Die 7 populärsten Mythen rund um die Pille

Redaktion PraxisVITA

Stimmungsveränderungen, eine Verminderung der Libido und Gewichtszunahme zählen zu den wohl bekanntesten Nebenwirkungen der Pille. Eine neue Studie hat nun einen weiteren Nebeneffekt der hormonellen Empfängnisverhütung enthüllt. PraxisVITA macht den Mythen-Check.

 

Mythos 1: Die Pille macht depressiv

Neurowissenschaftler der University of California führten eine Studie mit 90 Frauen durch. Dabei haben sie festgestellt, dass zwei wichtige Gehirnregionen – der sogenannte seitliche orbitofrontale Kortex und das sogenannte posteriore Cingulum – dünner waren als bei der Gruppe, die auf das Verhütungsmittel verzichtete.

Der orbitofrontale Kortex ist dafür bekannt, Impulse und Emotionen zu kontrollieren. Die Veränderung dieses Areals könnte eine logische Erklärung dafür sein, warum Frauen nach der Einnahme der Pille häufig unter Angst- und Depressionszuständen leiden. Eine Veränderung des posterioren Cingulums unterstützt diese These: Es ist für die Steuerung der (negativen) Gedanken zuständig.

 

Mythos 2: Die Pille macht dick

Untersuchungen zeigen: Nur wenige Frauen reagieren sehr sensibel auf die Pille und nehmen stark zu. Die meisten aber halten ihr Gewicht oder verändern es nur leicht. Wer dennoch zu Übergewicht neigt, sollte sich bei seinem Frauenarzt über anders zusammengesetzte Pillenpräparate informieren oder andere Verhütungsmethoden, wie zum Beispiel die niedriger dosierte Hormonspirale, in Betracht ziehen. Darüber hinaus können die meisten Frauen mit vernünftigem Essverhalten, also keinen Hungerkuren, trotz der Hormonpräparate ihr Gewicht mühelos halten.

 

Mythos 3: Die Pille löst Krebs aus

Erst kürzlich sorgte eine Meldung für Aufregung, dass in der Pille Stoffe enthalten sind, die krebsauslösend sein sollen. Viel Lärm um nichts, so die Antwort der Experten. Demzufolge gibt es ausreichende Daten, die diese Sorge als weitgehend unbegründet erscheinen lassen. In Bezug auf Gebärmutterhalskrebs könne das geringe Zusatzrisiko durch regelmäßige Abstrichuntersuchungen oder neue Virus-Tests gemindert werden, so die Mediziner.

 

Mythos 4: Die Pille verursacht Pickel

Manche Frau reagiert in der Anfangsphase mit Pickeln und fettigen Haaren. Gynäkologen verschreiben dann ein Präparat mit anderem Gestagenanteil, das sich positiv auf den Zustand von Haut und Haaren auswirkt. Diese Präparate setzen Frauenärzte auch gezielt ein, wenn die Patientin schon vor Verordnung der Pille unter Akne leidet.

Pille
Laut einer Studie könnte die Pille dafür sorgen, dass die Lust auf Sex gehemmt wird© iStock
 

Mythos 5: Die Pille nimmt die Lust

Eine Studie nährt den Verdacht, dass die Pille das sexuelle Verlangen entsprechend veranlagter Frauen auf Dauer herabsetzt. Die Forscher der Uni Boston hatten Patientinnen mit vermindertem Geschlechtstrieb untersucht. Im Blut ehemaliger und heutiger Pillen-Nutzerinnen fanden sie erhöhte Konzentrationen eines bestimmten Eiweißkörpers. Tückisch: Er blockiert lustfördernde Sexualhormone. Ist die Pille also ein Liebestöter? „Nein“, entwarnt Dr. med. Klaus König, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Frauenärzte e. V. in Hessen. „Sie bremst den Spaß am Sex bei den meisten Anwenderinnen überhaupt nicht. Und sollten doch mal Beschwerden auftreten, kann man das Präparat wechseln.“

 

Mythos 6: Die Pille verursacht Thrombosen

Östrogene in der Pille aktivieren das Blutgerinnungssystem. Daher kann es durch die Einnahme leichter zu einer Thrombose kommen. Wer dann noch raucht, erhöht das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall. Daher: Wer die Pille nimmt, sollte mit dem Rauchen aufhören. Der Hausarzt oder die Krankenkasse informieren über qualifizierte Raucherentwöhnungsprogramme.

 

Mythos 7: Die Pille macht unfruchtbar

Wer denkt, dass die Fruchtbarkeit unter der Pille leidet, liegt falsch. Eine Schwangerschaft ist bereits im ersten Zyklus nach Absetzung der Pille möglich. Das beweist eine Studie der Universität Frankfurt: Von den 652 Teilnehmerinnen wurden 613 Frauen gewollt schwanger. Wie lange die Frauen die Pille dabei nahmen, spielte keine Rolle.

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