Die Coca-Cola-Lüge

Die britische Zeitung „The Times“ erhebt schwere Vorwürfe gegen Coca-Cola: Das Unternehmen soll Wissenschaftler bezahlt haben, um bei Ernährungsstudien zu falschen Ergebnissen zu kommen.

„Bei Entscheidungen über unsere Produkte und Inhaltsstoffe setzen wir auf wissenschaftliche Forschung und beauftragen unabhängige Drittanbieter mit der Ausführung dieser Arbeit“, so ein Statement von Coca-Cola Großbritannien. Ganz so unabhängig sind die ausführenden Wissenschaftler dieser Studien aber offensichtlich nicht – darauf weist jetzt die britische Zeitung „The Times“ hin.

Demnach hat das Unternehmen eine Organisation gegründet, eigens um wissenschaftliche Forschungen durchzuführen, die den Zusammenhang zwischen zuckerhaltigen Getränken und Übergewicht widerlegen. Umgerechnet rund 6,5 Millionen Euro ließ es sich das Unternehmen kosten, das „European Hydration Institute“ (EHI) ins Leben zu rufen.

 

Wissenschaftler von Coca-Cola gesponsert

Die Motivation dahinter liegt wohl in der aktuellen Studienlage, die eine Tatsache eindeutig belegt: Zuckerhaltige Getränke begünstigen Übergewicht – und dieses fördert wiederum die Entstehung von Bluthochdruck, Diabetes und Herzerkrankungen. Und Cola enthält eine Menge Zucker – mit 27 Gramm pro Glas und 54 Gramm pro Flasche (0,5 Liter) überschreitet schon ein Getränk die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlene Tageshöchstmenge von 25 Gramm.

Gut für den Ruf eines Softdrink-Herstellers sind solche Zahlen nicht – möglicherweise ein Grund für den Coca-Cola-Konzern, sich vermehrt in der Forschung zu engagieren. Das Ergebnis war im Sommer dieses Jahres zu sehen: Die Non-Profit-Organisation „Global Energy Balance Network“ initiierte eine Diskussion über die „wahren“ Ursachen von Übergewicht und Fettleibigkeit. Diese liegen laut der Organisation nicht in übermäßigem Zuckerkonsum, sondern einzig in zu wenig Bewegung. Und das behaupteten die Experten nicht einfach so – sie untermauern ihre Aussagen mit wissenschaftlichen Studien. Doch genau diese Studien wurden von Coca-Cola finanziert, wie sich später herausstellte.

Experten verweisen im Fall Coca-Cola auf Parallelen mit der Zigarettenindustrie – auch sie investierte im großen Stil in wissenschaftliche Arbeiten, die den Zusammenhang zwischen Nikotinsucht und dem Entstehen von Krebs widerlegen sollten.

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