Die Apfelessig-Diät: Hokuspokus oder echter Geheimtipp?

Alexander Scherb

Apfelessig gilt als sehr gesund. Er hilft bei der Regulierung unseres Insulinhaushalts, wirkt antibakteriell und senkt den Cholesterinspiegel. Eine Apfelessig-Diät soll wahre Wunder bewirken. PraxisVITA hat sich den goldenen Saft einmal näher angeschaut und sagt Ihnen, ob die prophezeiten positiven Effekte wirklich stimmen.

Apfelessig verdünnt vor jeder Mahlzeit eingenommen, kann zu einer erheblichen Gewichtsreduktion führen
Egal ob als Zaubermittel bei einer Diät oder bei der Wundheilung - Apfelessig soll wahre Wunder bewirken Foto:  vonEisenstein
Inhalt
  1. Die positiven Effekte von Apfelessig
  2. Was die Apfelessig-Diät verspricht
  3. Was bei der Apfelessig-Diät beachtet werden sollte
  4. So funktioniert die Apfelessig-Diät
  5. Der Apfelessig-Diät auf der Spur
  6. So machen Sie Apfelessig selbst
 

Die positiven Effekte von Apfelessig

Apfelessig hat einen sehr guten Ruf. In der Naturheilkunde hat er schon lange seinen Platz auch außerhalb der Küche. Dabei gilt Apfelessig als wahres Wundermittel für alle möglichen Wehwehchen: Apfelessig soll den Cholesterinspiegel senken, den Insulinhaushalt regulieren, den Blutdruck senken und die Verdauung anregen. Auch äußerlich kann er angewendet werden. Beispielsweise gegen Schuppenflechte oder für starkes, glänzendes Haar. Und bei kleinen Wunden wirkt er antibakteriell und fördert die Wundheilung. Bis auf seine antibakterielle Wirkung ist bisher allerdings nichts von alledem eindeutig nachgewiesen.

 

Was die Apfelessig-Diät verspricht

Die Apfelessig-Diät verspricht problemloses, schnelles Abnehmen durch die Einnahme von Apfelessig. Grundlage für diese Diät ist eine japanische Studie aus dem Jahre 2009. In dieser bisher einzigen Studie zu Apfelessig als Schlankheitsmittel fanden die japanischen Wissenschaftler heraus, dass Apfelessig, verdünnt vor jeder Mahlzeit eingenommen, zu einer erheblichen Gewichtsreduktion führt. Dabei soll der Apfelessig den Appetit hemmen und gleichzeitig den Stoffwechsel anregen. Einfach vor jeder Mahlzeit einen Esslöffel Apfelessig in ein Glas Wasser einrrühren und trinken.

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Was bei der Apfelessig-Diät beachtet werden sollte

Einfach Apfelessig vor jeder Mahlzeit trinken und die Pfunde purzeln im Nu? Das wäre zu schön, um wahr zu sein. Ganz so einfach ist es im Alltag leider nicht. Zwar ist Apfelessig ohne Zweifel gesund, dass er aber allein für eine Gewichtsreduktion verantwortlich sein soll, ohne dass man seine Ernährung umstellen muss, ist eher Wunschtraum. Wie ein Diätplan aussehen kann, erklären wir im Folgenden.

 

So funktioniert die Apfelessig-Diät

Bei einer Apfelessig-Diät wird der Apfelessig grundsätzlich unterstützend eingesetzt. Das bedeutet, dass die gesamte Ernährung umgestellt werden muss. Hier die wichtigsten Schritte für eine erfolgreiche Apfelessig-Diät:

  • Essen Sie höchstens drei Mahlzeiten am Tag
  • Verzichten Sie auf fettige und zuckerhaltige Lebensmittel
  • Essen Sie viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukte
  • Machen Sie täglich etwas Sport
  • Nehmen Sie vor jeder Mahlzeit einen Esslöffel Apfelessig zu sich. Am besten in einem Glas Wasser oder Saft verdünnt
Apfelessig verdünnt vor jeder Mahlzeit eingenommen, kann zu einer erheblichen Gewichtsreduktion führen
Apfelessig soll, verdünnt vor jeder Mahlzeit eingenommen, zu einer erheblichen Gewichtsreduktion führen.  MonaMakela
 

Der Apfelessig-Diät auf der Spur

Wie Sie sehen, ist auch an der Apfelessig-Diät nicht viel Hexerei. Denn wer sich bewusst und ausgewogen ernährt und regelmäßig Sport treibt, nimmt auch so recht schnell ab. Wie bei vielen Diäten ist es auch hier weniger der eigentliche Namensgeber, sondern die grundlegende Ernährungsumstellung, die zu einer Gewichtsabnahme führt. Der Apfelessig ist eher als Motivator zu sehen. Zumal Apfelessig viele gesunde Inhaltsstoffe bietet, die dem Körper zusätzlich guttun. Er sollte allerdings nicht ausschließlich für das Purzeln der Pfunde verantwortlich gemacht werden.

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So machen Sie Apfelessig selbst

Wenn Sie mit einer Apfelessig-Diät beginnen möchten, können Sie den erforderlichen Apfelessig auch selbst herstellen. Dies geht leichter als Sie denken. Und zwar so:

  • Nehmen Sie eine gewünschte Anzahl Bio-Äpfel oder auch nur die Reste, wie etwa Schale und Kerngehäuse.
  • Schneiden Sie die Äpfel in Stücke und geben Sie sie in ein großes Einmachglas (sollte steril sein).
  • Geben Sie pro Kilo Äpfel zwei Esslöffel Zucker hinzu.
  • Füllen Sie das Einmachglas mit Wasser auf, bis sämtliche Reste gut bedeckt sind.
  • Decken Sie das Glas mit einem sauberen Tuch ab (es muss Luft an die Mischung kommen) oder sorgen Sie auf eine andere Weise dafür, dass das Gemisch sauber und ohne Verunreinigungen bleibt.
  • Rühren Sie das Gemisch ab und zu um. Das vermeidet die Schimmelbildung. Keine Sorge, nach einer Zeit entsteht Schaum auf dem Gemisch. Dies ist völlig normal und zeigt, dass Ihr Essig auf einem guten Weg ist.
  • Nach ein paar Tagen beginnen die Früchte nach unten zu sinken und es bildet sich eine feine Essignote. Die Zeit kann je nach zugegebenem Zucker variieren.
  • Nach spätestens zwei Wochen ist der Essiggeruch intensiv ausgeprägt (je mehr Zucker desto weniger Zeit braucht es dafür). Gießen Sie das Gemisch durch ein sauberes Tuch in einen neuen Behälter.
  • Jetzt noch einmal mit einem Tuch abgedeckt vier bis sechs Wochen zu Apfelessig vergären lassen.
  • Abschließend nur noch einmal durch ein sauberes Tuch abgießen. Fertig!

Während der Gärung entstehen zunächst Schlieren und später ein geleeartiger Block. Nehmen Sie diesen nicht heraus und schmeißen Sie ihn auch anschließend nicht weg. Bei diesem Block handelt es sich um die Essigmutter – einer Kultur aus Essigsäurebakterien – welche später einem neuen Ansatz zugegeben werden kann, um dessen Gärung zu beschleunigen.

 
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