Die Bürde der Erholung – Wieso Sie besser nicht vor dem Fernseher entspannen!

Eigentlich sollen Fernseher und Computer der Erholung dienen – tun sie aber nicht. Vielmehr leidet der erschöpfte Anwender unter Gewissensbissen, seine Pflichten zu vernachlässigen

Fernsehen und Videospiele eignen sich nicht zur Erholung. Das zeigt eine aktuelle Studie der Universität Mainz. Demnach fühlen sich Menschen, die z.B. nach Feierabend Zeit vor dem Fernseher, Computer oder der Konsole verbringen, unglücklich und unzufrieden.

Technische Geräte – wie Fernseher, Computer, Handys, Konsolen oder Tablets – eignen sich nach Aussagen der Wissenschaftler nicht, um entspannende Gefühle zu erwecken. Die kürzlich veröffentlichte Studie zeigt, dass vor allem Tätigkeiten wie Fernsehen gucken oder Computer spielen, Stress und Belastungsgefühle nicht abbauen, sondern – ganz im Gegenteil – den negativen Effekt dieser Gefühle noch verstärken.

 

Der Versuch der Erholung führt zu neuem Stress

Die Betätigung mit technischen Geräten im Belastungszustand führt nach Aussagen der Forscher zu neuem Stress. Bei den untersuchten Probanden waren statt Erholung verstärkt Gefühle wie Unzufriedenheit, Unglück und ferner auch ein schlechtes Gewissen und das Bedürfnis, sich anderweitig zu betätigen, feststellbar gewesen.

Dieser Effekt der Unzufriedenheit und des Unglücks steigerte sich bei der Studie sogar mit dem Grad der Erschöpfung des jeweiligen Probanden. Das bedeutet: Je erschöpfter ein Mensch, desto weniger Erholung konnte er durch die Beschäftigung mit Fernsehen, Computer oder Handy erlangen – und desto unglücklicher und gestresster war er im Nachhinein.

Konkret gaben viele der Probanden an, dass die Nutzung der technischen Geräte das Gefühl auslöste, sie hätten andere wichtigere Aufgaben und Pflichten vernachlässigt. Die Forscher bezeichneten diesen emotionalen Effekt als „eine Form der Verschleppung“.

 

Ein Schritt zum Verständnis der „medieninduzierten Erholung“

Die Ergebnisse basieren auf einer Studie mit mehr als 470 Probanden, deren Empfindungen vor dem Hintergrund der jeweiligen Strategien zur Stressbewältigung in Zusammengang mit der Nutzung von technischen Geräten und Multimedia untersucht worden sind. Beachtete Faktoren waren dabei Gefühle wie Verschleppung von Pflichten, Schuld, Freude, Vitalität und Erholung.

Diese Erkenntnisse sind nach Aussagen von Studienautor Professor Leonard Reinecke von der Universität Mainz ein wichtiger Schritt zum „Verständnis der Bewertungsprozesse für die medieninduzierte Erholung und dem individuellen Entertainment-Erlebnis.“ Demnach ist das Überangebot an technischen Möglichkeiten der Ablenkung und Zerstreuung heute „mehr Bürde als angenehme Freizeitaktivität“. Smartphones, Computer und Fernseher  – so legt die Studie nahe – geraten immer mehr in Konflikt mit verpflichtenden Herausforderungen und Aufgaben, die den menschlichen Alltag erfüllen.

 

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