Die 5 gesündesten Hobbys

Verena Elson
Tanzen macht glücklich und ist gleichzeitig ein effektives Training für Muskeln und Herz
Tanzen macht glücklich und ist gleichzeitig ein effektives Training für Muskeln und Herz © iStock/GrapeImages

Unsere Hobbys sind dafür da, unsere Freizeit angenehm zu gestalten – sie sollen darum vor allem Spaß machen. Doch von dem richtigen Zeitvertreib profitieren auch Körper und Psyche: Zu diesen Hobbys würden Mediziner raten.

 

Tanzen

Tanzen ist ein perfektes Ausdauertraining – und man braucht dazu weder Sportgeräte noch eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Zu Hause die Lieblingsmusik aufdrehen und los geht’s: Darüber freut sich der ganze Körper.

Wie jeder Ausdauersport stärkt Tanzen das Herz und beugt so Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfall vor. Auch das Gehirn profitiert: Laut einer im New England Journal of Medicine veröffentlichten Studie verringern regelmäßige Tanzstunden das Demenz-Risiko um 76 Prozent.

Älteren Menschen hilft Tanzen zudem, ihren Gleichgewichtssinn zu verbessern und ihr Sturzrisiko zu verringern, wie eine 2011 veröffentlichte Metaanalyse zeigte – dazu sollten sie mindestens dreimal pro Woche das Tanzbein schwingen. Auch chronischen Knie- und Hüftschmerzen wirkt regelmäßiges Tanzen entgegen.

 

Gartenarbeit

Selbst der kleinste Garten ist ein Fitnessstudio fürs Gehirn: Australische Forscher konnten zeigen, dass tägliche Gartenarbeit das Demenz-Risiko um 36 Prozent senkt. Zudem schützen sich Hobbygärtner vor Herzinfarkt und Schlaganfall, wie eine Studie des schwedischen Karolinska Instituts belegt. Demnach sinkt das Risiko für beide Erkrankungen durch regelmäßiges Gärtnern um bis zu 30 Prozent.

Der Körper profitiert schon allein von dem Aufenthalt an der frischen Luft: So zeigte eine 2014 veröffentlichte Studie, dass die Pflege eines Gartens die Wahrscheinlichkeit eines Vitamin-D-Mangels bei älteren Menschen verringert.

Der Blick ins Grüne ist darüber hinaus ein echtes Heilmittel: Eine texanische Studie zeigte schon in den 1980er Jahren, dass OP-Wunden schneller heilen, wenn die Patienten aus dem Krankenhausfenster ins Grüne blicken können – auch der Bedarf an Schmerzmitteln sinkt dadurch. Niederländische Forscher fanden heraus, dass traumatische Lebensereignisse besser verarbeitet werden können, wenn die Betroffenen viele Grünflächen in ihrem Wohnumfeld haben.

Allerdings: Gartenarbeit ist nur dann gesund, wenn wir uns dabei wohlfühlen. Wer merkt, dass ihm das Bücken und Heben Schmerzen bereitet, etwa in Rücken oder Gelenken, sollte auf eine gelenkschonendere Beschäftigung umsteigen wie etwa spazieren gehen – dieses Hobby ist ebenso eine Wohltat für den Körper. Am gesündesten ist der Waldspaziergang – warum, erfahren Sie hier.

Vater und Tochter bei der Gartenarbeit
Sogar die Augen freuen sich über den Aufenthalt im Freien: Das Risiko von Kindern, kurzsichtig zu werden, sinkt deutlich, wenn sie mindestens 14 Stunden wöchentlich draußen verbringen © iStock/RyanJLane
 

Schreiben

Das Niederschreiben von eigenen Erfahrungen – ob in Briefen oder im Tagebuch – hat eine heilende Wirkung, wie verschiedene Studien bestätigen. So hilft es Krebspatienten, mit ihrer Krankheit umzugehen, senkt ihr Stresslevel und trägt so auch zu einem besseren körperlichen Wohlbefinden bei.

Zu einem erstaunlichen Ergebnis kamen neuseeländische Forscher: Sie ließen zwei Gruppen von Probanden 20 Minuten pro Tag etwas niederschreiben: Während Teilnehmer der Gruppe eins über die traumatischste Erfahrung ihres Lebens schreiben sollten, schrieben Probanden in Gruppe zwei täglich über ihre Pläne für den nächsten Tag.

Zwei Wochen nach Studienbeginn nahmen die Wissenschaftler kleine Hautproben von den Probanden. Die dadurch entstandenen Wunden fotografierten sie alle drei bis fünf Tage, bis sie verheilt waren. Dabei beobachteten sie: Nach elf Tagen waren 76 Prozent der Wunden in Gruppe eins verheilt, in Gruppe zwei waren es nur 42 Prozent der Wunden.

 

Haustiere

Haustiere sind treue Begleiter, Freunde und Partner. Damit bekämpfen sie eine große Bedrohung für unsere Gesundheit: die Einsamkeit. Studien zeigen, dass einsame Menschen im Schnitt doppelt so häufig krank sind wie Menschen, die ein starkes soziales Netz haben. Demnach ist Einsamkeit für die Gesundheit sogar genauso schädlich wie das Rauchen von 15 Zigaretten täglich.

Doch Haustiere können auch unser Herz stärken. Besonders Hundehalter haben Wissenschaftlern zufolge eine gute Herzgesundheit – das liegt nahe, weil sie bei jedem Wetter mit dem Vierbeiner spazieren gehen müssen. Dennoch – die Studienlage ist hier nicht ganz eindeutig. Es steht nicht fest, ob Hunde ihre Halter wirklich gesünder machen oder ob besonders gesunde und fitte Personen eher dazu neigen, sich einen Hund anzuschaffen.

Doch das Herz-Kreislauf-System profitiert schon allein von dem Streicheln des Haustieres: Das lindert Stress und senkt den Blutdruck, wie Untersuchungen zeigen.

Eine Frau kuschelt mit ihrem Hund
Das Kuscheln mit dem Haustier senkt Blutdruck und Stresslevel © iStock/Pekic 
 

Musik hören

Musik ist ein hochwirksames Heilmittel für die Psyche: Sie lindert Stress, Angst und sogar Symptome einer Depression, wie eine 2013 veröffentlichte Studie belegte. Als Angststiller erwies sich das Hören und Spielen von Musik sogar als wirksamer als verschreibungspflichtige Medikamente.

US-Forscher konnten zeigen, dass das Hören von selbst ausgesuchter Musik oder Hörbüchern bei Kindern OP-Schmerzen deutlich senken kann. Laut einer britischen Studie lindert Musik auch dann postoperative Schmerzen, wenn sie im Operationssaal gespielt wird, während der Patient unter Narkose steht.

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