Die Bauchschmerzen-Matrix für Kinder: Das sind typische Schmerzauslöser

Dr. med. Nadine Hess

Kinder leiden häufig unter Bauchschmerzen – aber die Ursache dafür herauszufinden, ist für Eltern oft schwierig. Anhand eines Schaubilds erklärt Kinderärztin Dr. Nadine Hess, welche Gründe für Bauchschmerzen bei Kindern vorliegen und wie die Beschwerden behandelt werden können.

Expertin Dr. Hess: „Die Bauchschmerzen-Matrix kann Eltern helfen, mögliche Ursachen für die Beschwerden ihres Kindes herauszufinden.“
Expertin Dr. Hess: „Die Bauchschmerzen-Matrix kann Eltern helfen, mögliche Ursachen für die Beschwerden ihres Kindes herauszufinden.“ © Privat
 

Das sagt Kinderärztin Dr. Nadine Hess

Es ist für Eltern nicht leicht, die Ursache für Bauchschmerzen bei Kindern zu ergründen. Das liegt vor allem daran, dass Kinder den Schmerz selbst oft nur unzureichend beschreiben können. Es fällt ihnen schwer, zu bestimmen, ob es im Bauch beispielsweise eher drückt oder sticht. Durch die Bauchschmerzen-Matrix können Eltern nun selbst auf Ursachensuche gehen. Dadurch wird es leichter, einzuschätzen, ob sich das Kind vielleicht nur den Magen etwas verdorben hat oder ob es einen ernsteren Grund für die Beschwerden gibt, nach dem dann besser der Kinderarzt sucht.

Kinderärztin Dr. Nadine Hess
Anhand der Bauchschmerzen-Matrix für Kinder können Eltern auf Ursachensuche für die Beschwerden der Kleinen gehen© gettyImages
 

Wie schätze ich Bauchschmerzen bei meinem Kind richtig ein?

Natürlich handelt es sich bei der Grafik lediglich um Richtwerte, die nicht in jedem individuellen Fall zutreffen. Aus diesem Grund ist es wichtig, auch das Verhalten des Kindes zu beobachten: Ist es trotz der Beschwerden noch recht munter, handelt es sich meist um eine vorübergehende Befindlichkeitsstörung. In diesen Fällen hilft es oft schon, dem Kind eine warme (nicht heiße!) Wärmflasche auf den Bauch zu legen und es etwas ausruhen zu lassen. Auch Kümmel ist ein guter Helfer gegen Bauchschmerzen: Massieren Sie dem Kind vorsichtig etwas Creme mit Kümmelextrakt auf den Bauch. Nach etwa einem Tag sollten die Beschwerden dann schon wieder vorbei sein. Wenn die Bauchschmerzen länger dauern oder schlimmer werden, sollten Sie aber vorsichtshalber zum Kinderarzt fahren.

 

Baby-Bauchweh

Babys leiden häufig unter Bauchschmerzen – und machen das dann meist durch ununterbrochenes Schreien deutlich. Zu den häufigsten Gründen für Baby-Bauchweh zählt Luft im Bauch. Bei Säuglingen kommt es oft dazu, weil die Darmflora noch nicht vollständig ausgeprägt ist. Gegen Bauchschmerzen oder Blähungen beim Baby können Kümmelzäpfchen verschrieben werden. Auch sanfte Massagen helfen oft.

Dass sich die Ernährung der Mutter durch das Stillen auf den Säugling auswirkt und bei ihm Bauchschmerzen oder Blähungen verursacht, ist nicht bewiesen. Trotzdem kann es sinnvoll sein, blähende Lebensmittel wie Zwiebeln testweise wegzulassen, um zu schauen, ob es dem Baby dadurch besser geht. Mehr zum Thema erfahren Sie im Artikel „Ernährung in der Stillzeit: Was Mütter wissen sollten.“

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