Die Angst vor der Angst: Wenn Panik das Leben bestimmt

Alexander Scherb

Sie kommt plötzlich und ohne Vorwarnung: Die Panikattacke. Wer diese Situation einmal erlebt hat, versucht oftmals mit allen Mitteln eine erneute Attacke zu verhindern. Und damit beginnt ein Teufelskreis, der sich nur schwer durchbrechen lässt. Denn die Angst vor der Angst lähmt den Alltag. Ein normales Leben ist kaum mehr möglich. Wie kann man diesen Teufelskreis durchbrechen?

Frau hat Angst
Die Angst vor Panikattacken kennen viele Foto:  demaerre/iStock
Inhalt
  1. Was ist die Angst vor der Angst?
  2. Was ist eine Panikattacke?
  3. Wie äußert sich die Angst vor der Angst?
  4. Wie kann man mit der Angst vor der Angst umgehen?
 

Was ist die Angst vor der Angst?

Oft wird die Angst vor der Angst auch als Erwartungsangst bezeichnet. Sie entsteht meist durch ein plötzliches traumatisches Erlebnis, welches jederzeit erneut auftreten kann. Am häufigsten tritt die Angst vor der Angst bei Menschen auf, die eine Panikattacke hatten. Sie wollen diese Situation auf keinen Fall erneut erleben und suchen verzweifelt nach einem Ausweg.

 

Was ist eine Panikattacke?

Wissenschaftlich betrachtet ist eine Panikattacke eine, für wenige Minuten, psychische Alarmreaktion ohne äußeren Anlass. Sie kann völlig unerwartet auftreten und genauso unerwartet wieder verschwinden. Alles über Panikattacken erfahren Sie in unserem Ratgeber „Was tun bei einer Panikattacke“.

Der Körper im Alarmzustand

Eine Panikattacke ist ein einschneidendes Ereignis. So einschneidend, dass viele Betroffene versuchen, eine erneute Panikattacke mit allen Mitteln zu verhindern. Da eine Panikattacke ohne Vorwarnung auftreten kann, ist es unmöglich sich darauf einzustellen. Betroffene verfallen deshalb häufig in eine dauerhafte Anspannung; die Erwartung, dass im nächsten Moment die Panik erneut aufkeimt. Die Angst vor der Angst ist geboren.

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Wie äußert sich die Angst vor der Angst?

Gerade wenn Panikattacken schon häufiger aufgetreten sind, neigen Betroffene dazu, sich völlig aus der Gesellschaft zurückzuziehen. Sie verlassen nicht mehr die Wohnung, teilweise nicht einmal mehr das Bett, aus Angst vor der nächsten Panikattacke. Dies ist die denkbar schlechteste Art mit der Angst vor der Angst umzugehen. Denn sowohl Panikattacken als auch die Erwartungsangst sind behandel- und heilbar.

 

Wie kann man mit der Angst vor der Angst umgehen?

Die beste Methode die Angst vor der Angst zu verlieren, ist, sie genau als das zu akzeptieren was sie ist. Stellen Sie sich dieser Angst. Panikattacken sind zwar sehr unangenehm, aber körperlich ungefährlich. Auch wenn dies in dem Moment nicht so erscheinen mag. Wenn Sie sich verinnerlichen können, dass Panikattacken für Sie ungefährlich sind, verlieren Sie wahrscheinlich auch die Angst davor. Sie ziehen im wahrsten Sinne des Wortes dem Löwen die Zähne.

Eine weitere gute Methode ist es, sich abzulenken. Lassen Sie sich von der Angst vor der Angst nicht lähmen. Suchen Sie sich eine Beschäftigung, die Ihnen Spaß macht. Was das ist, müssen Sie selbst herausfinden. Doch sich etwas Gutes tun, ist ein sehr effektiver Weg, Erwartungsangst auszuschalten.

Auch Sport, Yoga oder andere Entspannungsmethoden können hilfreich sein. Körperliche Betätigungen lenken dabei nicht nur ab, sondern sind auch gut für den Körper. Profis können sogar einen Zustand der Entspannung erreichen, wenn eine Panikattacke beginnt aufzutreten.

Leichter gesagt als getan

Sicher, dies alles liest sich leichter, als es letztendlich umgesetzt werden kann. Viele Betroffene beklagen sich über völlige Panikstarre, bei der nichts anderes möglich ist, als die Attacke über sich ergehen zu lassen. Einer Panikattacke und der Angst vor der Angst entgegenzutreten erfordert einen immensen Willen. Doch führen Sie sich vor Augen, dass eine Panikattacke nicht ihr Leben bestimmen darf. Viele andere Betroffene schaffen den Weg aus der Angst vor der Angst, warum dann nicht auch Sie? Leicht wird dieser Weg bestimmt nicht, aber es ist besser als die Alternative!

Und zu guter Letzt: Suchen Sie sich professionelle Hilfe. Panikattacken und die damit einhergehende Erwartungsangst sind nichts Ungewöhnliches. Rund ein Drittel aller Erwachsenen hatten schon einmal eine Panikattacke. Sie sind mit Ihrem Leiden also nicht allein. Eine fachärztliche Therapie gibt Ihnen zusätzlich Kraft, aus dem Kreis aus Angst und Panik auszubrechen.  

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