Die bipolare Störung und ihre Ursachen: Mehr als nur Vererbung

Redaktion PraxisVITA

Die Ursachen einer bipolaren Störung sind noch nicht eindeutig geklärt. Ärzte gehen aber davon aus, dass unterschiedliche Faktoren zusammenwirken.

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung
 

Bipolare Störung: vielfältige Ursachen 

Die wichtigsten Einglussfaktoren und Ursachen einer bipolaren Störung, sind

Obwohl die bipolare affektive Störung keine klassische Erbkrankheit ist, ist eine starke genetische Komponente vorhanden. Allerdings ist nicht wie bei einer klassischen Erbkrankheit ein einziger Gendefekt verantwortlich, sondern eine Vielzahl verschiedener Gene. Forscher gehen davon aus, dass mehr als 100 Gene zur Entstehung einer bipolaren Störung beitragen. Durch den genetischen Einfluss ist vor allem für Angehörige ersten Grades, wie etwa für Kinder erkrankter Eltern, das Risiko deutlich erhöht, an einer bipolaren Störung zu erkranken.

Grundsätzlich gehen Ärzte davon aus, dass jeder Mensch an einer bipolaren Störung erkranken kann. Die Gene bestimmen dabei, wie sensibel oder anfällig jeder einzelne Mensch für die Erkrankung ist.

 

Botenstoffe lösen manisch-depressive Phasen aus

Eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Wechsel von manischen und depressiven Episoden spielen bestimmte Botenstoffe, die innerhalb des Gehirns als Neurotransmitter Informationen von einer Nervenzelle zur anderen weiterleiten. Dabei stehen die verschiedenen Botenstoffe mit ihrer unterschiedlichen Wirkung in einem empfindlichen Gleichgewicht zueinander. Wird dieses gestört, zum Beispiel dadurch, dass ein Botenstoff vermehrt oder weniger stark gebildet wird als es normalerweise der Fall ist, wird die Kommunikation zwischen den Nervenzellen im Gehirn beeinträchtigt.

Experten vermuten, dass bei einer depressiven Phase im Rahmen einer bipolaren Störung eine verminderte Konzentration folgender Botenstoffe vorliegt:

  • Noradrenalin
  • Serotonin
  • Dopamin

Bei einer manischen Phase sind wahrscheinlich erhöhte Konzentrationen dieser Botenstoffe für die Symptome verantwortlich, die mitunter auch paranoide Symptome auslösen können.

 

Umwelteinflüsse als Ursachen einer bipolaren Störung

Neben genetischen Faktoren tragen auch verschiedene Umwelteinflüsse dazu bei, dass sich eine bipolare Störung entwickelt. Vor allem Stress oder belastende emotionale Ereignisse können die Krankheit auslösen oder den Beginn einer neuen Krankheitsepisode begünstigen. Hierzu zählen familiäre und finanzielle Probleme, wie Verschuldung, Arbeitslosigkeit, Scheidung oder der Tod eines Angehörigen.

Was als Stress empfunden wird, kann allerdings von Mensch zu Mensch sehr unterschiedlich sein. Während der eine etwa eine anstehende Geburtstagsfeier oder eine Hochzeit als positiv empfindet, können die gleichen Ereignisse bei einem anderen Menschen ein Gefühl von Stress und Überforderung auslösen. Für Menschen, die an einer bipolaren Erkrankung leiden, ist es deshalb besonders wichtig, die eigenen Stressfaktoren zu erkennen und diese so weit wie möglich zu vermeiden. 

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