Die besten Tipps gegen Wetterfühligkeit bei Asthma

Kaelte verstaerkt Asthma
Wetterumschwünge können die Leiden von chronisch Kranken, wie zum Beispiel Asthmatikern, verstärken. Denn bei Wind, Temperaturabfällen und Gewittern verengen sich die Atemwege © Fotolia

Ein milder Tag im Winter oder ein plötzlicher Kälteeinbruch im Frühjahr – für viele Menschen ist das der Auslöser von Unwohlsein. Sie leiden unter Wetterfühligkeit, weil der Körper nicht genug Zeit hat, sich auf die neue Situation einzustellen. Ein Problem ist das vor allem für chronisch Kranke wie zum Beispiel Asthma-Patienten, weil Wetterumschwünge ihre Leiden oft verstärken. Wie Sie vorbeugen, sagt Dr. Stefan Fey, Oberarzt für Naturheilkunde an der Klinik Blankenstein, Hattingen/Ruhr.

 

Asthma: Wind reizt

Bei Wind, Temperaturabfall und Gewitter verengen sich die Atemwege bei Asthmatikern. Gesunde Menschen sind anfälliger für Erkältungen. Asthmatiker neigen vermehrt zu Anfällen.

Das beugt vor: Sauna, Wechselduschen, pflanzliche Mittel für die Abwehr (beispielsweise „Klosterfrau Melissengeist“). Dr. Fey: „Für Asthmatiker: gemäßigtes Ausdauertraining wie zum Beipsiel Walking“.

Das hilft im Akutfall: Aufenthalte in der Kälte meiden. Nase und Mund mit einem Schal schützen.

 

Herz: Kaltluft verengt die Gefäße

Bei Kälte ziehen sich die Gefäße zusammen, der Blutdruck kann steigen. Das Herz ist stärker gefordert, und der Cholesterin-Gehalt im Blut erhöht sich ebenfalls. „Deshalb sind Kaltlufteinbrüche vor allem für Patienten mit Herz- und Gefäßerkrankungen eine starke Belastung“, sagt Dr. Fey. Studien belegen, dass die Anzahl der Infarkte bei extremer Kälte steigt.

Das beugt vor: Bei Menschen mit leichten Herz-Kreislauf-Problemen helfen Wechselduschen, Kneipp-Anwendungen und viel Bewegung (zum Beispiel zügiges Spazierengehen, Wandern). Aber Vorsicht: Bei ernsthaften Herzerkrankungen sind Wechselduschen nicht ratsam.

Das hilft bei Kälte: Nicht überanstrengen. Bei Kälteeinbruch Gymnastik oder Ergometer-Training drinnen vorziehen. Sport im Freien ist nur nach Rücksprache mit dem Arzt erlaubt.

 

Rheuma: mehr Schmerz bei Nässe

Dr. Fey: „Feuchtkaltes Wetter verstärkt Gelenkbeschwerden oft noch. Denn bei niedrigem Luftdruck schwellen entzündete Gelenke an und schmerzen.“ Kälte kann die Gelenkschmiere verdicken und die Beweglichkeit so erschweren.

Das beugt vor: Eine sanfte Abhärtung mit Wechsel-Armbädern, Wechsel-Schenkelgüssen. Spezielle Kuren, Wärme- oder Kälteanwendungen und Krankengymnastik zahlt die Kasse. Hilfreich ist auch eine dauerhaft gesunde Ernährung.

Das hilft bei Wetterwechsel: Dr. Fey: „Weichen Sie dem feuchtkalten Wetter möglichst aus, und gewöhnen Sie Ihren Körper vorsichtig an die kälteren Temperaturen.“ Also die Gelenke im Freien immer mit warmer Kleidung schützen, wenig im Freien bewegen. Tut Ihnen Wärme gut? „Dann helfen Wärmflasche, Kirschkernkissen, Salben mit Beinwellextrakt oder Rheumatee mit Weidenrinde“, empfiehlt Dr. Fey.

 

Migräne: Föhn als ein Auslöser

Mehr als zwei Drittel aller Migräne-Patienten sagen, dass das Wetter ihre Kopfschmerzen verstärken kann. Studien haben diesen Einfluss auch nachgewiesen. Besonders schlimm: Föhn, Gewitter, starke Wärme. Die Gefäße reagieren überempfindlich auf Schwankungen – sie reizen die Nerven, Migräne-Schmerz kann auftreten.

Das beugt vor: Geregelter Tagesablauf, regelmäßig schlafen, essen, Bewegung, wenig Stress und Entspannungsübungen.

Das hilft im Akutfall: Bei Migräne verschreibungspflichtige Triptane (nach ärztlicher Anordnung), Ruhe. Bei normalem Kopfschmerz: Minzöl auf die Schläfen, Nackenmassage, Schmerztablette.

Quelle: Neue Post, 12/2009

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