Die Geschenke-Diät

Carolin Banser
Kind feiert Geburtstag
Gratis-Geschenke – z.B. im Happy Meal – bewahren Kinder und Erwachsene davor, übermäßig viel zu essen © Fotolia

Das Prinzip des Happy Meals von der Fast-Food-Kette könnte Sie zukünftig davor bewahren, zu viel zu essen. Lesen Sie hier, was es mit dem Schlüssel des Glücks auf sich hat.

Kinder und Erwachsene essen weniger, wenn ihrer Mahlzeit ein Gratis-Geschenk beiliegt. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher aus Arizona und Kalifornien in ihrer aktuellen Studie. In mehreren Experimenten ließen sie Probanden verschiedener Altersgruppen zwischen einer halben Mahlzeit mit einem Geschenk als Zusatz und einer ganzen Portion wählen. Das Ergebnis: Die Studienteilnehmer entschieden sich mehrheitlich für die kleinere Portion. Das traf sogar auf Sechstklässler zu – auch dann, wenn das zusätzliche Geschenk Ohrstöpsel waren.

Das Experiment funktionierte auch, wenn das Geschenk nur die Chance auf einen Gewinn war: Konnten die Studienteilnehmer zwischen einem halben Sandwich plus Chance auf einen Gewinn (10.000 Vielfliegermeilen oder eine 100 $ Geschenk-Karte) und einem ganzen Sandwich wählen, entschied sich die Mehrheit der Teilnehmer für die erste Option.

Warum sind die Menschen bereit, eine größere Mahlzeit aufzugeben, wenn sie eine kleinere Portion mit einem Bonus bekommen können? Mithilfe der funktionellen Magnetresonanztomographie (fMRI) konnten Ärzte beweisen, dass unser Gehirn auf Spielzeug, Geschenkekarten und Lottoscheine ähnlich reagiert wie auf einen Burger oder eine Pizza. Die Ergebnisse zeigten, dass die Kombination aus einer halben Portion und einem Zusatz ähnliche Bereiche des Gehirns aktiviert – insbesondere das Striatum, das mit Belohnung, Lust und Motivation verbunden ist – genauso wie das bei großen Portionen der Fall ist.

 

Der Happy-Meal-Effekt

Die Forscher sind der Ansicht, dass allein die bloße Ansicht einer Belohnung dazu motiviert, die kleinere Menge zu bestellen. Studienautor Martin Reimann räumt ein, dass der „Happy-Meal-Effekt“ Menschen dabei helfen könnte, übermäßiges Essen zu vermeiden und gleichzeitig glücklicher zu werden. Geschenke regen das Belohungssystem im Gehirn an. Dabei wird Dopamin ausgeschüttet, ein Botenstoff, der an der Entstehung von Glückgefühlen beteiligt ist. "Restaurants könnten die Gäste zukünftig nicht nur glücklicher machen – sondern auch die gesünderen Entscheidungen der Gäste beeinflussen und sie davor bewahren, zu viel zu essen – ohne den eigenen Umsatz zu gefährden“, so Reimann in einer Pressemitteilung. Die Studie wurde im Journal of Experimental Psychology veröffentlicht.

Hamburg, 7. Januar 2015

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