Die 6 besten Hausmittel gegen Verstopfung

Redaktion PraxisVITA

Etwa 20 Prozent der Deutschen leiden an Verstopfung – doch nicht immer ist ein Abführmittel notwendig. Zum Glück gibt es viele wirksame Hausmittel gegen Verstopfung, die die Darmtätigkeit wieder in Gang bringen.

Inhalt
  1. Was tun bei Verstopfung? Die wichtigsten Maßnahmen
  2. Die wirksamsten Hausmittel gegen Verstopfung
  3. Dieses Verhalten fördert Verstopfung
  4. Was hilft gegen Verstopfung, wenn Hausmittel versagen?

Hausmittel gegen Verstopfung sind natürliche und sanfte Alternativen zu Medikamenten, die mitunter unangenehme Nebenwirkungen hervorrufen können. Einen weiteren Vorteil haben natürliche Abführmittel noch: Die meisten Zutaten hat jeder zuhause. Was hilft gegen Verstopfung? Wir haben die Antworten!

 

Was tun bei Verstopfung? Die wichtigsten Maßnahmen

Wenn eine chronische Verstopfung vorliegt, können einzelne Hausmittel das Problem nicht lösen. Der richtige Ansatz ist dann eine Veränderung des Lebensstils: Bewegung ist ein wichtiges Mittel gegen Verstopfung. Mediziner raten, mindestens eine halbe Stunde täglich in Bewegung zu sein – dafür reicht schon ein Spaziergang. Ebenso wichtig: eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme. Ratsam sind mindestens zwei Liter Wasser, Tee oder Saftschorle pro Tag.

Auch mit der richtigen Ernährung lässt sich die Verdauung stark beeinflussen: Ballaststoffreiche Lebensmittel, wie Vollkornprodukte, Obst und Gemüse kurbeln die Darmtätigkeit an. Die unverdaulichen Nahrungsbestandteile nehmen Wasser im Darm auf und quellen. Dadurch verkürzt sich die Verweildauer der Speisereste im Dickdarm, die so besser ausgeschieden werden. 

Experten empfehlen eine Tagesmenge von 30 Gramm Ballaststoffen. Die meisten Deutschen erreichen diese Menge nicht – im Schnitt nehmen Bundesbürger nur 20 Gramm Ballaststoffe zu sich. In 100 Gramm Leinsamen stecken etwa 35 Gramm Ballaststoffe, in 100 Gramm Weizenkleie sogar 45 Gramm.

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Die wirksamsten Hausmittel gegen Verstopfung

Die Häufigkeit des Stuhlgangs kann von Person zu Person stark variieren. Erst wenn sich der Darm weniger als dreimal pro Woche entleert, sprechen Experten von einer Verstopfung. Dann können diese Hausmittel helfen, die Verdauungsprobleme in den Griff zu bekommen:

1. Kamillentee als krampflösendes Hausmittel bei Verstopfung

Die Inhaltsstoffe der Kamillenblüten wirken krampfstillend und beruhigend auf den Magen-Darm-Trakt, wodurch sich Blähungen und Verstopfung lösen. Die Extrakte lindern zudem Entzündungen der Magenschleimhaut und bremsen das Wachstum schädlicher Bakterien. Ein besonders wirksamer Tee gegen Verstopfung ist Kamille, in Kombination mit Fenchel, Melisse und Süßholzwurzel (Apotheke). Von diesem Tee sollte man bei einer Verstopfung etwa drei bis fünf Tassen täglich trinken, damit sich eine Wirkung zeigt.

2. Verstopfung lindern und vorbeugen mit Olivenöl

Warum Olivenöl gegen Verstopfung hilft? Es hat antientzündliche Eigenschaften und verringert die Bildung von Magensäure. Zudem wirkt es laxierend, das heißt, es beugt Verstopfung vor, wenn Sie täglich dreimal jeweils einen Esslöffel zu sich nehmen. Als linderndes Mittel gegen Verstopfung eignet sich besonders gut kalt gepresstes Bio-Olivenöl.

3. Mit Müsli die Verstopfung lösen

Einen Teelöffel Leinsamenschrot mit 100 Gramm Naturjoghurt und frischem Obst mischen. Die Nährstoffe und Milchsäurebakterien regulieren den Verdauungstrakt. Tipp: Spezielle als „probiotisch“ gekennzeichnete Produkte sind überflüssig. „Normaler“ Joghurt tut es genauso – und ist deutlich preiswerter.

