Die drei Säulen des Glücks

Eine Frau streckt sich der Herbstsonne entgegen
Glück hängt entscheidend von drei Faktoren ab, zeigt eine aktuelle australische Studie © Fotolia

Geld, Gesundheit, Familie – wovon hängen Glück und Zufriedenheit wirklich ab? Australische Wissenschaftler haben den Glückscode jetzt geknackt. Drei Faktoren sind demnach entscheidend für unser Wohlbefinden.

Einige Menschen verbringen ihr ganzes Leben damit, nach dem Glück zu suchen. Diese Suche könnte jetzt deutlich verkürzt werden, denn der Wissenschaft ist es gelungen, eine wesentliche Frage zu beantworten: die Frage danach, was uns glücklich macht.

In einer 15 Jahre andauernden Studie werteten Wissenschaftler der Deakin University im australischen Geelong Angaben von mehr als 60.000 Menschen aus, die im Rahmen des „Australian Unity Wellbeing Index“ erfasst wurden. Dabei stellten sie fest: Wenn drei bestimmte Faktoren im Leben eines Menschen gegeben sind, hat er fast immer ein hohes Level an Wohlbefinden – unabhängig von Alter, Besitz oder Gesundheit.

Die drei Glücks-Faktoren lauten: gute persönliche Beziehungen, finanzielle Sicherheit und ein Ziel im Leben. Am wichtigsten scheint das Vorhandensein einer guten Beziehung zu sein, so Studienautor Professor Robert Cummins: „Menschen mit geringem Einkommen können ein normales Glückslevel haben, wenn sie gute Beziehungen und ein Ziel im Leben haben.“

 

Was ist eine „gute Beziehung“?

Eine „gute Beziehung“ muss laut der Studie nicht romantischer Natur sein – Freundschaften können ebenso zum Lebensglück beitragen. Entscheidend ist, dass die Beziehung Nähe und Unterstützung bringt. Ideal ist demnach jemand, mit dem man „Gedanken, Geheimnisse, Hoffnungen, Träume und Ängste teilen kann.“ Professor Cummins: „Bei Menschen ohne solch intime Beziehungen besteht ein deutlich höheres Risiko, dass die Schwierigkeiten in ihrem Leben sie überwältigen.“

 

Macht Geld wirklich glücklich?

Was den Glücksfaktor Geld angeht, ist es vor allem wichtig: die Kontrolle über die eigenen Finanzen zu haben. Dann stört auch ein geringes Einkommen nicht.

Das glückbringende Ziel im Leben bestand bei vielen der Befragten in der Ausübung eines sinnbringenden Jobs, bei anderen in einer bestimmten Freizeitbeschäftigung oder im freiwilligen sozialen Engagement.

Zur Überraschung der Forscher fanden sie keinen Zusammenhang zwischen Glück und Gesundheit. Prof. Cummins: „Während die Zufriedenheit mit der Gesundheit im Alter abnimmt, steigt das allgemeine Glücksempfinden meist an.“

 

Glück als Schutz vor Depressionen

Doch umgekehrt besteht sehr wohl ein Zusammenhang, so die Forscher – denn Unglücklichsein kann krank machen. „Wir haben einen eingebauten Verteidigungsmechanismus, der Menschen  nach guten oder schlechten Lebensereignissen üblicherweise in ihre normale Stimmung zurückversetzt“, erklärt Cummins. „Doch wenn die Belastung zu stark und langwierig ist, versagt dieser Verteidigungsmechanismus und Menschen werden anfällig für Depressionen.“

 

Dem Glück auf die Sprünge helfen

Abgesehen von den drei genannten „Glückssäulen“ gibt es konkrete Maßnahmen, wie man selbst glücklicher werden kann, wie Forscher in einer 2014 durchgeführten Studie herausfanden. Demnach macht es uns besonders glücklich, anderen Menschen etwas Gutes zu tun. Außerdem ist es auf dem Weg zum Glück wichtig, sich konkrete Ziele zu setzen: Wir müssen wissen, was uns glücklich macht, bevor wir uns auf die Suche danach begeben.

Hamburg, 22. Oktober 2015

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