Die beste Therapie bei Reizdarm

Eine Frau hält sich den Bauch
Bei einem Reizdarmsyndrom erzielt eine Psychotherapie langfristig die beste Wirkung. Das zeigt eine aktuelle US-Studie © Alamy

Durchfall, Blähungen, Bauchkrämpfe – in Deutschland zeigt jeder Zehnte Symptome eines Reizdarms. Doch es gibt eine Therapie, die langfristig hilft, zeigt eine aktuelle US-Studie.

Da bei einem Reizdarmsyndrom keine geklärte Ursache vorliegt, werden in der Regel nur die Symptome wie Bauchschmerzen, Durchfall und Blähungen mit Medikamenten behandelt. Doch es gibt eine Therapie, die die medikamentöse Behandlung langfristig überflüssig machen kann – zu diesem Ergebnis kommt eine in der Zeitschrift „Clinical Gastroenterology and Hermatology“ veröffentlichte Studie.

Für ihre Metaanalyse werteten die Forscher des Vanderbilt University Medical Centers in Nashville 41 Studien aus verschiedenen Ländern (Großbritannien, USA und Schweden) mit insgesamt 2.200 Probanden aus. Alle Studien untersuchten den Erfolg einer Psychotherapie bei Reizdarm.

 

Langfristige Linderung der Reizdarmbeschwerden mit Psychotherapie

Untersucht wurden verschiedene Arten der Psychotherapie, darunter Entspannungsübungen, kognitive Verhaltenstherapie und Hypnose. Alle diese Therapien zeigten Wirkung – die Beschwerden der Probanden ließen stärker nach als bei 75 Prozent der Patienten in den Kontrollgruppen. Und selbst zwölf Monate nach Ende der Therapie hielt die Wirkung noch an.

Laut den Studienautoren sprechen diese Ergebnisse für die Existenz einer sogenannten Darm-Hirn-Achse. Demnach kann der Darm die Gesundheit der Psyche beeinflussen – und umgekehrt die Psyche die Darmgesundheit. So ergab etwa eine 2015 durchgeführte Studie, dass Kinder im Schnitt eine umso bessere Laune haben, je mehr Bakterien bestimmter Sorten in ihrem Darm vorkommen.

Das Problem für viele Patienten: Fachärzte für psychische Beschwerden haben häufig lange Wartelisten – Patienten müssen sich vor ihrem ersten Termin häufig monatelang gedulden. In dieser Zeit ist es sinnvoll, die Symptome des Reizdarmsyndroms mit Medikamenten zu behandeln (z.B. Carmenthin).

Hamburg, 6. Januar 2016

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