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4. Omas Abführmittel: Apfelessig gegen Verstopfung

Es ist eines der bewährten Hausmittel gegen Verstopfung, das auch oft als „Omas Abführmittel“ bezeichnet wird: Apfelessig. Er aktiviert die Produktion von Magensaft und kurbelt dadruch die Verdauung an. Und noch ein schöner Nebeneffekt: Apfelessig löst Heißhunger und bringt den Stoffwechsel in Gang. Vor jeder Mahlzeit ein Glas Mineralwasser mit einem Esslöffel Apfelessig vermischt trinken.

5. Leinsamen regen die Verdauung an

Eines der effektivsten abführenden Lebensmittel sind Leinsamen. Sie enthalten Schleimstoffe, die im Darm durch das Binden von Wasser aufquellen und so das Stuhlvolumen vergrößern. Das wiederum erhöht den Druck auf die Darmwand – die Verdauung wird angeregt. Für die optimale Wirkung nehmen Sie zwei- bis dreimal pro Tag einen Esslöffel Leinsamen (geschrotet) mit 250 Milliliter Wasser ein. Ganz wichtig: Über den Tag verteilt mindestens zwei Liter Flüssigkeit trinken, sonst können die Leinsamen die Verstopfung verschlimmern.

6. Gemüsesaft liefert verdauungsfördende Ballaststoffe

100 Milliliter Tomatensaft, 100 Milliliter Sauerkrautsaft und 50 Milliliter Karottensaft, dazu eine Prise Chili oder Pfeffer – die Schärfe desinfiziert den Verdauungstrakt. Die Saftmischung ist eines der wirksamsten natürlichen Abführmittel, da sie viele Ballaststoffe beinhaltet.

Apfelessig, Leinsamen und Gemüsesaft sind zu empfehlen, wenn es sich nicht um eine chronische, sondern nur um eine leichte Verstopfung handelt. Zudem helfen diese Hausmittel besonders schnell.

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Dieses Verhalten fördert Verstopfung

Viele Menschen mögen es nicht, ihren Darm zu entleeren, wenn sie nicht zu Hause sind. Sie halten den Stuhl zurück – mit der Folge, dass dieser hart wird und eine Verstopfung auslöst. Eine wichtige Regel zur Vorbeugung von Verstopfung lautet daher: den Stuhl nicht zurückhalten und bei Stuhldrang auch „außer Haus“ wenn möglich eine Toilette aufsuchen.

Ein weiterer „Störfaktor“ für die Verdauung ist Stress: Auch er kann sich lähmend auf die Verdauungsorgane auswirken. Regelmäßige Entspannungseinheiten, wie Yoga, Meditation oder autogenes Training, können darum ebenfalls Hausmittel gegen Verstopfung sein.

 

Was hilft gegen Verstopfung, wenn Hausmittel versagen?

Kommt der Darm trotz aller Hausmittel gegen Verstopfung nicht wieder in Schwung, empfehlen Mediziner, ein Abführmittel einzunehmen. Wirkstoffe wie Bisacodyl oder Natriumpicosulfat wirken direkt im Dickdarm, dem Ort der Verstopfung. Ihr besonderer Vorteil: Es besteht keinerlei Gefahr einer Abhängigkeit oder von Flüssigkeitsverlust.

Wichtig: Sollten die Hausmittel gegen Verstopfung keine Wirkung zeigen und die Symptome weiterhin anhalten oder sogar starke Schmerzen bereiten, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen.

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Quellen:

Andresen, V. et al. (2013): S2k-Leitlinie Chronische Obstipation: Definition, Pathophysiologie, Diagnostik und Therapie, in: awmf.de (Das Portal der wissenschaftlichen Medizin)

Soltanian, N., & Janghorbani, M. (2018): A randomized trial of the effects of flaxseed to manage constipation, weight, glycemia, and lipids in constipated patients with type 2 diabetes, in: US National Library of Medicine 

Yang, J., Wang, H. P., Zhou, L., & Xu, C. F. (2012): Effect of dietary fiber on constipation: a meta analysis, In: National Library of Medicine

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