Die besten Kneipp-Kuren: So bleiben Ihre Venen fit

Kneippen gegen Venenschwäche
Wenn kein öffentliches Kneipp-Becken zum Wassertreten in der Nähe ist, tut’s auch die heimische Badewanne – z. B. für kalte Güsse © Fotolia

Die Heilkraft des Wassers: Kneipp-Kuren wirken effektiv gegen Venenleiden und stärken das Immunsystem.

Der "Wasserdoktor" Sebastian Kneipp machte im 19. Jahrhundert Furore, als er seine Tuberkulose durch Bäder in der eiskalten Donau heilte. Heute sind seine Kneipp-Kuren weltweit beliebt: Sie stärken die Abwehrkräfte, fördern die Durchblutung und wirken schmerzlindernd. Das sollten Sie übers "Kneippen" wissen:

 

Venen-Fitness: Der Knieguss für leichte Beine

Das kalte Wasser unterstützt die Venen bei schweren Beinen, lindert Krampfadern und beugt Schwellungen vor. Dazu mildert es Kopfschmerzen und regt den Kreislauf an. Idealerweise werden die Kuren zum täglichen Ritual nach dem morgendlichen Duschen. Im Sommer sind sie die perfekte Abkühlung an frischer Luft mit einem Gartenschlauch. Wichtig ist, dass das kühle Nass wie ein Mantel die Haut umfließt, deshalb den Strahl ohne Druck einstellen. An den Zehen des rechten Fußes beginnen. Den Strahl über den Fußrücken leiten und langsam an der Außenseite aufwärts. Eine Handbreit über der Kniekehle enden, auf der Innenseite der Wade zurück zum Fuß. Den Guss am linken Bein wiederholen. Dann nochmals am rechten Bein das Wasser an der Innenseite nach oben führen, oberhalb der Kniescheibe kurz innehalten und an der Außenseite zurück nach unten. Dasselbe am linken Bein. Das Wasser abstreifen und sich zum Aufwärmen bewegen.

 

Der Kneipp-Klassiker: Wassertreten zur Abhärtung

Wassertreten gegen Krampfadern
Kneipp-Kuren wie z. B. Wassertreten helfen gegen Venenleiden, weil sie die Durchblutung anregen und schmerzlindernd wirken© Fotolia

Diese Form der Kneipp-Kur ist sicher die bekannteste. In Parkanlagen oder an Bächen, die an Wanderwegen entlangfließen, gibt es manchmal öffentliche Becken. Ansonsten eignen sich auch flache Flussläufe oder Teiche. Zu Hause füllt man zum Wassertreten einfach die Badewanne bis zur Wadenhöhe mit kaltem Wasser – auch eine größere Plastikwanne ist geeignet. Dann im Storchengang auf der Stelle treten und darauf achten, die Füße ganz aus dem Wasser zu heben. Die Fußspitze zeigt nach unten. Tritt ein starkes Kältegefühl ein, die Nässe sanft abstreifen und so lange herumlaufen, bis der Körper wieder warm ist.

 

Hautstraffender Schönheitsguss: Kaltes Wasser erfrischt und verjüngt

Für diese belebende Anwendung den Brausekopf vom Duschschlauch abnehmen. Mit dem kalten Wasserstrahl an der rechten Schläfe beginnen und das Gesicht langsam umkreisen. Dabei gleichmäßig durch den Mund weiteratmen. Nach einer kurzen Atempause den Schlauch einige Male in Längsrichtung von oben nach unten über das Gesicht führen. Sanft abtrocknen. Diese Anwendung ist so unkompliziert, dass man sie auch mehrmals am Tag durchführen kann. Sie lindert Kopfschmerzen, erfrischt müde Augen und fördert die Durchblutung der Gesichtshaut. Und durch ihre hautstraffende Wirkung beugt sie Faltenbildung vor.

 

Ein belebendes Armbad macht den ganzen Körper munter

Frau kneippt gegen schwache Venen
Armbäder fördern die Durchblutung der Brustregion, des Herzens und der Lunge© Fotolia

Wer sich abgeschlagen und müde fühlt, kann den Körper damit beleben. Nicht umsonst wird diese Anwendung auch der "Kaffee des Kneippianers" genannt – sie fördert die Durchblutung der Brustregion, des Herzens und der Lunge. Dazu ein Waschbecken mit kaltem Wasser füllen. Dann erst rechts, dann links bis zur Mitte des Oberarms eintauchen. Das Bad beenden, sobald ein unangenehmes Kältegefühl auftritt (meist nach 10 bis 40 Sekunden). Das Wasser abstreifen, die Arme zum Warmwerden hin- und herschwingen und ein langärmeliges Oberteil anziehen.

 

Augenguss gegen Bindehautentzündung und müde Lider

Bei überlasteten, gestressten Augen schafft ein kühler Guss schnell Abhilfe. Auch bei Bindehautentzündungen lindert er die Beschwerden. So geht's: kühles Leitungswasser über die Hand laufen lassen, das Auge schließen und die Flüssigkeit von der Schläfe bis zum geschlossenen Lid leiten. Den Strahl im Kreis mehrmals über das Auge führen. Anschließend das andere Auge behandeln. Bei Bindehautentzündung die Kur dreimal täglich wiederholen.

 

Die wichtigsten Kneipp-Regeln

  • Die Anwendungen sind nur gesund, wenn die Körpertemperatur ausgeglichen ist: Wer friert, sollte nicht kneippen.
  • Nach den kalten Güssen darauf achten, sich rasch wieder aufzuwärmen – am besten durch Bewegung.
  • Bei Vorerkrankungen den Arzt fragen, welche Güsse geeignet sind.
  • Bei offenen Wunden oder arterieller Verschlusskrankheit (Durchblutungsstörungen in Armen und Beinen) nicht kneippen.
  • Werden die Füße nach der Anwendung nicht wieder warm, einen Arzt konsultieren (Verdacht auf Verschlusskrankheit).
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