Die Autismus-Behandlung soll dem Kind ein selbstständiges Leben ermöglichen

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Autismus ist bis heute nicht heilbar. Allerdings stehen für die Behandlung verschiedene Therapiemöglichkeiten zur Verfügung. Sie unterstützen dabei, kognitive Fähigkeiten zu verbessern, sprachliche Fertigkeiten zu stärken und die soziale Interkation sowie Kommunikation zu trainieren. Ziel ist es dabei immer, den Betroffenen ein weitgehend normales, selbstständiges Leben zu ermöglichen.

Je nach Art und Ausmaß des Autismus kommen für die Behandlung bestimmte Medikamente und unterschiedliche Formen der Psychotherapie zum Einsatz. Sie zielen insbesondere auf die Stärkung der geistigen Leistungsfähigkeit ab. Außerdem werden begleitende, psychische Erkrankungen (zum Beispiel Depression oder Angststörung) im Rahmen der Therapie mitbehandelt.

 

Eine sichere Umgebung ist wichtig für Autisten

Wichtig für den Erfolg der Autismus-Behandlung ist zudem eine überschaubare, vorhersagbare Umgebung, in der sich Betroffene sicher und aufgehoben fühlen. Rituale und Regelmäßigkeiten sollten auf allen Ebenen und in allen Bereichen des Lebens eingehalten werden. Das gilt sowohl für den Umgang von Arzt und Eltern mit dem Betroffenen, als auch für die Abläufe in Schule oder Beruf. Die Eltern sind als zentrale Bezugspersonen wesentlicher Bestandteil der Behandlung. Je älter das Kind ist, desto wichtiger werden die Aufklärung und der konstruktive Umgang mit dem eigenen „Krankheitsbild“.

 

Frühförderung für autistische Kinder

Auch die gezielte Frühförderung spielt für die Autismus-Behandlung eine wichtige Rolle. Je früher sie beginnt, desto deutlicher und nachhaltiger sind die Erfolge für die Betroffenen. In der Regel beginnt sie im Alter zwischen zwei und drei Jahren und dauert bis zur Einschulung an. Im Rahmen einer intensiven Verhaltenstherapie können Menschen mit einer autistischen Störung ihre geistige Leistungsfähigkeit steigern. Sprachliche Fertigkeiten und Potenziale werden gefördert und entfaltet. In Kleingruppen können Betroffene darüber hinaus bereits im Vorschulalter die soziale Interaktion mit Gleichaltrigen einüben. Bei Kleinkindern setzt die Autismus-Behandlung vor allem auf sogenannte operante Verfahren. Die Kinder lernen, Spielzeuge und andere Übungsmaterialien passend zu verwenden. Sie lernen richtiges Spielverhalten, aber auch das Imitieren von Verhaltensweisen, um den eigenen Lernprozess zu beschleunigen.

 

Für den Alltag trainieren

Im weiteren Verlauf der Autismus-Behandlung entwickeln die Kinder ihre sprachlichen Fähigkeiten. Sie üben Sprachlaute und erweitern ihren passiven und aktiven Wortschatz. Zudem erlernen sie grundsätzliche Regeln der Kommunikation. Je nach Ausprägung der Autismus-Symptome kann es notwendig sein, den Toilettengang oder andere Verhaltensweisen und Fertigkeiten zu trainieren, die für ein Funktionieren im Alltag wichtig sind. Auch besondere Ängste oder Zwangshandlungen werden im Rahmen der Psychotherapie behandelt.

 

Wichtige Bezugspersonen

Wichtige Säulen der erfolgreichen Autismus-Behandlung sind Eltern, Erzieher und Lehrer als zentrale Bezugspersonen für Kinder und Jugendliche mit einer autistischen Störung. Idealerweise arbeiten diese zu Hause, im Kindergarten und in der Schule mit den gleichen Therapiezielen, die das Kind aus der Verhaltens- und Psychotherapie kennt.

Vorbeugung
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