Die Asthma-Behandlung erfolgt in fünf Stufen

Kapitel
  1. 1. Überblick
  2. 2. Ursachen
  3. 3. Symptome
  4. 4. Diagnose
  5. 5. Behandlung
  6. 6. Vorbeugung

Bei der Asthma-Behandlung muss beachtet werden, dass die Krankheit selbst nicht heilbar ist. Durch die Therapie lässt sich Asthma aber gut kontrollieren.

 

Die Asthma-Behandlung hat unter anderem folgende Ziele:

  • Vermeiden akuter und chronischer Symptome und Asthma-Anfälle
  • keine nächtlichen Beschwerden
  • eine bestmögliche Lungenfunktion und Reduktion der Überempfindlichkeit der Bronchien
  • Vermeiden einer krankheitsbedingten Beeinträchtigung der physischen, psychischen und geistigen Entwicklung
  • Vermeiden eines Fortschreiten der Krankheit
  • Verbesserung der Lebensqualität
  • keine krankheitsbedingte Einschränkungen im Alltag
  • keine unerwünschten Nebenwirkungen der Therapie
Asthma Behandlung
Eine Asthma-Behandlung kann die gefährlichen Asthmaanfälle eindämmen© Fotolia
 

Medikamentöse Behandlung

Bei der medikamentösen Asthma-Behandlung wird zwischen Langzeitmedikamenten und Bedarfsmedikamenten unterschieden. Die Langzeitmedikamente dienen der langfristigen Kontrolle der Beschwerden, indem sie die erhöhte Entzündungsbreitschaft der Atemwege senken. Bedarfsmedikamente dagegen dienen der Behandlung von akut auftretenden Symptomen und wirken nur kurzfristig. Die medikamentöse Asthma-Behandlung richtet sich nach der Schwere der Erkrankung und erfolgt nach einem fünfstufigen Schema. Je nach Erfolg der Therapie und Verlauf der Erkrankung wird die Therapie und somit die Medikation nach diesem Schema immer wieder angepasst und gegebenenfalls intensiviert. Dieses Schema reicht von Stufe eins mit zeitweiligen Beschwerden (ein- bis zweimal die Woche) bis zu Stufe fünf mit andauernden Beschwerden trotz Behandlung. In welche Stufe ein Patient eingeteilt ist und wie seine Behandlung abläuft, erfolgt in enger Absprache mit dem Arzt.

 

Folgende Langzeitmedikamente gibt es:

  • Medikamente mit Kortison: Kortison gilt als wirksamstes Langzeitmedikament. Kortison ist ein Hormon und wirkt entzündungshemmend. Häufig wird es als Spray inhaliert (inhalatives Kortison), da es besser verträglich ist als in Tablettenform: Inhaliertes Kortison wirkt direkt in den Atemwegen und somit direkt am gewünschten Ort. In Tablettenform dagegen wird der Wirkstoff über die Blutbahn im gesamten Körper verteilt. Kortison-Tabletten sollten deshalb nur vorübergehend eingenommen werden.
  • Langzeitwirkende Medikamente aus der Gruppe der Betamimetika wirken bronchienerweiternd. Sie können kombiniert mit inhalativem Kortison zur Behandlung eingesetzt werden, wenn Kortison alleine nicht wirkt.
  • Medikamente mit dem Wirkstoff Montelukast sind sogenannte Leukotrien-Rezeptorantagonisten. Es ist in Tablettenform erhältlich und bremst die körpereigenen Leukotriene, das sind Botenstoffe, die an der Entstehung von Entzündungen beteiligt sind.
  • Mittel mit dem Wirkstoff Theophyllin erweitern die Bronchien und kommen in Kombination mit anderen Langzeitwirkstoffen zum Einsatz. Aufgrund zahlreicher Nebenwirkungen werden sie nur angewandt, wenn andere Mittel nicht helfen. Wichtig sind dann regelmäßige Kontrollen, wie hoch der Theophyllin-Spiegel im Blut liegt.
  • Treten trotz einer Asthma-Behandung mehrere Asthmaanfälle im Jahr auf, kommt bei schwerem allergischem Asthma eine Behandlung mit dem Wirkstoff Omalizumab in Betracht, der unter die Haut gespritzt wird.

Bedarfsmedikamente werden zur Behandlung von akut auftretenden Asthma-Symptomen eingesetzt. Häufig sind dies sogenannte schnellwirkende Betamimetika, die rasch die Bronchien erweitern und so eine Luftnot mindern. Sie sind in Asthma-Notfall-Sprays enthalten.

 

Die Asthma-Behandlung ohne Medikamente

Asthma Peak-Flow-Messgeraet
Mithilfe eines sogenannten Peak-Flow-Messgeräts können Betroffene die Erkrankung auch zuhause langfristig überwachen© iStock

Neben der medikamentösen Asthma-Behandlung sind nicht-medikamentöse Maßnahmen unverzichtbare Bestandteile einer Behandlung. Zu diesen Asthma-Therapiemaßnahmen gehören zum Beispiel:

  • eine Patientenschulung: Dort erfahren Betroffene alles Notwendige über Asthma: Sie lernen Asthma-Medikamente und ihre Wirkung kennen, erlernen den Gebrauch von Inhalier-Sprays und richtige Inhalationstechniken und lernen beispielsweise den Umgang mit dem Peak-Flow-Meter.
  • Vermeiden von Allergenen
  • körperliches Training (Asthma-Sport): Sport und Asthma – das geht! Sport kann helfen, die körperliche Leistungsfähigkeit zu steigern. Günstig für Asthmatiker sind Sportarten wie Schwimmen, Joggen, Walking, Wandern, Fahrrad fahren oder Tanzen.
  • Atem- und Physiotherapie: Es gibt eine Reihe von Atemtechniken, die helfen, besser Luft zu bekommen. Viele Ärzte oder Physiotherapeuten bieten hierfür Schulungen an.
  • gegebenenfalls Rauchentwöhnung und Gewichtsreduktion
  • psychosoziale Betreuung
Vorbeugung
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