Die besten Nahrungsmittel für die Augen

Einkorn
Urweizensorten wie das Einkorn enthalten sechs- bis zehnmal mehr Lutein als Weichweizen und sind damit besonders gut für den Erhalt der Sehkraft geeignet © Shutterstock

Brot aus Urgetreide ist Balsam für die Augen – das zeigt eine neue Studie. Erfahren Sie hier, welche Nahrungsmittel Sie außerdem zu sich nehmen können, um Ihre Sehqualität länger zu erhalten.

Das Urgetreide Einkorn schützt unsere Augen vor Erkrankungen, das haben Forscher der Universität Hohenheim kürzlich herausgefunden. Verantwortlich dafür machen sie den hohen Gehalt des Carotinoids Lutein. Für ihre Untersuchung verglichen die Lebensmitteltechnologen den Lutein-Gehalt sogenannter Urweizenarten mit dem von herkömmlichen Hart- und Weichweizen. Ihre Ergebnisse stellten sie im Fachmagazin „Journal of Agricultural and Food Chemistry“ vor.

 

AMD: Ist Lutein die Hilfe?

Lutein schützt die Netzhaut der Augen vor schädigenden Einflüssen sowie vor übermäßiger UV-Strahlung. „Lutein ist ein Schutzstoff, der für den gelben Fleck im Auge – dem Bereich des scharfen Sehens – benötigt wird“, erklärt Jochen Ziegler, Lebensmitteltechnologe an der Universität Hohenheim. „Vor allem die altersbedingte Makuladegeneration (AMD), also das Erblinden von alten Menschen, kann durch die erhöhte Aufnahme von Lutein verhindert werden.“

 

Körper kann Lutein nicht selbst herstellen

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass die Urweizenart Einkorn sechs- bis zehnmal mehr Lutein als die moderne Weizenart Weichweizen enthält. „Jede der Einkornsorten enthält mehr Lutein als alle Brotweizensorten“, fasst Prof. Reinhold Carle, Leiter der analytischen Studie, zusammen. Lutein kann nicht vom Körper selbst hergestellt werden. Wer luteinhaltige Lebensmittel wie Spinat und Grünkohl nicht mag, kann also Einkorn und Dinkel in seinen täglichen Speiseplan aufnehmen, um die Sehkraft zu erhalten.

Mit diesen Lebensmitteln können Sie außerdem etwas für Ihre Gesundheit tun:

Rote Paprika und Avocado – das perfekte Duo für Ihre Augen

100 g des knallroten Gemüses liefern 3 mg Beta-Carotin. Der Körper wandelt dieses in Vitamin A um, das für unsere Augen – vor allem für das Scharfsehen – unersetzlich ist. Eine hervorragende Ergänzung zur roten Paprika bietet die Avocado, zum Beispiel zusammen als Salat. Denn Wissenschaftler fanden nun heraus, dass eine Avocado (150 g) die Aufnahme von Beta-Carotin aus rotem Gemüse um das 2,4-fache verstärkt. Wie eine Studie der Ohio State University außerdem zeigt, kann der Körper somit viermal mehr Beta-Carotin in Vitamin A umwandeln. Der Grund: Das Vitamin ist fettlöslich – und Avocados bestehen zu 15 Prozent aus ungesättigten Fettsäuren.

Fisch

Besonders ungesättigte Fettsäuren aus Fisch stärken die Sehkraft. Neueste Studien mit insgesamt 90.000 Teilnehmern weisen darauf hin, dass fettreicher Fisch das Risiko einer Netzthauterkrankung senkt. Die Omega-3-Fettsäuren sind Bestandteil der Netzhaut, daher gehen Mediziner schon länger davon aus, dass diese Fette vor AMD-Erkrankungen schützen. Schon ein wöchentlich zweimaliger Fischkonsum senkt das Risiko sowohl vor der trockenen Frühform als auch vor der feuchten Spätform der Krankheit.

Grünkohl

Forscher aus Jena haben herausgefunden, dass Grünkohl besonders gut für den Erhalt der Sehkraft geeignet ist. Das liegt vor allem am Lutein und Zeaxanthin, die in dieser Gemüsesorte reichlich enthalten sind. Fünf Milligramm Lutein sollte ein Erwachsener täglich zu sich nehmen, Patienten mit Makula-Veränderung benötigen etwa 10 Milligramm am Tag. Erreichen kann man das, indem man beispielsweise 100 bis 150 Gramm Grünkohl, Spinat oder Brokkoli isst.

Hamburg, 17. Juni 2015

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