktuelle US-Studie ergeben © Fotolia

Bergbewohner haben ein niedrigeres Lungenkrebsrisiko – das ist das Ergebnis einer aktuellen US-amerikanischen Studie. Praxisvita verrät, welche gesundheitlichen Vorteile die Höhenluft außerdem bringt.

Um herauszufinden, wie sich Höhenluft auf das Krebsrisiko auswirkt, verglichen Wissenschaftler der University of California in einer neuen Studie die Häufigkeit von Krebs in verschiedenen Höhenlagen in den USA. Dabei stellten sie fest: Je höher die Lage, desto weniger Menschen litten an Lungenkrebs – auch bei gleichen Lebensgewohnheiten der Bewohner.

Zwischen der Höhenlage und dem Auftreten anderer Krebsarten ließ sich kein Zusammenhang erkennen – das spricht aus Sicht der Wissenschaftler dafür, dass die Erklärung für das Phänomen in der sauerstoffarmen Höhenluft zu finden ist.

 

Sauerstoff kann schädlich sein

Obwohl wir Sauerstoff zum Atmen brauchen, hat er auch negative Eigenschaften. Bestimmte Formen davon, die sogenannten reaktiven Sauerstoffspezies, schädigen unsere Zellen – diesen Prozess nennt man auch oxidativen Stress.

Experten vermuten, dass oxidativer Stress bei der Entstehung von Krebs eine Rolle spielt. Die Forscher der University in of California planen nun weitere Laborversuche, um den Zusammenhang von Sauerstoff und Lungenkrebs genauer zu untersuchen.

Bis sich die Ergebnisse bestätigen, gilt: Eine Ernährung, die reich an sogenannten Antioxidantien ist, verringert das Lungenkrebsrisiko. Antioxidantien sind Stoffe, die oxidativem Stress entgegenwirken, indem sie die negative Wirkung des Sauerstoffs hemmen. Sie sind in praktisch allen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten. Gut untersucht und bestätigt ist ihre Wirkung in Knoblauch, Kohl, Brokkoli, Walnüssen und Tomaten.

 

So schützt uns Höhenluft außerdem

Frühere Studien haben bereits zahlreiche positive Auswirkungen von Höhenluft auf die Gesundheit belegt. So zeigte eine Analyse der Universität Zürich, dass Bergbewohner seltener von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen sind. Laut dieser Studie sinkt das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, pro 1.000 Metern Höhe um 22 Prozent. Die Erklärung: Der Aufenthalt in der Höhe ist Training für das Herz. Denn durch den geringen Sauerstoffanteil in der Luft muss es mehr Blut durch den Körper pumpen, um ihn mit genügend Sauerstoff zu versorgen. Diesen Effekt machen sich auch Spitzensportler beim Höhentraining zunutze.

Auch, wer abspecken will, begibt sich am besten ins Gebirge – das ergab eine Studie der Ludwig-Maximilian-Universität in München. Während eines einwöchentlichen Aufenthalts in 2.600 Metern Höhe nahmen die Probanden durchschnittlich 1,5 Kilogramm ab – und das, obwohl sie sich nicht mehr bewegten als üblich und auch ihre Ernährungsgewohnheiten nicht veränderten.

Hamburg, 15. Januar 2015

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