Die Bauchspeicheldrüse – Quelle unseres Wohlergehens

Redaktion PraxisVITA
Obst und Gemüse sind für die Bauchspeicheldrüse gut verträglich
Obst und Gemüse sind gut verträglich, mit fettigem Essen hat die Bauchspeicheldrüse Mühe © Fotolia

Die Bauchspeicheldrüse ist einer der Hauptdarsteller im Verdauungssystem. Internist Prof. Markus Lerch (Uni Greifswald) erklärt, wie wir die Bauchspeicheldrüse am besten schützen können.

Die Bauchspeicheldrüse ist eine der größten Drüsen des Menschen. Ist sie gesund, bemerken wir sie gar nicht. Aber selbst wenn sie krank wird, sind die Beschwerden oft undeutlich. Betroffene denken eher an Magen- oder Rückenschmerzen als an eine erkrankte Bauchspeicheldrüse.

Prof. Markus Lerch, Direktor der Klinik für Innere Medizin, Uniklinik Greifswald, erklärt, worauf wir achten sollten.

Wozu brauchen wir eigentlich die Bauchspeicheldrüse?

Prof. Lerch: Das Pankreas, so die medizinische Bezeichnung, produziert bis zu 20 verschiedene Verdauungssäfte. Diese Enzyme werden der jeweiligen Nahrung angepasst, je nachdem, ob sie etwa fettig oder süß ist.

Welche Rolle spielt die Bauchspeicheldrüse beim Blutzuckerspiegel?

Prof. Lerch: Die Bauchspeicheldrüse produziert die Hormone Insulin und Glukagon, die den Blutzuckerspiegel steuern. Bei Typ-1-Diabetikern, der angeborenen Zucker-Art, werden Pankreas-Zellen, die Insulin produzieren, von der körpereigenen Abwehr zerstört.

Was passiert, wenn die Bauchspeicheldrüse erkrankt?

Prof. Lerch: Eine akute Pankreatitis verläuft sehr dramatisch. Auslöser ist oft ein Gallenstein, der den Gang in den Darm versperrt. Dann staut sich der Bauchspeichel in der Drüse zurück, es kommt zur Selbstverdauung des Organs. Erkrankte leiden unter starken Bauchschmerzen und sollten sofort zum Arzt.

Gibt es noch andere Formen der Bauchspeicheldrüsen-Entzündung?

Prof. Lerch: Ja. Das Gewebe kann langsam durch zu viel Alkohol, Tabak, fettreiche Speisen zerstört werden. Betroffene merken meist erst spät, dass etwas nicht stimmt. Vorher spürbare Symptome sind zum Beispiel Verdauungsstörungen, Oberbauch- oder Rückenschmerzen.

Wie häufig treten Krebserkrankungen der Bauchspeicheldrüse auf?

Prof. Lerch: Pankreaskrebs steht auf Platz 9 der häufigsten Krebsarten. Weil er aber meist sehr spät entdeckt wird, ist er auf Platz 4 der häufigsten Krebs-Todesursachen in Deutschland. Im späten Stadium verursacht er Gewichtsverlust, Bauch- und Rückenschmerzen, Verdauungsstörungen und Gelbsucht.

Was sollte man tun, wenn man eine Erkrankung des Pankreas vermutet?

Prof. Lerch: Zunächst sollte man zum Hausarzt gehen. Der wird den Patienten – wenn nötig – an einen Gastroenterologen überweisen. Im Falle von Krebs ist entweder eine Operation oder – falls dies nicht mehr möglich ist – eine Kombi-Therapie nötig. Dabei wird zusätzlich zur Chemotherapie ein neues, zielgerichtetes Medikament eingenommen. Schon eine Tablette täglich kann dabei das Wachstum der Krebszellen hemmen und das Leben verlängern.

Woran kann man sehen, ob die Behandlung erfolgreich verläuft?

Prof. Lerch: Wenn Patienten einen Hautausschlag unter dem Medikament entwickeln, ist das ein gutes Zeichen. Es bedeutet, dass das Mittel anschlägt.

Wie kann man am besten vorbeugen?

Prof. Lerch: Risiken wie Rauchen sowie zu viel Alkohol meiden. Ein Speiseplan mit weniger Fett und Fleisch, dafür mehr Obst und Gemüse, ist sicher auch eine Wohltat für die Bauchspeicheldrüse. Früher dachte man, dass Kaffee ihr schadet. Neue Studien bestätigen das aber nicht.

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