Die besten natürlichen Fruchtbarkeitshelfer für Männer und Frauen

Verena Elson Medizinredakteurin
Nüsse helfen dabei, die Spermienqualität zu verbessern, zeigt eine neue Studie
Nüsse helfen dabei, die Spermienqualität zu verbessern, zeigt eine neue Studie © Premyuda Yospim/iStock

Kann man mit natürlichen Mitteln der Erfüllung des Kinderwunsches auf die Sprünge helfen? Zahlreiche Studien sprechen dafür. Die wichtigsten haben wir für Sie zusammengetragen.

Bei der Frage, ob und wie schnell ein Paar sich seinen Kinderwunsch erfüllen kann, spielen viele Faktoren eine Rolle – der Lebensstil ist einer davon. So ist eine ausgewogene Ernährung wichtig für Männer und Frauen, die Eltern werden wollen. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Ist der Körper nicht ausreichend mit Nährstoffen versorgt, hat er keine Kapazitäten, Nachwuchs zu zeugen und – im Fall der Frau – neun Monate lang mitzuversorgen. Er konzentriert sich stattdessen auf das eigene Überleben.

Studien haben gezeigt, dass einige Lebensmittel sich besonders dafür eignen, die Fruchtbarkeit von Männern, Frauen oder beiden Geschlechtern zu steigern. Zudem haben sich andere Lebensstilfaktoren wie das Ausmaß der Bewegung in Untersuchungen als ausschlaggebend für die Fruchtbarkeit erwiesen.

 

Männer: Nüsse und Sport

In einer aktuellen Studie fanden spanische Wissenschaftler heraus, dass der Verzehr einer bestimmten Menge Nüsse die Spermienquantität und -qualität verbessert. Dazu sind den Autoren zufolge rund 60 Gramm Nüsse pro Tag (etwa Mandeln, Haselnüsse oder Walnüsse) notwendig. Die Studie wird auf dem 34. jährlichen Kongress der European Society of Human Reproduction and Emnbryology in Barcelona vorgestellt.

Eine iranische Studie konnte zudem zeigen, dass moderates Ausdauertraining Menge und Beweglichkeit der Spermien verbessert – und zwar im Schnitt um 22 Prozent im Vergleich mit Männern, die keinen Sport treiben. Solch ein Ausdauertraining (drei bis viermal pro Woche 40 bis 45 Minuten) hat demzufolge einen größeren Effekt auf die Spermienqualität als intensives Intervalltraining. Dabei ist Durchhalten wichtig – wird das Training eine Woche ausgelassen, geht auch die Spermienqualität zurück.

 

Frauen: Soja

In einer 2016 veröffentlichten Studie kamen Harvard-Forscher zu dem Ergebnis, dass Soja Frauen helfen kann, schneller schwanger zu werden. Der Grund: Soja neutralisiert die schädliche Auswirkung der Chemikalie Bisphenol A (BPA) auf die weibliche Fruchtbarkeit. Im Studienzeitraum hatten Frauen, die per künstlicher Befruchtung schwanger werden wollten, eine geringere Erfolgschance (um fast 50 Prozent), wenn sie einen hohen BPA-Spiegel im Urin hatten. Allerdings existierte dieser Zusammenhang nur bei Frauen, die kein Soja zu sich nahmen. Bei Frauen, die zwei- bis dreimal pro Woche Soja aßen, stand der BPA-Spiegel in keinem Zusammenhang mit ihrer Chance, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen.

Die Studienautoren empfehlen Frauen mit Kinderwunsch, Soja in ihren Speiseplan aufzunehmen, sofern es dort nicht schon einen festen Platz hat – diese Empfehlung gilt insbesondere für Frauen, die ihr Glück mit künstlicher Befruchtung versuchen. Welche Menge Soja für den Effekt verzehrt werden muss, wurde in der Studie nicht explizit untersucht. Die Autoren gehen jedoch davon aus, dass eine Portion Soja (z.B. ein Veggie-Burger oder Misosuppe) alle zwei bis drei Tage ausreicht – denn das war in etwa die von den Probandinnen konsumierte Menge.

 

Männer und Frauen: Fisch und Meeresfrüchte

Paare, die mehr als zweimal wöchentlich Fisch oder Meeresfrüchte essen, können sich ihren Kinderwunsch schneller erfüllen, zeigt eine kürzlich veröffentlichte Harvard-Studie. Nach dem Studienzeitraum von einem Jahr waren 92 Prozent der Frauen in der Gruppe der Fischesser schwanger, in der Gruppe der Paare, die nur wenig oder gar keinen Fisch aßen, waren es nur 79 Prozent. Dabei reichte es nicht aus, wenn nur ein Partner mindestens zwei Portionen Fisch pro Woche aß.  

 

Paare mit Kinderwunsch sollten weitere Faktoren beachten

All diese „Hilfsmittel“ sind kein Garant für eine Schwangerschaft – bei einigen Paaren dauert es trotz optimaler Ernährung und Bewegung Monate oder Jahre, bis sich ihr Kinderwunsch erfüllt. Gibt es medizinische Gründe für die ausbleibende Schwangerschaft, können auch die kleinen Stellschrauben an der Ernährung nichts ausrichten – die Beratung durch einen Arzt sollte darum bei unerfülltem Kinderwunsch an erster Stelle stehen.

Abgesehen von Sport und Ernährung gibt es noch weitere Tipps, die Frauen dabei helfen können, schneller schwanger zu werden. Dazu gehören beispielsweise das Abbauen von Übergewicht und die Bestimmung des richtigen Zeitpunkts im Zyklus für die Zeugung.

Quellen:
Chaharro, J. E., et al. (2016): Soy intake modifies the relation between urinary bisphenol A concentrations and pregnancy outcomes among women undergoing assisted reproduction, in: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.

Gaskins, A. J. et al. (2018): Seafood Intake, Sexual Activity, and Time to Pregnancy, in: The Journal of Clinical Endocrinology & Metabolism.
DOI: 10.1210/jc.2018-00385

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