Die Gen-Diät: Können Gene das Abnehmen bestimmen?

Baby
In die Wiege gelegt: 30 bis 50 Prozent des Übergewichts werden „vererbt“ Die Gene können uns aber auch dabei helfen, abzunehmen. Dies zumindest versprechen spezialisierte Firmen, die sogenannte Gen-Diäten anbieten © Fotolia

Sogenannte Gen-Diäten werden immer beliebter. Wie die individuellen Abnehmprogramme funktionieren – und was sie wirklich bringen.

„Diäten helfen bei mir nicht, ich habe meine Neigung zu mehr Kilos vererbt bekommen!“ Wie oft haben wir den Satz schon gehört – oder sogar selbst geäußert. Laut Studien sind bei Übergewicht tatsächlich 30 bis 50 Prozent erblich bedingt. Zum Glück haben die Gene aber nicht nur Einfluss darauf, ob wir Mamas Reiterhosen und Papas lange Beine erben, sie können uns auch dabei helfen, abzunehmen. Dies zumindest versprechen spezialisierte Firmen, die sogenannte Gen-Diäten bzw. genetische Stoffwechselanalysen anbieten. Dabei erfährt der Teilnehmer anhand einer DNA-Analyse, welche Makronährstoffe (Kohlenhydrate, Fette, Proteine) er am besten verstoffwechseln kann. Wer sich an die Gen-Diät hält, bei dem sollen die Pfunde purzeln.

Gen-Diät – Schlank mit Garantie?

Einer der Tests, der sowohl Ernährungs- als auch Sportkomponenten beim Abnehmen berücksichtigt, ist der „Meta Check Fitness“. Er wird deutschlandweit in immer mehr Fitness-Studios angeboten. In den „Elements“-Studios (elements.com) zum Beispiel kostet er für Mitglieder und Gäste etwa 270 Euro, bei anderen Anbietern etwa 300 bis 350 Euro. Im Gespräch mit einer Ernährungsberaterin werden die persönlichen Essens- und Sportgewohnheiten sowie etwaige Gesundheitsprobleme erfragt und das Abnehmziel festgelegt. Danach wird mit einem Tupfer ein Abstrich an der Mundschleimhaut vorgenommen und ins Labor geschickt. Nach etwa zwei bis vier Wochen liegt das Ergebnis vor. Auf Basis dieser Daten erhält man dann individuelle Tipps für das optimale Ernährungs- und Sportprogramm – abhängig davon, welcher Typ man ist. Wer zum Beispiel ein „Alpha-Typ“ ist, kann proteinreiche Nahrung gut verstoffwechseln und sollte kohlenhydrat- und fettreiche Nahrungsmittel reduzieren, wenn er abnehmen will. Gehört jemand beim Sport zu den Ausdauertypen, ist der Kalorienverbrauch beim Joggen oder Schwimmen am höchsten.

Beim „Meta Check Fitness“ werden sieben Stoffwechsel-Gene analysiert. Aussagen über Krankheiten lassen sich dadurch nicht ableiten. Trotzdem führt das Labor den Gentest anonym durch und vernichtet hinterher alle Proben – schließlich bleibt das Ergebnis ein Leben lang gültig. Das Testverfahren ist für jeden geeignet, Altersbeschränkungen gibt es keine.

Wie wirksam ist die Gen-Diät?

Aber wie wirksam ist die Gen-Diät im Vergleich zu anderen Abnehmprogrammen? Laut einer Studie der Stanford University nahmen die Teilnehmer mit einer genetisch angepassten Ernährung mehr als doppelt so erfolgreich ab wie die Vergleichsgruppe mit einer allgemeinen Ernährungsempfehlung. Doch das ist reine Statistik. Bis heute gibt es keinen aussagekräftigen wissenschaftlichen Beleg dafür, dass eine bestimmte Diät besser wirkt als eine andere.

Dies bestätigt auch Prof. Dr. med. Andreas Pfeiffer vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. Seiner Erfahrung nach glauben allerdings Menschen, die eine speziell auf sie zugeschnittene Gen-Diät machen, häufig mehr an das Programm und halten sich deshalb auch gewissenhafter daran.

Die 4 Ernährungstypen bei „Meta Check Fitness“

Meta-Typ Alpha

Dieser Typ verarbeitet Proteine (z. B. in Fisch) sehr gut, Fette und Kohlenhydrate weniger gut, sie werden schneller und stärker in Form von Körperfett gespeichert.

Meta-Typ Beta

Dieser Typus verarbeitet neben Proteinen auch Fette (z. B. in Ölen) gut. Er sollte auf eine kohlenhydratarme Kost achten, um abzunehmen.

Meta-Typ Gamma

Kohlenhydrate (z. B. in Nudeln) werden von diesem Typ sehr gut verstoffwechselt, Fette und Proteine hingegen weniger – weshalb sie reduziert werden sollten.

Meta-Typ Delta

Avocadocreme
Kohlenhydrate und Fette (z. B. in Avocados) setzen bei bei dem Meta-Typ Delta nicht so schnell an © Fotolia

Kohlenhydrate und Fette (z.B. in Avocados) setzen bei diesem Typus nicht so schnell an – im Gegensatz zu Proteinen

Die 2 Sport-Typen laut Test

Ausdauer-Typ

Wiederholungen gleicher Bewegungen sorgen für einen erhöhten Kalorienverbrauch. Menschen aus dieser Kategorie sollten zum Abnehmen 2–3-mal pro Woche 45 bis 60 Minuten joggen, schwimmen, rudern etc.

Schnelligkeits-Typ

Crossfit
Schnelligkeits-Typen verbrennen mehr Kalorien durch Kraft beim Training© Fotolia

Vertreter dieser Gattung verbrennen mehr Kalorien durch Kraft und Schnelligkeit beim Training. Ideal zum Abnehmen sind Sportarten wie z. B. Crossfit, Krafttraining, Sprinten, Fußball oder Tennis.

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